Wiederaufbau

Heimische Plastikhäuser für Erdbeben-Opfer in Haiti

19. Oktober 2011, 18:21

Aufbauprogramm wird langsam konkreter - Eine österreichische Firma ist dabei

Port-au-Prince/Wien - Über 600.000 Menschen sind in Haiti auch eindreiviertel Jahre nach dem verheerenden Erdbeben im Jänner 2010 noch immer obdachlos. In Zeltlagern oder der Umgebung ihrer zerstörten Häuser warten sie auf das versprochene Wiederaufbauprogramm, welches langsam beginnt - mit österreichischer Beteiligung.

Verantwortlich ist das Tourismusministerium des Karibikstaates - dem Vernehmen nach, da dadurch weniger Korruptionsprobleme erwartet werden. In einer ersten Stufe wurden 60 Häuser in einer Mustersiedlung im Norden der Hauptstadt Port-au-Prince errichtet, je nach Größe und Bauart kosten sie umgerechnet knapp 5000 bis 51.000 Euro.

Mögliche Änderung der Wiederaufbaukommission

Nun soll die Siedlung auf bis zu 500 Häuser erweitert werden. Der Plan des "Building Back Better Communities"-Programms der Regierung, mit dieser Phase im November zu starten, dürfte aber nicht halten, glaubt Werner Wendt, Projektmanager der Greiner Housing Solutions (GHS), die mitbaut. Denn in den nächsten Tagen will Präsident Michel Martelly seine neue Regierung vorstellen - was wohl zu einer Änderung der zuständigen Wiederaufbaukommission führen wird.

Trotz des langsamen Fortschritts des Programms ist Wendt optimistisch. "Ich glaube, es kommt etwas Vernünftiges dabei heraus. Das sage ich nicht nur, weil wir beteiligt sind, sondern da der Auswahlprozess bisher sehr transparent und nachvollziehbar war.

Wertschöpfung soll in Haiti bleiben

Punkten will die GHS mit einem Plastikhaus, bei dem die komplette Wertschöpfung in Haiti bleiben soll. Das Gebäude besteht aus PVC-Elementen, die ohne schwere Maschinen von den Bewohnern selbst mittels Stecksystem zusammengebaut werden und deren Hohlräume dann mit Beton aufgefüllt werden. "Ein Vorteil ist, dass dabei zum Beispiel auch zerkleinerter Bauschutt der zerstörten Häuser verwendet werden kann", sagt Wendt. Die 43-Quadratmeter-Variante kostet rund 12.000 Euro; kommt die GHS zum Zug, will sie die Kunststoffteile in Haiti selbst produzieren lassen.

250 Häuser könnte man pro Monat so bauen, schätzt Wendt. Allerdings: Laut Haitis Regierung wurden weit über 200.000 Wohnungen durch das Beben ruiniert. (Michael Möseneder, DER STANDARD, Printausgabe, 20.10.2011)

das ist fix
00

und in ein paar jahren dürfen wir hier einen bericht über den vielen plastikmüll in haiti lesen

Sonderschüler
01
20.10.2011, 09:39
Plastikhäuser in Haiti?

... und das wird als österreichische Entwicklungshilfe verkauft? Wen wundert's, dass Österreich für seine Entwicklungshilfe weltweit kritisiert wird. Der Unternehmer/Österreich müsste wegen Verkaufs gesundheitsgefährdender Produkte angeklagt werden - und nicht, wie vom Standard, indirekt noch gelobt werden.

Dschunke
02
19.10.2011, 19:00
EINE SCHANDE

Kunststoffhütten? Womöglich gleich aus Plastikmüll produziert? Na toll - Plastic Panet lässt grüßen.
Warum nicht gleich aus Baustellen Containern ordentliche Unterkünfte bereitstellen? Diese sind schnell aufgebaut -auch übereinander - und haben alles drin was man braucht. Eine Schande das noch keine internationale Hilfsorganisation gegründet wurde, welche sofort einsetzbare Container auf Lager hat, um entsprechend rasch helfen zu können, denn die nächste Katastrophe kommt bestimmt. Hauptsache für die Rüstung werden Milliarden rausgeworfen.

die Großmutter
00
20.10.2011, 16:55

Schon die Plasikspielhäuser sind ein Alptraum, stinken erbärmlich.

Santa C
02
19.10.2011, 20:32
Super Idee

Nix schoener als im tropischen Klima in einem Seecontainer zu wohnen, angenehm warm und feucht, da kommt (nicht nur) Freude auf. Und mit Klimaanlage - wo kommt dafuer der Strom her?
Bitte weiter gute Ideen und dann auch gleich patentieren lassen.

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