Rudas

Auslaufen der Regelung wäre Aus für Studiengebühren

Interview | Katrin Burgstaller, 19. Oktober 2011, 13:42
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    Rudas: "Ich bin es leid, ständig darüber zu diskutieren, wie man den Studierenden das Studium möglichst schwer macht, anstatt sie zu motivieren."

SPÖ-Bundesgeschäftsführerin verweist auf unterschiedliche Rechtsmeinungen und hofft auf eine Lösung mit der ÖVP

Vom Studiengebühren-Gutachten, das Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle am Montag präsentiert hat, zeigt sich Laura Rudas, Bundesgeschäftsführerin der SPÖ, im Interview mit derStandard.at wenig beeindruckt. "Die gängige Rechtsmeinung ist, dass der gleiche Fall eintritt, wie bei der Erbschaftssteuer: "Wenn man das Gesetz nicht verbessert, dann läuft es einfach aus", sagt Rudas. In diesem Fall würde es für niemanden mehr Studiengebühren geben. Dass die Koalition am Studiengebühren-Streit zerbricht, glaubt sie nicht. Töchterle ruft sie auf, eine Idee für ein Stipendiensystem vorzulegen und die Studienbedingungen zu verbessern.

***

derStandard.at: Was sagen Sie zur aktuellen Debatte rund um die Studiengebühren?

Rudas: Das Thema Studiengebühren finde ich müßig, die Universitätspolitik muss mehr liefern als nur die Diskussion um Gebühren. An sich wurde vom Verfassungsgerichtshof die letzte Fassung des Gesetzes aufgehoben und wir verhandeln über Verbesserungsvorschläge. Ich hoffe, dass es hier zu einer Einigung kommt.

derStandard.at: Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle hat ein Gutachten präsentiert, wonach es eine Gesetzeslücke gibt: Die Unis können nach Auslaufen der Regelung autonom Studiengebühren einheben. Wie wird es weitergehen?

Rudas: Zum Gutachten würde ich die Stellungnahme des Verfassungsdienstes abwarten. Es gibt hier unterschiedliche Rechtsmeinungen. Die gängige Rechtsmeinung ist, dass der gleiche Fall eintritt, wie bei der Erbschaftssteuer: Wenn man das Gesetz nicht verbessert, dann läuft es einfach aus.

derStandard.at: Wäre das die Lösung?

Rudas: Dafür bin ich auch nicht, wir haben ja mit gutem Grund Ausnahmeregelungen gehabt, wer sehr wohl Studiengebühren zahlen soll - wie Langzeit-Studierende oder Studenten aus dem Ausland. Ich hoffe, es kommt hier zu einer Einigung. Dass die Uniautonomie auch Gebühreneinhebung beinhaltet, klingt unplausibel. Aber wie gesagt: das Gutachten wird geprüft.

derStandard.at: Sehen Sie die Debatte gelassen?

Rudas: Nein, gelassen sehe ich das nicht. Es regt mich auf, dass wir noch über Studiengebühren diskutieren. Die Studenten gehen auf die Straße, besetzen das Audimax, um auf die die schlechten Studienbedingungen aufmerksam zu machen. In Wirklichkeit sollen wir uns darum kümmern, dass die Universitäten im internationalen Vergleich, in Forschung und Lehre an die Spitze gelangen. Wir müssen auf der einen Seite mehr Geld in die Hand nehmen, aber auch die Universitäten in die Pflicht nehmen, dass sie in der Struktur mehr einsparen. Ich bin es leid, ständig darüber zu diskutieren, wie man den Studierenden das Studium möglichst schwer macht, anstatt sie zu motivieren. Es gibt Länder, wo die Rektoren gemeinsam mit Politikern in die Schulen gehen, um künftige Studenten anzuwerben. Bei uns ist genau das Gegenteil der Fall. Manche Politiker und manche Rektoren vermitteln den Eindruck, sie wollen die Studenten von den Unis fernhalten.

derStandard.at: Für Studenten ist das Leben schwerer geworden: Erst letztes Jahr wurde die Bezugsdauer der Familienbeihilfe auf das Alter von 24 Jahren gekürzt.

