Direktverbindungen müssen nicht ersatzlos auf Hälfte gekürzt werden
Salzburg/Graz - Die derzeit sechs Direktverbindungen Salzburg- Graz müssten nicht ersatzlos auf die Hälfte gekürzt werden, wenn Bund und Länder die Strecke mitfinanzieren. Kurz vor dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember hat die ÖBB einen neuen Vorschlag für die "unrentable" Strecke:
Die nunmehr drei Direktverbindungen sollen am Wochenende mit zusätzlichen Direktzügen aufgestockt werden. Am Freitag würden fünf IC-Züge fahren, am Samstag vier und am Sonntag ebenfalls fünf. Zudem sollen unter der Woche auf Teilstrecken, etwa zwischen Graz und Bischofshofen, Rex-Züge die Strecke insbesondere für Pendler verstärken. Für den ÖBB-Regionalmanager Erich Fercher eine praktikable Lösung, mit der man annähernd wieder auf den Zwei-Stunden-Takt komme. Die Fahrzeit in den Schnellzügen mit einem Umstieg verlängere sich nur um vier Minuten. Da die Strecke "nicht eigenwirtschaftlich fahrbar ist", laufen derzeit Verhandlungen mit den Bundesländern und dem Verkehrsministerium, erklärt ÖBB-Sprecher Rene Zumtobel. 3,2 Millionen Euro würde die abgespeckte Verbindung zwischen der Mozart- und der Murstadt kosten.
Länder sollen sich beteiligen
In Salzburg und der Steiermark wird nun versucht eine möglichst günstige Lösung auszuverhandeln. Mit 300.000 Euro solle sich das Land Salzburg beteiligen, heißt es aus dem Büro von Verkehrsreferent Wilfried Haslauer (ÖVP). Sachlich sei es eine gute Lösung, das Angebot müsse aber noch geprüft werden. In den nächsten 14 Tagen sollen aber bei den Verhandlungen Nägel mit Köpfen gemacht werden.
Auch in der Steiermark befindet sich Verkehrsreferent Gerhard Kurzmann (FPÖ) gerade in Verhandlungen mit Finanzlandesrätin Bettina Vollath (SPÖ). Wenig "euphorisch" zeigt man sich im Büro von Kurzmann über die 700.000 Euro, die die Steiermark beisteuern soll. (Stefanie Ruep, DER STANDARD, Printausgabe, 20.10.2011)