GeldStandard

Mit Dividenden zum Anlagekaiser

Reinhard Krémer , 19. Oktober 2011, 17:13
  • Artikelbild
    foto: apa/georg hochmuth

    Bei dividendenstarken Aktien können Anleger die Hand auf- halten.

Heimische Unternehmen bringen ihren Anlegern mittlerweile schöne Ausschüttungen. Die Aussicht auf eine stabile Dividende ist laut Analysten gut

Heimische Unternehmen bringen ihren Anlegern mittlerweile schöne Ausschüttungen. Die Aussicht auf eine stabile Dividende ist laut Analysten gut. Zudem locken jetzt auch die Kursgewinne.

***

Österreichische Aktien knausern mit der Dividende. So hieß es noch in den 90er-Jahren des vorigen Jahrhunderts. Das hat sich inzwischen aber gründlich geändert.

Denn wer sich die Dividendenrendite der Titel an der Wiener Börse etwas genauer anschaut, kommt auf respektable und für Anleger interessante Ergebnisse: So bringt die skandalgebeutelte Telekom Austria, bezogen auf den aktuellen Kurs und die letzte Dividendenausschüttung, eine Rendite von 7,65 Prozent. Die Österreichische Post, einst als fades Unternehmen aus dem staatlichen Bereich verschrien, erfreut Anleger mit 6,6 Prozent Dividendenrendite - wer will da sein Geld noch am Sparbuch bei mageren zweieinhalb Prozent Ertrag versauern lassen? Raiffeisen Bank International und Semperit locken mit mehr als drei Prozent und die OMV mit fast dreieinhalb Prozent.

Zwar kassiert der Fiskus von der Dividende noch knackige 25 Prozent Kapitalertragssteuer, doch die Aktien an der Wiener Börse wurden von der Krise hart getroffen, und so lockt zusätzlich auch die Chance auf satte Kursgewinne.

Diese Dividendenentwicklung rief auch die Arbeiterkammer (AK) nach einer Studie von mehr als 700 führenden Unternehmen auf den Plan: Es dürfe nicht sein, dass die Unternehmen lieber die Aktionäre abkassieren lassen, statt in Beschäftigung zu investieren, wetterte AK-Präsident Herbert Tumpel. Fast der ganze Jahresüberschuss, nämlich 85 Prozent, floss heuer in die Taschen der Aktionäre oder wurde an die Muttergesellschaften weitergegeben.

Die Wiener Börse hingegen nützt den Trend: Sie berechnet und veröffentlicht die sogenannten "Top Dividend Indizes" für den ATX, CECE-Index und den CEESEG Traded Index. Alle drei Indizes setzen sich aus den zehn Werten mit der höchsten Dividendenrendite aus dem jeweils zugrunde liegenden Index zusammen. Damit will die Wiener Börse Investoren, die gerade in Zeiten niedriger Anleihenzinsen und volatilem Marktumfeld auf umfassende Dividendenstrategien Wert legen, eine neue Investitionsmöglichkeit in diese Indizes bieten. Die Gesamtkapitalisierung aller zehn Aktien in dem Index beträgt knapp 14 Milliarden Euro.

Die Aussichten, dass das hohe Niveau bei den Dividendenzahlungen hält, sind nicht schlecht:

- OMV: "Mit einem neuen Chef, der die Strategie überarbeitet, könnte der Investmentcase für die Aktien nun klarer werden", sagt Analyst Jon Rigby von der UBS etwa über die OMV. "Es besteht erheblich Platz nach oben."

- Telekom Austria: Bei der Telekom Austria erhöhte JP-Morgan-Analyst Hannes Wittig das Kursziel von 9,5 auf 12,5 Euro. Die Empfehlung lag bei "Übergewichten"; die Einschätzung der Aktie hält bei "Outperform".

- Post: Und bei der Post türmen sich Kaufempfehlungen: Allein heuer gibt es mehr als ein Dutzend positiver Berichte namhafter Analysten von Morgan Stanley bis zu Macquarie. Das Unternehmen selbst rechnet heuer mit einem Umsatzwachstum von bis zu drei Prozent. Die Experten haben daher fast durch die Bank ihre Schätzungen für die Dividenden der Post angehoben - und zwar auf 1,65 Euro pro Aktie für dieses Jahr und 1,70 bzw. 1,75 Euro für die Geschäftsjahre 2012 und 2013.

