Budgetrede

Eine Premiere vor undankbarem Publikum

19. Oktober 2011, 18:05
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    foto: standard/cremer

    Volles Haus im Hohen Haus: Regierung und Opposition lauschen der Budgetrede von Finanzministerin Maria Fekter. Von den Sitzen riss es nicht einmal die ÖVP.

Extratrocken statt spritzig, mild statt resolut: Finanzministerin Maria Fekter hielt sich bei ihrer ersten Budgetrede sklavisch ans vorgefertigte Drehbuch - auch inhaltlich

Man könnte die Opposition der Ignoranz bezichtigen. Den Abgeordneten Werner Kogler etwa, der während der Rede telefonierend aus dem Plenum ging. Allerdings lässt sich schwer behaupten, dass er etwas Neues verpasst hat. Als der grüne Finanzsprecher entfleuchte, pries Maria Fekter gerade das Resultat der Loipersdorfer Regierungsklausur. Die war vor einem Jahr.

Weite rhetorische Umwege ging Fekter bei ihrer ersten Budgetrede als Finanzministerin. "Zur Sache!", tönte es von den Oppositionsbänken, als die ÖVP-Politikerin von "Wohlstand vermehren", "Zukunft aktiv gestalten" und "einem lebenswerten Wirtschafts- und Arbeitsstandort" sprach. Ausgiebig schwelgte sie in der Vergangenheit, lobte die gelungene Krisenbewältigung und den Europameistertitel bei der Beschäftigung. "Besonders stolz" ist Fekter auf die "geringe Jugendarbeitslosigkeit". Warum, blieb unklar. Immerhin liegt die Quote bei den Jungen mit 7,9 Prozent mehr als doppelt so hoch wie das allgemeine Niveau.

Den Fokus legte Fekter auf andere Herausforderungen: Schuldenabbau, Budgetdisziplin, Erhalt des Triple-A-Ratings, Sicherung der Ersparnisse und immer wieder Stabilität. Mit einem Sprung von derzeit 3,9 auf 3,2 Prozent im nächsten Jahr baue der Staat sein Defizit "schneller ab als geplant", ohne jedoch eine "Vollbremsung" hinzulegen - "denn das blockiert die Räder des Konjunkturmotors", warnte die Ministerin: "Wir sind der Krise noch nicht entwischt."

"Zukunftsinvestitionen" hob Fekter ebenfalls hervor, und zwar jene, die vor einem Jahr beschlossen wurden. Forschung und Entwicklung erfreuten sich über "Rekordausgaben" von 6,3 Milliarden Euro, auf eine "Uni-Milliarde" kommt sie, indem sie die 80 Millionen zusätzlich im Jahr in "alte Währung" umrechnet. Als kinderfreundlichen Schwerpunkt verkaufte die Rednerin den Umstand, dass es "kein neues Sparpaket für Familien" geben werde.

Auch der Mittelstand, ein weiteres Fekter'sches Liebkind, soll sich freuen dürfen. Eine Entlastung sei "höchst an der Zeit", sagte die Finanzministerin und ließ die Stoßrichtung einer künftigen Steuerreform erahnen: Das heimische Steueraufkommen werde zum Großteil aus lohnabhängigen Abgaben und aus der Umsatzsteuer gespeist, während etwa Umweltsteuern "eine sinkende Tendenz" aufwiesen. "Und was ist mit den Steuern auf Vermögen?", rief ein Grüner dazwischen.

Ebenfalls auf wenig Gegenliebe, auch beim Koalitionspartner, stieß das kurze Plädoyer für Studiengebühren. Ansonsten ging Fekter pfleglich mit den Empfindlichkeiten der SPÖ um. Zwar mahnte sie angesichts der rasant steigenden Kosten "entschiedene Reformen" im Pensionssystem ein, lobte aber Sozialminister Rudolf Hundstorfer ebenso wie die Sozialpartner: Alle seien auf dem richtigen Weg.

Die sozialdemokratischen Abgeordneten dankten ihr die Milde nicht. Als Fekter, die in freier Rede mitunter kabarettistisches Talent entfaltet, ihre Ansprache eineinhalb Stunden lang wie einen Schulaufsatz vorgelesen hatte, applaudierte nur die ÖVP-Riege geschlossen. Die SPÖ beließ es bei vereinzelten flüchtigen Klatschern. (Gerald John, DER STANDARD, Printausgabe, 20.10.2011)

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Posting 1 bis 25 von 100
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D Schnöller
02
20.10.2011, 21:44
Budgetrede

Eine für Alle.
Ich verstehe die Aufregungen in den Kommentaren nicht. Leute, was habt ihr erwartet?
z.B Die Zustimmung von Fr. Fekter zur Unimilliarde ist doch mehr als perfid, wenn man das Kleingedruckte-sprich die Rahmenbedingungen- liest.
Deutsch als eine Vorbedingung für den Aufenthalt in Österreich zu verlangen und gleichzeitig die Mittel für die Sprachförderung streichen zu wollen, gehört auch in diese Kategorie.
Dieses Budget ist ein weiterer Meilenstein der Verantwortungslosigkeit dieser Bundesregierung. Aber an "schlechten Beispielen" dafür fehlt es ja leider nicht.

postskriptum
00
20.10.2011, 17:48
Für den Fall, dass sie noch ein mal eine Schotter-Rede abhalten - ein Tipp:

Um beim Zuschauer den Eindruck des freien Sprechens zu erwecken, sollten Sie sich einen Telepromter zulegen.

