Infektionskrankheit

Haiti ist "Paradies" für Cholera-Erreger

19. Oktober 2011, 18:20
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    foto: ap

    Eine Schülerin der Roger Anglade School in der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince wäscht sich die Hände.

100 Jahre lang galt die Krankheit als ausgerottet, nun hat man die höchste Rate weltweit

Port au Prince / Wien - Vor einem Jahr ist die Cholera in Haiti ausgebrochen. Inzwischen weist das Zehn-Millionen-Einwohner-Land die höchste Cholera-Rate der Welt auf, wie der UN-Sonderbotschafter und Mediziner Paul Farmer in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur AP sagte.

In dem vom Erdbeben im Jänner 2010 schwer getroffenen Karibikstaat sind nach Angaben der haitianischen Gesundheitsbehörden insgesamt mehr als 465.000 Menschen an der bakteriellen Infektionskrankheit erkrankt. Für 6500 Menschen endete die Erkrankung bisher tödlich. Zum Vergleich: Im Vorjahr wies Nigeria laut Weltgesundheitsorganisation die zweithöchste Anzahl an Cholerafällen auf: Es waren 44.456 - bei 155 Millionen Einwohnern.

Die starke Verbreitung der Seuche hängt nach Farmers Einschätzung mit der prekären Wassersituation in Haiti zusammen. Nur wenige Menschen haben Zugang zu sauberem Wasser. Verseuchtes Trinkwasser gilt allgemein als der häufigste Grund für Infektionen mit dem Erreger, der über den Mund und den Verdauungstrakt übertragen wird. Auf Kopf- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost und hohes Fieber folgt starker Durchfall und meist auch Erbrechen. Im Falle eines tödlichen Ausgangs sind die Todesursachen meist Nierenversagen und Kreislaufschock.

Schnelle Ausbreitung "nicht vorhersehbar gewesen"

Der Cholera-Erreger habe "in Haiti sein Paradies gefunden", sagt Sabine Kampmüller von Ärzte ohne Grenzen Österreich, die Juli und August dort verbrachte. Die ohnehin schlechte hygienische Situation hatte sich nach dem Beben noch verschlimmert. Trotzdem sei "nicht vorhersehbar gewesen", dass die Krankheit sich "so schnell auf ein ganzes Land" ausbreiten werde.

Nicht nur an Wasser, auch an sanitären Anlagen und guter Gesundheitsversorgung mangle es. Ärzte ohne Grenzen hätten daher "ungewöhnlich viel" in die Ausbildung des medizinischen Personals vor Ort investiert. In Haiti existierte keinerlei Erfahrung mit der Cholera - sie galt seit über 100 Jahren als ausgerottet.

Oft erst spät erkannt

Die Menschen reagierten "mit Panik auf den Krankheitsausbruch", sagt Kampmüller. Sie müssten zudem erst lernen, wie man sich vor Ansteckungen schützen kann. Außerdem würden viele erst sehr spät erkennen, dass sie an Cholera erkrankt sind, sagt Martha Wirthenberger vom Roten Kreuz Österreich, das in Léogâne unter anderem Hygieneschulungen durchführt. Späte Erkennung und Behandlung dürften mitverantwortlich für tausende tödliche Krankheitsfälle sein.

Untersuchungen zufolge haben nepalesische Blauhelmsoldaten die Cholera-Erreger eingeschleppt. Vertreter der Uno und von NGOs befürchten, dass Haiti noch Jahre unter der Krankheit leiden wird. (Gudrun Springer, DER STANDARD, Printausgabe, 20.10.2011)

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22 Postings
computermaster
00
umpf

Sie brauchen dringend 100 Millionen Euro um dieser Epidemie her zu werden. Spenden Sie jetzt!

kein Sodis Prinzip auf der alten Freiheitsinsel?

Johannes Benn
22
20.10.2011, 11:34
.

hm, was verbindet haiti und nigeria, platz nummer eins und zwei auf der rangliste

King Of Kronenzeitung
02
22.10.2011, 20:55

Ich weiß es aber es wäre DAS Todesurteil schlecht hin... ich schweige.

Tethys
00
20.10.2011, 14:34

Johannes Benn findet die Länder nichtmal mit dem Finger auf der Landkarte?

Johannes Benn
11
20.10.2011, 21:00
.

richtig, der gleiche kontinent ist es nicht

hier könnte ihr name stehen
00
20.10.2011, 14:13

beide haben zwei "i" und ein "a" im namen?

ínside
00
20.10.2011, 06:46
was ist eigentlich

mit der milliardenschweren spendenhilfe für haiti passiert?

