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Die türkische PKK und die Kurden-Region im Nordirak

19. Oktober 2011, 12:08

Rund 45.000 Tote im Kurden-Konflikt seit 1984

Ankara/Wien - Bei einem der schwersten PKK-Angriffe seit Jahren haben kurdische Kämpfer in der Türkei mindestens 26 türkische Soldaten und Polizisten getötet. Die türkischen Streitkräfte reagierten mit Bombenangriffen auf angebliche PKK-Einrichtungen im Irak. Nachfolgend Angaben zur türkischen PKK und der autonomen Kurden-Region im Irak:

- Die "Arbeiterpartei Kurdistans" (PKK) wurde 1978 in der Türkei gegründet und begann 1984 mit ihrem bewaffneten Untergrundkampf für ein unabhängiges Kurdistan vor allem im Südosten der Türkei und auch den kurdischen Gebieten in den angrenzenden Staaten Syrien, Iran und Irak. Die PKK, die immer auch unter türkischen Kurden im westeuropäischen Ausland in Form von militanten Gruppen aktiv war, wurde bis zu dessen Festnahme 1999 maßgeblich von Abdullah Öcalan geprägt. Öcalan war vom türkischen Geheimdienst aus Kenia entführt und von einem Staatssicherheitsgericht zum Tod verurteilt worden. Sein Todesurteil wurde nach Abschaffung der Todesstrafe in lebenslange Haft umgewandelt.

Öcalan hatte nach seiner Festnahme 1999 den bewaffneten Kampf der Gruppe für beendet erklärt. Mitte 2004 kündigte die PKK jedoch den Waffenstillstand auf.

- Der bewaffnete Kampf der kurdischen Separatisten in der Türkei hat seit 1984 auf beiden Seiten rund 45.000 Menschenleben gekostet. Im Visier der PKK-Rebellen war in der Südosttürkei vor allem Vertreter der türkischen Staatsmacht wie Polizisten und Soldaten, doch auch eine große Zahl von Zivilisten bezahlte in dem jahrzehntelangen Guerilla-Krieg mit dem Leben.

- Im Irak stellen die Kurden rund ein Fünftel der Bevölkerung. Sie leben vor allem im gebirgigen Norden. Höhere kurdische Bevölkerungsanteile gibt es auch in den direkt angrenzenden Gebieten in den Nachbarstaaten Türkei, Iran und Syrien.

- Schätzungsweise 2.000 Kämpfer der türkischen PKK sollen sich laut Ankara in den Bergen im Nordirak versteckt halten. Von dort aus unternahmen sie in den vergangenen Jahren immer wieder Anschläge und Angriffe auf Ziele in der Türkei, vor allem gegen türkische Militärpatrouillen. Mehrfach hat die türkische Armee durch Luftschläge auf nordirakische PKK-Verstecke auf die Rebellenangriffe reagiert. Die USA befürchteten, die türkischen Militäreinsätze könnten den Irak weiter destabilisieren.

- Die Europäische Union, die USA und die Türkei betrachten die PKK als terroristische Organisation. In Deutschland und Frankreich ist die Gruppe verboten, in Österreich nicht. Hier sind sind türkische Kurden in diversen Vereinen organisiert, meist firmieren diese als Kulturvereine. Im Milieu ist bekannt, dass die PKK im Ausland Strukturen mit regionalen Zuständigkeiten unterhält und dass auch "Schutzgelder" eingehoben werden.

- Neben Angriffen der PKK-Kämpfer vom Irak aus fürchtet die Regierung in Ankara auch die Entstehung eines kurdischen Staates in unmittelbarer Nachbarschaft, der das Streben der Kurden in der Türkei nach Unabhängigkeit verstärken könnte. Die irakischen Kurden genießen eine großzügige regionale Autonomie unter Führung von Massoud Barzani, die auch der Regierung in Bagdad Probleme bereitet. Die kurdische Regionalregierung zeigt der irakischen Zentralregierung immer wieder, dass sie der eigentliche Herr im Haus ist. Barzanis kurdischer Gegenspieler Jalal Talabani ist gesamt-irakischer Präsident.

Nach wiederholten türkischen Luftangriffen auf Kämpfer der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) im Nordirak hatte die Regierungspartei der autonomen Kurdenregion im Irak die Rebellen zum Gewaltverzicht aufgerufen. Die PKK müsse ihre Waffen niederlegen und "einen zivilen und parlamentarischen Kampf in der Türkei" aufnehmen, sagte der Vize-Chef der Demokratischen Partei Kurdistans (KDP), Neshirvan Barzani, Neffe von Massoud Barzani, Ende August. Barzani rief auch die Partei für freies Leben in Kurdistan (PJAK) auf, "ihren bewaffneten Kampf aufzugeben und ihre Waffen niederzulegen". Die Regierung in Ankara müsse ihrerseits "eine Politik der Offenheit und Demokratie" verfolgen.

- Seit der US-geführten Invasion in den Irak und dem Sturz Saddams 2003 ist der Norden im Vergleich zum Rest des Landes anfangs weitgehend von Gewalt verschont geblieben. Viele Iraker unterschiedlicher Volksgruppen haben deshalb dort Zuflucht gesucht. In der Vergangenheit kam es jedoch auch in der Kurden-Region in immer stärkerem Maße zu Anschlägen. Zielscheibe wurden wiederholte irakische Christen und auch deren Geistliche.