Rudas: Im internationalen Vergleich stehen wir immer noch recht gut da. An sich sollte die Familienbeihilfe nicht dazu da sein, jemanden das Studium zu finanzieren, sondern das sollte ein Stipendium machen. Auch hier warten wir auf einen Vorschlag des Wissenschaftsministers, wie man das Stipendiensystem in Österreich verbessern kann. Heute ist es sehr an den Einkommensbegriff gebunden.

derStandard.at: An der Studiengebühren-Diskussion wird die Koalition nicht zerbrechen?

Rudas: Nein! (Katrin Burgstaller, derStandard.at, 19. Oktober 2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 495
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Ravenspower
00
30.10.2011, 00:57
Was hätte wohl der Bruno Kreisky....

... über laura rudas gesagt?
er wäre wohl freiwillig zum FPÖ wähler geworden. *g*

Gobi Todic
00
22.10.2011, 08:09

Eine Gruppe als Sündenbock. "Das hatten wir schonmal"
...
1. Keine neuen Steuern!
2. Das bringt ja alles nichts, die Einhebung kostet mehr als der Betrag ausmacht
3. Die scheuen Studenten sind sofort in einem anderen Land
4. Die Mittelschicht wird schon genug belastet - Stop!
5. StudienSTEUERN belasten den Standort Österreich.
6. Wir brauchen, bevor wir über höhere Steuern reden einen effizienteren Staat. Ohne Verwaltungsreform keine neuen Steuern!

/ Reichenschutzmodus für Studenten 1.0 aus

Reservenick 12 von 25
00
21.10.2011, 21:28
Rezept zur Entsorgung roter Emporkömmlinge:

Bitte gleicht ihre Diplomarbeit einmal mit Google ab .....

Asylwiener
34
21.10.2011, 01:49
Studenten können sich die Gebühren nicht leisten (?)

Ich konnte mir meine Wohnung auch nicht leisten, daher habe ich einen Kredit aufgenommen.

Ich konnte mir auch mein Auto nicht leisten, daher habe ich auch hier eine Finanzierung planen müssen

Meinen Urlaub im Sommer konnte ich mir eig auch nicht so aus der Tasche leisten, daher musste ich eine Zeit lang sparen.

All diese Dinge - die wesentlich mehr Kosten als 6 oder 8 x 500 Euro - sind mir wichtig, tragen zu meinem Lebensstandard und Selbstverständnis bei. Daher habe ich in der Finanzierung Umwege auf mich genommen.

Da ich Bildung&Studium ähnlich einordne sehe ich nicht ganz das Problem dafür auch zu zahlen. Andere Leute mögen dass vielleicht anderes sehen, aber vielleicht würde eine höhere Bewertung des Studiums den Unis gut tun

Gobi Todic
00
22.10.2011, 08:11

auch deine matura hat zu deinem lebensstandard beigetragen - bitte nachträglich 4000 euro überweisen.

volksschule und hauptschule ebenso - fürs gymnasium würd ich jetzt aber nochmal einen 100er pro monat aufschlagen.

Asylwiener
00
22.10.2011, 21:17

meine schule war kostenpflichtig.

Gobi Todic
00
23.10.2011, 10:34

na dann hast DU eh kein problem mit einer freiwilligen sonderzahlung. ich aber schon.

Finn McCool
00
21.10.2011, 17:40

Noch viel wertvoller als Bildung und Studium ist ja zweifelsohne Gesundheit. Müßte demnach nicht auch jeder selbst für Arztbesuche, Medikamente u. dgl. bezahlen?

Oder die Atemluft: unendlich kostbar. Ist eigentlich nicht einzusehen, warum die gratis sein soll. "Was nix kost', ist auch nix wert" lautet doch das Credo der ÖVP.

Asylwiener
00
22.10.2011, 21:23

1) Ja. Stimmt. Deswegen Selbstbehalt. Da man sich höhere Summen wie zB bei OPs oft nicht leisten kann schliesst man sich in Gruppen zusammen die in einen gemeinsamen Topf einzahlen und hoffen dass nur wenige wirklich das Geld brauchen. Unter dem Titel Versicherung bekannt.

2) Warum Luft gratis sein soll? Weil hier keine Kosten "in Herstellung und Erhalt" entstehen.

