Verpflanzung von Organen

Organtransplantationen: Österreich im Spitzenfeld

19. Oktober 2011, 11:17
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    foto: ap/aou careggi hospital

    Das größte Problem ist die Spenderorgan-Aufbringung.

Transplantationen steigern in vielen Fällen die Lebenserwartung drastisch - Das größte Problem ist die Spenderorgan-Aufbringung

Brüssel - Kommenden Samstag (22. Oktober) findet der Europäische Tag für Organspende statt. Patienten mit durch die Verpflanzung von Organen behebbaren Erkrankungen haben in Österreich im Vergleich zu anderen Staaten gute Chancen. 2007 war Österreich beispielsweise an der Spitze unter 25 Ländern, was die Anmeldung von Kranken für Transplantationen betraf, berichtete Axel Rahmel, Kardiologe und Spezialist von Eurotransplant bei einem EU-Workshop zu diesem Thema. Eurotransplant (Benelux-Staaten, Österreich, Deutschland, Slowenien und Kroatien) fungiert als Kooperationsplattform - auch für den Austausch von Spenderorganen - beobachtet und analysiert die Situation. 

Nieren- vor Lebertransplantationen

Das größte Problem ist die Spenderorgan-Aufbringung: Immer mehr Schwerstkranke benötigen Organtransplantationen, doch die Spenderraten in Europa gehen zurück. 56.000 Betroffene befinden sich derzeit in der EU auf Wartelisten. Zehn Prozent davon sterben jährlich, bevor eine rettende Operation erfolgen kann. Im Durchschnitt wurden in der EU im vergangenen Jahr 15,7 Organspenden pro Million Einwohner aufgebracht (9.262 Spender).

Im Vorjahr wurden in der EU rund 18.200 Nierentransplantationen, 6.600 Lebertransplantationen, knapp 2.000 Verpflanzungen von Spenderherzen, 1.500 Lungentransplantationen, 770 Bauchspeicheldrüsen und rund 50 Übertragungen von Teilen des Darms durchgeführt.

Österreich im Spitzenfeld

Die höchste Organspenderate in der EU im Jahr 2010 hatte Spanien mit 32 pro Million Einwohner vor Kroatien mit 30,7 und Portugal mit 30,2. Österreich lag im Jahr 2010 mit 23,3 Organspenden von Gehirntoten an fünfter Stelle. Am Ende der Liste waren Bulgarien (2,7 pro Million Einwohner) und Rumänien (3,3). Auch Länder wie Deutschland (15,8/Mill. Einwohner) und Großbritannien (16,4) schneiden relativ schlecht ab. Im Jahr 2007 war Österreich unter 25 europäischen Staaten mit mehr als 90 für Transplantationen vorgesehenen Patienten pro Million Einwohner an der Spitze. 

Die positive Lage in Österreich ist auf die Widerspruchsregelung zurückzuführen: Jede Person, die nicht zu Lebzeiten ausdrücklich Widerspruch dagegen eingelegt hat, kommt als potentieller Organspender in Frage. Daher ist die Anzahl an Transplantationen relativ hoch. In Ländern, in denen die verschiedene Varianten der Zustimmungslösung vertreten werden, sind die Wartelisten für Spenderorgane lange.

Rahmel: "Es zeigt sich immer wieder. Wer ein hohes Spenderorganaufkommen hat, hat auch hohe Transplantationsraten bzw. viele Patienten, die dafür vorgesehen sind. (...) Aber jeden Tag sterben in Europa zumindest zehn Menschen auf der Warteliste. Und wir sehen da nur die Spitze des Eisberges."

Lebenserwartung steigt drastisch

Dabei ist längst belegt, dass Organtransplantationen nicht nur die Lebensqualität dramatisch verbessern können, sondern in vielen Fällen die Lebenserwartung drastisch steigern. Auch dort, wo es Alternativ-Therapien zur Organtransplantation gibt, bei chronischem Nierenversagen, ist eine Organverpflanzung die optimale Strategie: Bei Dialyse leben nach einem Jahr noch 78 Prozent der Betroffenen, nach fünf Jahren sind es nur noch 32 Prozent. Hier rettet die Transplantation mit der Zeit immer mehr Menschen. Rahmel: "Ein 60-jähriger Diabetiker mit Nierenversagen hat eine Lebenserwartung von vier Jahren. Bekommt er eine neue Niere, steigt sie auf neun Jahre. Ein 20-jähriger Zuckerkranker mit Nierenversagen hat eine Lebenserwartung von neun Jahren. Sie steigt mit einem Spenderorgan auf 16 Jahre." (APA/red)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 38
1 2
Weltfremd ?
00
11.12.2011, 15:03
Ich halte die Regelung in Österreich

