Hintergründe unklar – Betreiber: "könnte zu keinem schlechteren Zeitpunkt kommen"
Erst vor kurzem haben die Entwickler des Social Networks Diaspora einen neuen Spendenaufruf unter den Nutzern gestartet. Diaspora will eine Alternative zu Facebook und Co aufbauen, die den Nutzern mehr Datenschutz und Kontrolle bietet. Doch dem Unternehmen werden Steine in den Weg gelegt: wie die Gründer in einem Blog-Eintrag mitteilen, hat Paypal das Konto gesperrt.
45.000 Dollar gesperrt
Von der Sperre hätten die Betreiber erst erfahren, als sie Geld abheben wollten, erklärt Peter Schurman gegenüber dem Blog Launch. Auf Nachfrage habe Paypal mitgeteilt, dass das Unternehmen eine Gründungsurkunde nachreichen müsse. Dem sei man zwar nachgekommen, doch das Konte sei weiterhin gesperrt geblieben, da Paypal den "Antrag" abgelehnt habe. Die bisher 45.000 US-Dollar aus Spendengeldern sollen nun für 180 Tage gesperrt bleiben. Auch Einzahlungen sind via Paypal nicht mehr möglich.
Hintergründe unklar
Die Hintergründe für die Sperre sind unklar. Laut Schurman könnte es daran liegen, dass das Unternehmen Spendengelder eintreibt, ohne ein kommerzielles Produkt anzubieten. Doch das ist bei anderen Firmen auch der Fall und sei auch keine Voraussetzung für Paypal. Für das Diaspora-Projekt könne es jedenfalls zu keinem schlimmeren Zeitpunkt kommen, in zwei bis drei Wochen soll die Plattform von der Alpha- in die Beta-Phase starten.
Nicht das erste Mal
Es ist nicht das erste Mal, dass Paypal Konten eingefroren hat. Diese Maßnahme wurde auch bereits bei der Enthüllungs-Plattform Wikileaks gesetzt, da diese angeblich die Nutzungsbedingungen verletzte habe. Paypal darf nicht verwendet werden "um illegale Vorgänge anzuregen, zu fördern oder zu erleichtern". Der Payment-Dienst war daraufhin von Aktivisten des Anonymous-Kollektivs attackiert worden. Bei Diaspora kann das aber wohl kaum als Erklärung für die Sperre dienen.
Alternative
Das Spenden via Kreditkarte ist mittlerweile wieder möglich, über das Payment-Startup Stripe. Unterstützern bleibt zudem noch der Micropayment-Dienst Flattr. Der Spendeneingang ist somit gesichert, was für Diaspora aber nicht das Problem löst, dass Paypal das bisher gesammelte Geld nicht herausgibt. Auf Twitter bitten die Betreiber nun alle User, Beschwerde bei Paypal einzulegen und die Freigabe der Konten zu fordern. (br)