Organtransplantationen

Krisen lassen Transplantations-Raten sinken

19. Oktober 2011, 12:00

EU: Transplantationsraten gehen in Griechenland, Irland und Portugal bereits zurück

Brüssel - Organtransplantationen retten in Europa jährlich tausenden Menschen das Leben. Doch die Wirtschafts- und die Euro-Krise gefährdet selbst diesen lebenswichtigen Bereich des Gesundheitswesen. "Wir sehen bereits jetzt, dass in Ländern wie Griechenland, Irland und Portugal die Transplantationsraten herunter gehen", warnte am Dienstag bei einem EU-Medienseminar in Brüssel zu diesem Thema die Chefin des Direktorats für Gesundheit und Konsumenten, Paola Testori Coggi.

Die kurzsichtige Vorgangsweise von Staaten in finanzieller Klemme bzw. von Ländern mit restriktiven Sparpaketen - speziell im Gesundheitswesen - ist wirtschaftlich unsinnig, so Paola Testori Coggi: "Es ist unsere Meinung, dass das Transplantationswesen auch in einer Zeit der ökonomischen Krise nicht leiden darf." Kommenden Samstag (22. Oktober) findet der Europäische Tag für Organspende statt.

Nicht bei Transplantationen sparen

Für die Kosteneffektivität von Transplantationen sprächen harte Zahlen aus Spanien. Die EU-Vertreterin: "Die Daten belegen beispielsweise, dass eine Jahr Dialyse bei chronischem Nierenversagen rund 50.000 Euro kostet. Eine Nierentransplantation kostet auch 50.000 Euro. Aber nach einem Jahr sind die Kosten damit bezahlt."

Die EU will alle Mitgliedsstaaten dazu bringen, gerade hier nicht zu sparen. Paola Testori Coggi: "Wir werden unsere Mitgliedsstaaten aktiv befragen, wie sie das Transplantationswesen auf nationaler Ebene organisieren. Wir können auf diesem Gebiet nicht in nationale Gesetzgebung eingreifen. Aber die EU hat beispielsweise einen Rahmen für Sicherheit und Qualität des Transplantationswesens geschaffen. Darüber hinaus fördern wir den Austausch zwischen Experten aus Staaten, in denen das System hoch entwickelt ist, mit Fachleuten anderer Länder." (APA)

schwarzkrähe
00
20.10.2011, 09:28
Mobilität in der Krise

eh klar, wenn sich keiner Motorradfahren leisten kann, woher sollen dann die Organe kommen?

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