eigentlich für eine Zumutung. Das medizinische Wissen ist begrenzt, weshalb der Zeitpinkt des Todes nicht exakt bestimmt werden kann. Da in Österreich erst Einspruch erhoben werden muss, um nicht unfreiwillig als Organspender genutzt zu werden, betrachte ich die Regelung als Eingriff in die persönliche Freiheit.
Mir fehlt überhaupt die bewusste Entscheidung der Bürger zu den als verienbart geltenden Regeln. So wäre es sinnvoll, am Ende der Schulpflicht, diese zu vermitteln und speziell auch auf die Erwartungshaltung des Staates in vielen Aspekten hinzuweisen. Die Staatbürgerkunde, die mir in der Schule vermittelt wurde, hat diesbezüglich nicht einmal die geringsten Anforderungen erfüllt.

pepe123
40
20.10.2011, 07:08
spitzenFeld

das ich nicht Lache und wieviel Fehler werden gemacht falsches Bein weg usw

Mat Schub
11
20.10.2011, 11:51
Bei Nieren ist es egal ob links oder rechts...

Beide produzieren Urin.
Die Fehler in Prozent sind verschwindend klein, wenn man nachdenkt wieviel operiert wird. Nur hier sind die Fehler leider fatal.
Sie arbeiten wahrscheinlich irgendwo in einem Büro. Da kann man am Abend das Licht ausmachen und die Probleme sind verschwunden und es wurde keiner verletzt wenn sie einen Fehler machen.
Ich bin froh, daß es noch Leute gibt die in der heutigen Zeit noch diese Verantwortung auf sich nehmen und trotz der massiven Belastung Menschen wie Sie und mich retten und Ihr Bestes dafür geben.
Es ist leicht zu kritisieren. Ich hoffe Sie werden nie ernsthaft krank.

Shannon1
00
19.10.2011, 19:34
Handschuhe

Sehe ich recht? Die beiden Ärzte im Vordergrund ohne Handschuhe?

mag man eben
00
22.10.2011, 06:39

schaut aber mehr nach stift als skalpell aus ;)
aber richtig - keine handschuhe, klassisches stock-photo ;)

pepe123
00
20.10.2011, 07:09

ich sehe auch schlecht stimmt keine handSchuhe

Friedrich der Große
51
19.10.2011, 16:06
Spanien und Portugal im Spitzenfeld

Das hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass Spanien und Portugal die EU dabei abkassieren (wie auch schon in anderen Fällen); nachdem die Spanien rd. 700.000 Wohnungen mit EU-Förderungen errichtet wurden und nun leerstehen, kann ich mir auch gut vorstellen, dass sie auch Toten Organe verpflanzen, dass sie die Förderungen erhalten

Emilix
00
19.10.2011, 20:33
Nicht nur Spanien und Portugal....

Erzsébet Lucas
25
19.10.2011, 15:01

ein wichtiges Detail fehlt: in Ö gilt - im Gegensatz zu den meisten anderen EU_Staaten - die sogenannte Widerspruchsregelung:

d.h. jeder, der in Ö stirbt, ist grundsätzlich Organspender außer er/ sie hat sich zu Lebzeiten in die Widerspruchsliste der österreich. Gesundheitsagentur eitragen lassen.

Deshalb finde ich es auch immer wieder befremdlich, wenn Transplantationsmediziner in österreich über zu geringes Spenderaufkommen klagen...
Vielleicht könnte man ja die Helmpflicht wieder abschaffen...

Mr. T himself
01
20.10.2011, 10:19
artikel nicht gelesen?!