Wenn wir jetzt jedoch von Luft einer bestimmten Temperatur (warm zB) sprechen werden sie sich vielleicht erinnern von der Fernwärme Wien schon die eine oder andere Rechnung für "Luft" bekommen zu haben. Und das ist nur Heizung, nicht einmal die viel wichtigere Atemluft. Selbes bitte auch für Wasser (70% Ihres Körpers) zu extrapolieren.

cantanto
31
20.10.2011, 20:53
Laura - just shut up...

... damit die SPÖ nicht unter 20% fällt!

baneck08
02
21.10.2011, 01:11

ganz ruhig, Kickl ...

Ana Nymus
00
20.10.2011, 14:55

Das Problem sind nicht die Studiengebühren... Man kann Studiengebühren einheben, wenn man ein anständiges Stipendiensystem hat. Das ist hier aber nicht der Fall! Mal davon abgesehen, werden Studiengebühren aus den österreichischen Universitäten keine Elite-Unis machen. Der grosse Unterschied zwischen den sogenannten Elite-Unis und unseren ist das sie wie Unternehmen organisiert und geführt werden. Die Finanzierung schaut meistens so aus: Ein Viertel kommt aus der öffentlichen Hand, ein knappes Viertel aus den Studiengebühren, ein gutes Viertel kommt aus aquirierten Forschungsgeldern und Verträgen und der Rest kommt aus StartUps, Joint Ventures und Services.

Klimagott himself
10
20.10.2011, 14:47

pfeif doch drauf was sie labert. sie ist politiker (soll heißen, viel nlp, wenig kompetenz, 0 inhalt).
ich find sie attraktiv. hätt ich keine freundin würd ich mit ihr ausgehen wollen :o)

skip it
10
20.10.2011, 15:44
was sagt ihr ophtalmologe eigentlich zu ihnen?...

cybercon
 
11
20.10.2011, 13:39
Als wenn sogar Heinz Mayer,

der ja i.A. als Gefälligkeitsgutachter der SPÖ in Erscheinung tritt, der Meinung ist, die Unis könnten ab März Autonomie-Beiträge selbst einheben, sehe ich für die Bestrebungen der Langzeitstudentin schwarz.
Gratulation übrigens an Prof. Töchterle - ausgefuchste Aktion!

curieux
00
21.10.2011, 08:26
de gustibus non est disputandum

Kriti Kaster
00
20.10.2011, 13:37
Was lernen wir daraus?

Der eine Gutachter kriegt sein Honorar vom Auftraggeber, der andere kriegt sein Gehalt vom Auftraggeber.

Ravenspower
10
20.10.2011, 13:30
Sollte die Laura mal aus der Politik ausscheiden....

.... bitte ich sie schnellstens einen flug nach kalifornien zu buchen und dort der VIVID entertainment LLC einen besuch abzustatten. ansprechpartner dort wäre mr. steven hirsch!
;)

künstlername wurde bereits vorgemerkt. "Lauretta Austria".

vokuhilaman
11
20.10.2011, 13:11
Laura Rudas -

der personelle Offenbarungseid der Sozialdemokratischen Partei Österreichs hat gesprochen. Hört! Hört!

Töchtersöhne
12
20.10.2011, 13:06
Hochschulzugang

Bei einer Drop-out-Rate von rund 50 % ist der Beweis erbracht, dass viele Studierende fehl am Platz sind.

Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen sind unverzichtbar.

gletschermandl
21
20.10.2011, 12:50

fesch schauts aus auf dem foto.

Kiste
00
20.10.2011, 15:29
So einfach ist das?

Durch fehlende Studiengebühren bekommt man Lust aufs Studieren?

Ben Ohm
00
20.10.2011, 14:11

na ja, geht so.

I would prefer not to
28
20.10.2011, 12:07

Ich frage mich ernsthaft, warum die ÖVP Studiengebühren will?

Geld bringt's dem Staat nicht, die Unis werden dadurch nicht besser, Provisionen mitschneiden kann auch keiner.

Also warum?
Bleibt nur ein Grund.
Die SPÖ ist dagegen.
Für die ÖVP Grund genug.

Und außerdem kann man das ja mal "eintauschen".

"OK. Keine Gebühren, dafür auch keine Steuern für Millionäre".

Hans Funkelfels
00
20.10.2011, 13:15

Fehlt nur noch, dass aus der Bildungsmilliarde eine Millionärsmilliarde wird.

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