- Mittlerweile tritt die türkische PKK unter verschiedenen Namen auf - von 2002 an als KADEK (Freiheits- und Demokratiekongress Kurdistans) oder seit 2003 als KONGRA GEL (Volkskongress Kurdistans).

- Seit August 2003 treten in der Türkei die "Freiheitsfalken Kurdistans" (TAK) in Erscheinung, die sich zu mehreren Anschlägen bekennen und weitere Aktionen ankündigen, so lange die "Angriffe auf das unterdrückte kurdische Volk" nicht eingestellt würden. Die Freiheitsfalken Kurdistans (Teyrebazen Azadiya Kurdistan) sind eine Splittergruppe der PKK. Nach türkischen Angaben wird die TAK von der PKK benutzt - besonders dann, wenn es bei Anschlägen zu zivilen Opfern kommt. Laut PKK liegt die Splittergruppe außerhalb ihrer Kontrolle. Auch die TAK steht mittlerweile nach offiziellen Angaben auf der Terrorliste der USA. (APA)

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14 Postings
hart_aber_fair
23
19.10.2011, 14:24

wie wärs mit einem stichwort "türkische minderheitenpolitik seit der staatsgründung bis heute...". danach würden viele menschen die pkk anders sehen, so wie die menschen in europa die pkk gesehen haben, bevor die rtl-gruppe und andere die pkk schlicht als terrororganisation dargestellt haben.

capricorno
35
19.10.2011, 13:15
Frappante Parallelen zur Vergangenheit

Mich erinnert das Verhalten der Türkei gegenüber den Kurden sehr an die Ereignisse in den Jahren 1915/16, als sie das Genozid an den Armeniern begannen. Die Reaktion des türkischen Präsidenten erinnert an die Wortwahl der Politiker von damals.

Pendolino
42
19.10.2011, 14:50

demnach müssen sie schon über 100 jahre alt sein, sie kasperl!!

dh, die armenier haben nach ihrer logik die türken angegriffen und sie haben sich nur verteidigt...somit war es nur selbstverteidigung!

capricorno
23
19.10.2011, 15:22
Pendolino

lernen Sie Geschichte, sage ich mit Bruno Kreisky. Ich bin zwar noch nicht 100 Jahre, habe aber ein großes Interesse für Geschichte, insbesondere an dem 1. Genozid der Geschichte. Kaufen Sie sich die DVD "Das Haus der Lerchen" (auch im NDR ausgesendet) und Sie werden von Ihrem Irrtum gründlich geheilt sein.

Interrupt
21
19.10.2011, 16:35
der LEUCHTTURM hat auch vieles zu bieten was als Wahrheit verkauft wird

Pendolino
32
19.10.2011, 16:32

einen blödsin haben sie gemacht. sie haben wahrscheinlich noch kein einziges buch aus den archiven zu diesem thema ausser die propagandabücher der armenier oder engländer gelesen. lernen sie mal geschichte und wiederholen sie nicht die propaganda und lügen der armenier. die pkk (nicht die kurden) greift die türkei aus dem nordirak an und da hat jedes land das recht sich zu verteidigen. die usa ist dafür sogar auf die andere seite der weltkugel gereist um seine feinde zu töten.

Gurben Gurben
00
20.10.2011, 10:40

und wen greift die türkei an ?

capricorno
22
19.10.2011, 16:57
Pendolino

dazu kann ich nur eines sagen: Hören/lesen Sie keine Nachrichten? Barack Obama und Nicola Sarkozy haben erst vor kurzem die Türkei dringend aufgefordert, endlich - nach fast 100 Jahren - den Völkermord an den Armeniern zuzugeben und sich öffentlich zu entschuldigen! Und auch die EU sieht - neben anderen Gründen - deshalb keine Chance für eine Aufnahme der Türkei.

Gurben Gurben
10
20.10.2011, 10:41

die franzosen haben in algerien einen völkermord begangen... solange sarkozy schwachstelle sich dazu nicht äussert hat er auch über die türkei nichts zu sagen....

Gurben Gurben
00
20.10.2011, 10:39

sarkozy und obama haben gesagt....
und was sind das ?
die letzte instanz auf der welt oder historiker ?

Sahin's Zahnlücke
00
19.10.2011, 23:47

Die Türkei kann es ja auch wie die Schweizer oder Franzosen machen, eine Abstimmung im Parlament organisieren.

Samuel Himmelberg
00
20.10.2011, 07:41

. . . aber abstimmem dürfen nur die türkischen Türken

Sahin's Zahnlücke
00
20.10.2011, 18:58

Abstimmen dürfen alle Parlamentsabgeordnete. In Frankreich oder Schweiz hat das ja auch funktioniert.

Flamara
00
23.10.2011, 02:23

Was für eine unnötige Politisierung. Warum lässt man nicht einfach Historiker entscheiden? Parlamente die darüber entscheiden ob die Türkei einen Völkermord verübt hat oder nicht... großartig wirklich. Sicher haben alle Parlamentarier Geschichte studiert und sich auf den Völkermord an den Armeniern spezialisiert. Allein da sollte es schon auffallen, dass es bloße Propaganda ist.

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