BobaFett
00
20.10.2011, 13:34

law and order, das war was fuer mrs. Schotter.
aber finanzministerin is der doch um 5 schuhgroessen z'gross!

callanish
010
20.10.2011, 10:30
mit einer Neuverschuldung von 3,2% nächstes Jahr bauen wir unser Defizit also ab?

und das auch noch schneller als erwartet?

Ich dachte man baut sein Defizit mit Schuldenrückzahlungen ab?

Hudri Wudri
00
20.10.2011, 11:19
Hehe, das ist

der Unterschied zwischen Theorie und Praxis.

Mizzi, bleib bei Deinen Kieseln

Wolfgang Ullram
00
20.10.2011, 09:32
hallo frau fekter!

nachdem sie ja den lachschlager mit " die uni milliarde gibt, es, aber in schilling" rausgehaut haben, habens ja auch nichts dagegen, wenn die steuerpflichtigen ihre steuerbescheide 1€ auf bescheid= eingezahlter 1 schilling das auch so machen. gell!

"tja...meine steuerschuld zahle ich vollständig, aber in schilling"

denn was eine finanzministerin darf, dürfen auch die steuerpflichtigen, oder?

sed s/./_242_/g
03
20.10.2011, 08:40

Die hat doch tatsächlich "Wir sind in (sic!) der Krise noch nicht herausgekommen." vorgelesen. Vorgelesen!

Genowo
02
21.10.2011, 15:00
Mir wurscht, wie sie daher schrottert.

Der Inhalt ist der Skandal!

Keine Vermögenssteuer,
keine Transaktionssteuer,
keine Erbschaftssteuer
aber
9.200 Millionen Neuverschuldung allein 2012

Und das dürfen wir Arbeitnehmer blechen.

Steuergerechtigkeit ist was für Sonntagsreden,
hard facts stehen im Budget: Schonen der Privilegien der Millionäre, und für die Bildung haben wir einen dummen Spruch ("... in Schilling") über, mehr nicht.

Die ÖVP ist einfach dreist und grausam, die SP nicht viel besser (Cap regt sich im Nachhinein auf!)

4freedom
00
18.1.2012, 11:53
Mit 9.2 mrd Neuverschuldung baut sie doch das Defizit ab!

Loch auf Loch zu nennt man das. Die Löcher werden immer größer.

LOL wenn es nicht so traurig wäre.

will-alles.at
03
20.10.2011, 08:17

fekter, gestern im radio, vermanschte einkommens und vermoegenssteuer...

wenn sie den unterschied nicht kennt, ist sie fehl am platz. wenn sie ihn kennt und uns nur einlullen will, zeugt das von praepotenz.

oder es liegt beides vor...

Robert Alexander
01
20.10.2011, 07:16
...sklavisch an das Drehbuch....

ist auch besser so. Da steht nämlich sicher nicht "shortly, und wenn ich sage...." drinnen.
Was von einem Zettel vorzulesen bringt diese Frau ohnehin schon an die Grezen ihrer Möglichkeiten. Die Inkompetenz der gesamten Regierungsriege ist in einfach erschütternd.

Doc Steel
03
20.10.2011, 06:59
wenn die sonne tiefsteht, werfen auch zwerge große schatten!

immer wieder interessant welche figuren es in die regierung spült, grasser hatte auch keine ahnung, zumindest aber einige rhetorikkurse besucht.

es ist sehr aussagekräftig wenn eine person wie fekter als "wunderwaffe" der övp fungiert.
null charisma, keine spur einer idee oder anzeichen von veränderungswillen dürften mittlerweile die kernkompetenzen sein.

von der staatssekräterin über volksanwältin und innenministerin zur finanzministerin. was wird da noch kommen?

CentralAI
00
8.12.2011, 14:25
VPSP Karriereschmiede

Sehr richtig, nur die besten ******

http://bit.ly/uHDyNw

fredi 1990
00
20.10.2011, 08:24
hoffendlich bald nach brüssel mit ihr!

so wie den willy! irgenwo unterbringen, dass er versorgt ist und nichts kaputt machen kann!
eine ideallösung wäre: irgendetwas mit einwanderung und integration!