Peter_23
05
20.10.2011, 11:51
Spenden Sie niemals Geld

Das ist ein grosser Fehler, da Sie damit nur diese ungute Spendenindustrie anfüttern.

Spenden Sie lieber Wissen, Fähigkeiten um Verfahren, in Notfällen auch Sachspenden oder Zeitspenden, was halt geht oder Sinn macht. Aber kein Geld. Nichts ist schlimmer.

Johannes Benn
04
20.10.2011, 11:35
.

wahrscheinlich wurden in teure sportwagen auf miamis straßen investiert

Günter Bachbauer
01
20.10.2011, 10:32

Das frage ich mich seit längerem.
Was passiert dort? Kaum ist CNN weg interessiert sich keiner mehr....traurig.

mfg

Adolf Ogi
40
20.10.2011, 03:20
eingeschleppt

woher kommen eigentlich nach 100 Jahren so plötzlich die Cholera-Erreger? Es kann leicht sein, dass die von einem Mitarbeiter einer Hilfsorganisation eingeschleppt wurden, zB in Form von unvorsichtigem Verhalten nach einer Impfung mit Lebendimpfstoff.

marty fink
20
20.10.2011, 14:20
Facepalm...

A Voice
14
20.10.2011, 13:49
Wer so offensichtlich keinerlei tau

von Impfungen hat sollte lieber die Klappe halten, offenbart er sich doch als unkritischer Aufsauger und Wiedererbrecher jedweden Blödsinns.

Adolf Ogi
12
20.10.2011, 15:10
doch

ich selbst habe schon einmal eine Cholera-Schluckimpfung mit Lebendimpfstoff gehabt, zwecks einer Tropenreise. Dabei wird man explizit darauf hingewiesen, dass man drei bis fünf Tage zum Erregerausscheider wird und deshalb unbedingt einige Zeit vor Reiseantritt diese Immunisierung machen soll, da man sonst den Erreger im Reiseziel einschleppen kann, besonders wenn man dort ausserhalb der Hauptstädte zur Benutzung rustikalerer Toiletten gezwungen ist.

Peter_23
38
19.10.2011, 20:08
"Sie müssten zudem erst lernen, wie man sich vor Ansteckungen schützen kann."

Man muss dazu sagen, leider politisch völlig unkorrekt, dass viele Leute in Haiiti dumme Leute sind. Denn gerade gegen Cholera gibt es einfache, hochwirksame Methoden wie "Solar Water Disinfection", die noch dazu nichts kosten, ohne Abkochen, ohne Brennmaterial.

Dabei braucht man nur billige Plastikflaschen (PET, keine Glasflaschen!) mit dem verseuchten Trinkwasser füllen und dann in hellen Sonnenlicht einige Stunden stehen lassen. Durch das UV-A Licht der Sonne werden dabei fast alle Cholera-Keime abgetötet. Und in Haiti scheint sehr oft und lange die Sonne. Das Abtöten von Cholera-Keimen in PET-Flaschen im Sonnenlicht funktioniert gerade in jenen Länder sehr gut.

http://en.wikipedia.org/wiki/File... _SODIS.jpg

A Voice
00
20.10.2011, 13:52
allerdings völlig inkorrekt, halt nicht politisch

sondern in der Verwendung des Wortes dumm. Sind Sie dumm, weil Sie dumm mit Unwissend gleichsetzen?

Wenn es ihnen niemand sagt, woher sollen die armen Teufel es wissen?

die Großmutter
03
20.10.2011, 16:53

Die wissen es !

Johannes Benn
11
20.10.2011, 11:37
.

latrinen benutzen koennte auch helfen

Benefit Maledict
64
20.10.2011, 09:55
Was ist dumm ?

Wenn man als Mensch in einer prekären Behausung ohne Internetanschluss die Erkenntnisse der relativ neuen SODIS-Forschungsserien nicht kennt, und erst lernen muss, wie man es macht (welche Flaschen, wie befüllen, wie lange der Sonne aussetzen)? So eine Überheblichkeit ist unfassbar. Dass diese Methode keineswegs 100% sicher ist und dass Trinkwasser nicht die einzige Infektionsquelle ist, haben Sie leider auch vergessen zu erwähnen. Politisch inkorrekt könnte man das auch eine Dummheit nennen.

Flosip
31
19.10.2011, 21:25

Eher Flaschenglas als PET. Sonst wachsen auch bald den Männern Brüste ;)

Peter_23
02
19.10.2011, 22:49
Nein!

Denn normales Flaschenglas lässt zu wenig UV-A/B durch -> farblose PET-Flasche dafür verwenden.

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