"Die positive Lage in Österreich ist auf die Widerspruchsregelung zurückzuführen: Jede Person, die nicht zu Lebzeiten ausdrücklich Widerspruch dagegen eingelegt hat, kommt als potentieller Organspender in Frage."

fertigprodukt
40
19.10.2011, 23:35

die sog. widerspruchsregel gilt auch nur für medizinisches personal. normalsterbliche haben keine chance auf widerspruch.

das gemeine an organspenden: man muss dabei selbstverständlich noch am leben sein. organe von toten nützen keinem etwas.

Micha Do
 
00
23.10.2011, 18:00
Ihr Wissen über die Sache und über Hirntod im Besonderen ist übersichtlich. Wenn Sie sich vor einer Explantation fürchten,die Eintragung ins Widerspruchsregister ist eine "Arbeit von einer Viertelstunde"

Wird in JEDEM Fall respektiert, darauf können Sie sich verlassen.

Got Your Nose!
00
23.10.2011, 14:47

absolut keine ahnung von gar keinem relevanten fachbereich. weder von der medizin, noch von transplantationsrecht.

Dr.E.Coli
00
20.10.2011, 19:17

"die sog. widerspruchsregel gilt auch nur für medizinisches personal. normalsterbliche haben keine chance auf widerspruch."

wo haben sie den diesen blödsinn her?
hier der link, wo sie die formulare dazu finden:
http://www.goeg.at/de/Widers... hsregister
einfach ausfüllen und losschicken, so einfach gehts ;)

Mr. T himself
00
20.10.2011, 10:20

vollkommen verwirrende "argumente" in den raum werfen kann jeder, haben Sie irgendeinen beweis für den schmafu den Sie hier so von sich geben... oder trollen Sie einfach nur gerne?

Bonair
10
19.10.2011, 22:08
Schon mal was von "Lebendspende" gehört?

"im Gegensatz zu den meisten anderen EU_Staaten"

Zählen wir mal:

(erweiterte) Widerspruchslösung: in 16 EU-Ländern gültig

(erweiterte) Zustimmungslösung: in 9 EU-Ländern gültig

(Bulgarien und Estland haben Sonderregelungen)

fertigprodukt
31
19.10.2011, 23:35

es gibt NUR lebendspenden! sobald du tot bist, sind deine organe auch tot.

ministry
00
23.10.2011, 17:56

so ein schwachsinn......

Got Your Nose!
00
23.10.2011, 14:48

nachdem sie sich auch gerne gegen andere tatsachen mit händen und füßen wehren, könnte man sich überlegen, sie einfach im irrtum zu lassen. wenn es nur nicht so amüsant wäre!

Bonair
11
20.10.2011, 08:38

Sie als Diplom-Irrer können so was sicher besser bewerten als alle Mediziner und Juristen dieser Welt...

Mägd
01
20.10.2011, 08:33
Hirntod

Es sterben nicht alle Organe gleichzeitig... Das Herz kann z.B. noch schlagen, wenn das Gehirn schon tot ist.
Natürlich kann man jetzt streiten, ob man schon als tot gilt, wenn keine Gehirnfunktion mehr vorhanden ist oder erst, wenn kein Herzschlag mehr vorhanden ist, doch ohne das Hirntodkriterium wären Organspenden, wie wir sie haben, quasi unmöglich...

fertigprodukt
10
21.10.2011, 15:06

es gibt menschen, die sind aus dem hirntot aufgewacht. außerdem ist der hirntot nicht so leicht feststellbar, wie manche das annehmen.

ministry
00
23.10.2011, 17:58

sie haben keine ahnung von dem was die da schreiben. Es ist noch nie ein hirntoter aufgewacht. sie verwechseln das mit komapatienten und lock-ins. das ist was komplett anderes!

markusM.
00
19.10.2011, 19:48

ich habe es erlebt, dass angehörige trotzdem gefragt wurden und man sich daran gehalten hat, wenn diese einer organspende nicht zugestimmt haben. allerdings habe ich ebenfalls mitbekommen, dass - rechtlich völlig in ordnung - niemand gefragt wurde und der patient dann spender war.

Got Your Nose!
00
19.10.2011, 19:10

naja, menschen sterben für gewöhnlich an krankheiten (die dann oft auch das organ betreffen) oder am alter, und dann sind die organe auch nicht mehr brauchbar. so viele unfallopfer haben wir (gott sei dank!) auch nciht.

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