Der Cowboy
04
20.10.2011, 05:05

Jeder Häuslbauer hat von einem Budget mehr Ahnung als hier im Parlament von einem Zettel runtergelesen wurde .
Einfach nicht mehr anzuhören des ganze...grauenvoll!

keep cool1
 
03
20.10.2011, 02:14
Das soll der große Wurf sein? Reformen/Schuldenabbau/Zukunft?

Warum nicht das Defizit
von 3,9 auf 2,0% im Jahr 2012
von 2,0 auf 0,0% im Jahr 2013
und von 0,0% auf Minus 2,0% 2014 usw. senken
und die jeweiligen Einsparungen in Euro durch Reformen bei Früh- und Invaliditätspensionen, Abschaffung der Hacklerregelung, Angleichung Pensionsalters bei Frauen, Verwaltungsvereinfachung, überregionale Schwerpunkt-Krankenhäuser, Reduzierung der Landtage von 9 aus 3 (Ost/West/Süd), Zusammenlegung von Kleingemeinden in größere, leistungsfähigere Kommunen, Reduzierung des Parlaments auf 120 NR, Abschaffung des Bundesrats uvm. dokumentieren?
Ferner wie viele Mrd/Jahr dadurch zusätzlich in wichtige Zukunftsthemen wie Bildung + Kindergärten, Hochschulen. Forschung, grüne Energie etc. investiert werden können? Utopie?

Genowo
00
20.10.2011, 16:48

Wie wär es mit Vermögenssteuer (0,5 % ab 500.000; 0,8 % ab 1.000.000 und 1,2% für Vermögensteile über 2 Mio. )?

Wie wäre es mit erbschaftssteuer?
Transaktionssteuer?

keep cool1
 
01
21.10.2011, 12:30

Progressive Vermögenssteuer, Erbschaftssteuer nach festgelegten Freigrenzen sowie Grundsteuer angepasst auf aktuelle Marktwerte sollten zweckgebunden vor allem den Staats-Schuldenabbau unterstützen. Man muss hier nur aufpassen, dass keine Kapitalflucht in Steueroasen des Auslands erfolgt!
Die geplanten EU-weite Transaktionssteuer muss EU-weit - einschließlich GB erfolgen und möglichst auch die USA einschließen und soll jene Zielgruppe internationaler Spekulanten/Abzocker empfindlich treffen die z.B. computergesteuert Finanz-Rohstoffmärkte mit Derivaten und ungedeckten Leerverkäufen manipulieren und selbst gegen Staaten spekulieren!
Trotzdem braucht es zusätzlich Einsparungen und Reformen wie bereits geschildert!

Genowo
00
21.10.2011, 14:51

Einverstanden!

Doc Steel
05
20.10.2011, 07:03
träumer

erwinI baut sich gerade in mödling, baden, wr. neustadt und neunkirchen neue spitäler.

alle experten meinen, dass hier zuviel gebaut werden und zwei krankenhäuser wirtschaftlich und versorgungstechnisch die vernünftige lösung wäre.

zusammenlegung von gemeinden? nicht mit erwinI

blauwal
 
00
20.10.2011, 01:08
solche leute

derart unfähige leute ins wichtigste ministerium zu entsenden, ist verantwortungslos von övp u.spö. das der vorgänger auch eine absolute fachliche niete war, macht die sache noch schlimmer. da sieht man , wie wurscht denen österreich u. seine bevölkerung ist. nur die dummen össis kapieren das nichgt.

[Cotton]
00
20.10.2011, 00:51
Die Lösung ist ganz einfach

Bei der nächsten NR-Wahl das Kreuz NICHT bei der ÖVP machen. Nur so lassen sich die Tante Mitzis, Strassers, Grassers und ihre Freunderl vermeiden! Dummheit unterstützt dieses Land nicht mehr.

Ingrimm
04
20.10.2011, 00:48

Wird alles kommen. Nicht Studiumgebühren. Endziel ist es, den kompletten Sozialstaat zu privatisieren. Was bisher der Profitgier der Banken entzogen wurde, ist das eigentliche Ziel.

Es geht nicht um Griechenland, Kredite, Ratings oder sonstwas... ist nur Mittel zum Weg. Den Weg des europäischen Sozialstaates zu Fall zu bringen.

Also Dauer-Krise, Neid und Angst säen... und wer gewinnt? Jene, welche die Ratings kontrollieren.

Ist auch einfach. Sage einfach: ne, der muss mehr für Kredite zahlen. Schon wirds ernst. Glaubt einer echt, Österreich würde "abgestuft" und könnte ohne Hilfe die Zinsen bewältigen?

fred_rakete
 
01
20.10.2011, 00:36
fekter ist wie eine schildkröte auf einem pfosten

http://hochmitdenfaeusten.blogspot.com/2011/10/d... osten.html

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