Reinvestieren erhöht Gewinn

Das Investmenthaus Fidelity rät zur Reinvestition von Dividenden: Damit könne man den Gesamtertrag vervielfachen. Analysiert man die Entwicklung von Aktien mit hoher Dividendenrendite seit 1992, zeigt sich, dass dividendenstarke Titel auch eine bessere Wertentwicklung verzeichneten als jene mit niedriger Dividendenrendite. Schon eine einfache Zinseszinsrechnung zeigt das Potenzial: Wer mit Post-Aktien jährlich netto fünf Prozent Dividende einstreift, hat mit dem Zinseszinseffekt nach fünf Jahren knapp 6400 Euro im Börsel. Da ist ein Kursanstieg noch nicht eingerechnet. (Reinhard Krémer, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.10.2011)

JOSHIK
00
19.10.2011, 20:49
Tag der Rubel-Wahrheit für Velcom bzw. Telekom Austria

Am Donnerstag, den 20. Oktober 2001 (10 Uhr, Minsk) wird der (sogenannte) "offizielle Kurs" des (nichtkonvertiblen) weißrussischen Rubel (BYR) ERSTMALS in einer einzigen Trading-Session fixiert.
Ohne Intervention der Nationalbank bzw. indirekte Interventionen durch staatliche Banken wird eine weitere Einmal-Abwertung von zumindest 40 Prozent erwartet.
Bis dato gab es neben dem staatlich regulierten 'offiziellen Kurs' der Nationalbank einen tagesaktuellen OTC-Wechselkurs, der in einer zusätzlichen (täglichen) Trading-Session fixiert wurde. Differenz: rund 40 Prozent
Welchen BYR/Euro-Kurs die TA in ihrer Halbjahresbilanz für die weißrussische 100%-Tochter Velcom tatsächlich eingepreist hat, war bislang ein Geheimnis.

JOSHIK
00
20.10.2011, 13:07
20 Oktober: Weißrussischer Rubel um 50 Prozent gegenüber Euro abgewertet

During the day, the national currency has devalued by 51.96% against the dollar (YTD - by 189.33%), against the euro - by 50.77% (199.55%), the Russian ruble - by 49.97% (181.39%).

Fazit: Seit Jahresbeginn 2011 beträgt die Abwertung des weißrussischen Rubel gegenüber dem Euro rund 190 Prozent.

Standard Leser4
 
00
20.10.2011, 13:41
Geehrter Joshik, Gut fuer Sie muessen Sie Ihre EUROs nicht mehr am Markt schwarz wechseln.

Na dann ist alles klar. Am Jahresanfang war der Rubel bei 4 000 zum EUR heute 11900, da er gestern noch 12160 war ist er ueber Nacht mehr Wert. Aber Ironie beiseite, was hat d mit d Velcom zu tun? Ja die Import Mercedes kosten jetzt 3x so viel auch der Franz Wein u Kaese, oder d Kaffe aus Italien. Aber d Autobustucket kostet noch immer 750 Rubel u der Liter Benzin 95 ist 5.400 Rubel sowie d Packerl Zigeretten ca 5000, also 7 cents, 50 cents oder 45 cents fuer die Auslaendischen Zigaretten.
Leider werden die Geschaefte in Grenznaehe dadurch am Samstag Sonntag fast leergekauft, die Auslaendischen Schnaeppchenjaeger sind unterwegs und unterstuetzen die Velcom mit Anrufen nach Russland u Polen: Privet, frag Babuschka ob ich Kaese kaufen .

Standard Leser4
 
00
20.10.2011, 12:54
Ihre Vorausgesagten 6,50 Euro sind bisher aber nicht eingetreten.

MUNDI BURLI
00
19.10.2011, 23:32
Tag der Wahrheit. 20. Oktober 2001?

Wie schnell 10 Jahr vergehn.
Freundschaft.

JOSHIK
00
20.10.2011, 01:25
Danke für Ihre Aufmerksamkeit, MUNDI BURLI

Korrektur des obigen Postings:

Am Donnerstag, den 20. Oktober 2011 (10 Uhr, Minsk) = HEUTE wird der (sogenannte) "offizielle Kurs" des (nichtkonvertiblen) weißrussischen Rubel (BYR) ERSTMALS in einer einzigen Trading-Session fixiert.

PS. 10 Uhr Minsk = 9 Uhr Wien

Standard Leser4
 
00
20.10.2011, 13:01

Da die Velcom keine Importgesellschaft ist und nur etwaige Gewinntransfers mit den BYRubel Kurs etwas zu tun haben, wird sich der Schaden in Grenzen halten. Statt 50 Mill werden halt "nur" 30 Mill Euro nach Oesterr kommen. Was noch immer eine Verzinsung des eingesetzten Kapitals von 4 % entspricht. Nicht schlecht fuer eine Zukunftsinvestition auf dem Russischen Freihandelsmarkt.
Aber das sieht Joshik der in seiner billigen Wohnung in Belarus sitzt und veraergert ist d er mit den Telekom Aktien nicht den grossen Erfolg hatte, sicherlich ganz anders.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.