Reaktionen

Wifo fordert große Strukturmaßnahmen, Opposition unbeeindruckt

19. Oktober 2011, 11:02

Schratzenstaller: Festhalten am Budgetpfad trotz schlechter Konjunkturprognose "gut", Opposition kann mit Fekters Plänen wenig anfangen

Wien - Margit Schratzenstaller vom Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) wertet es als positiv, dass die Regierung mit dem Budget 2012 trotz der trüben Konjunkturaussicht am Budgetpfad festhält. Ihr fehlen allerdings die großen Strukturreformen etwa in der Verwaltung, im Föderalismus oder beim Förderwesen. "Diese wären aber umso dringender angesichts der Konjunkturprognose", erklärte die Expertin.

"Es ist gut, dass man sich an den Pfad hält und dass man die automatischen Stabilisatoren wirken lässt. Ich sehe noch keine Notwendigkeit, dass man die Konsolidierungspakete aufschnürt", oder kurzfristige Einsparungen durchführt, so Schratzenstaller. Gefordert seien viel eher langfristige Maßnahmen, schließlich werde von einem "vorübergehenden Einbruch" ausgegangen.

Offensivpakete für Unis sinnvoll

Diese langfristigen Reformen stehen aus Sicht der Expertin auch bei den Pensionen an: "Man muss das tatsächliche an das gesetzliche Pensionsantrittsalter heranführen. Es wird schon einiges getan, das sind auch die richtigen Ansätze, aber es ist sicher noch mehr notwendig."

Schratzenstaller hält die bereits im Vorjahr vereinbarten Offensivpakete für Forschung, Bildung, die Universitäten und die thermische Sanierung für "sinnvoll": "Das sind genau die Bereiche, die ausgebaut werden sollten. Sie sind wichtig, aber nur ein Anfang. Das sollte man verstärken." Durch Reformen erhalte man schließlich mehr Budgetspielraum: "Von der Konjunktur ist keine Entlastung zu erwarten. Vor diesem Hintergrund verstärkt sich die Dringlichkeit von Reformen."

Zwar berge das nun von Finanzministerin Maria Fekter vorgelegte Budget keine großen Überraschungen, einige Änderungen gebe es aber dennoch, verwies Schratzenstaller etwa auf Anpassungen bei den Ausgaben für Arbeitslose oder bei der Kinderbetreuung. "Interessanterweise" würden geringere Steuereinnahmen durch höhere Einnahmen aus dem Arbeitslosenversicherungsbeitrag sowie aus dem FLAF-Beitrag überkompensiert. Auch sei das Defizit um ein Zehntel besser als im Finanzrahmen vorgesehen. 

FPÖ: "Kasperltheater", Grüne: "Stillstandsverwaltung"

Gänzlich unbeeindruckt hat die Budgetrede von Finanzministerin Maria Fekter die Opposition gelassen. FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache sprach in einer ersten Reaktion von einem "Kasperltheater". Der stellvertretende Bundessprecher der Grünen, Werner Kogler, kritisierte im Plenum die "Stillstandsverwaltung". BZÖ-Obmann Josef Bucher nannte Fekter eine "Geschichtenerzählerin".

"Ich habe selten so etwas wenig Mitreißendes gehört wie heute", so Strache. Das Thema EU sei gänzlich ausgeblendet worden, die Finanzministerin habe die wahre Schuldenentwicklung Österreichs in ihrer Rede nicht aufgezeigt. Ausgelagerte Bereiche des Bundes wie etwa die Asfinag seien einfach ausgeblendet worden. "Die Lage ist viel dramatischer", findet Strache, Österreichs AAA-Rating sei gefährdet. Auch Themen wie Verwaltungsreform und die Mitgliedsbeiträge an die EU sieht Strache durch die Finanzministerin vernachlässigt.

Bucher: "Purer Schwachsinn"

"Was hier heute vorgelegt wurde ist ja im wesentlichen Stillstandsverwaltung", befand Kogler. Bei "Zukunftsinvestitionen" gehe in der Regel nichts weiter, "dass gespart wird, vermissen wir nach wie vor". Kogler kritisierte vor allem angebliche Versäumnisse im Bereich der Schulverwaltung. "Mit dieser Performance werden Sie nicht sehr weit kommen", so der Befund der Grünen.

Harsche Kritik an der Budgetrede der Finanzministerin kam auch von BZÖ-Obmann Josef Bucher. "Purer Schwachsinn" sei zur Sprache gekommen, erklärte der Bündnischef. Die Regierung verpfände die Republik. Wie man aus der Verschuldung herauskommen wolle, nicht einmal das zu sagen, sei Fekter in der Lage. Dabei bräuchte es den Mut wenigstens für einen ersten Reformschritt bei Bildung, Gesundheit, Pensionen und Pflege. (APA)

Mostbluzza
00
15.11.2011, 10:34
da hatts sichs wifo

wieder sein steuergeld (schweigegeld) verdient, anstatt mal auf die pauke zu hauen und vorm bankrott zu warnen, der als dominoeffekt vor der tür steht. aber das traut sich keiner.

was es da positiv festzustellen oder zu loben gibt, weiss keiner. 0,1% irgendwas besser als ...blabla.

Pauli Feuerstein
10
19.10.2011, 15:47
Wifo wäre wählenswert, die jetzige, von der SPÖ geführte Regierung

ist es nicht!

sawi48
10
19.10.2011, 11:59
Man merkts, die Dame

war noch nie arbeitslos !
Was soll das:

"auf Anpassungen bei den Ausgaben für Arbeitslose oder bei der Kinderbetreuung. "Interessanterweise" würden geringere Steuereinnahmen durch höhere Einnahmen aus dem Arbeitslosenversicherungsbeitrag sowie aus dem FLAF-Beitrag überkompensiert. "

"Anpassung" darf ich ja wohl mit Kürzung übersetzen ? AL-Versicherung und FLAF sind doch zweckgebunden ?

Wer ist also wieder Verlierer ?

exile in mainstream
22
19.10.2011, 15:18

fekter gehört zu der sozialen schicht in österreich die durch von der arbeitslosikeit erzeugten lohndruck am arbeitsmarkt mehr profitiert als von den durch arbeitslosigkeit bewirkten einnahmenausfällen leidet

chg4711
00
19.10.2011, 18:12
Wie fortschrittlich !

alles klein zu schreiben.
Oder klemmt die Shifttaste ?

Hudri Wudri
00
20.10.2011, 12:41
Hilft im Wesentlichen,

Fehler in Gross-/Kleinschreibung zu umgehen - wie Sie wahrscheinlich auch bemerkt haben, wurden Interpunktionszeichen ebenfalls sehr konsequent gemieden. Schoenen Dank an exile, die Leerzeichen noch beizubehalten ;-) .

NB, "alles" waere in Ihrem Posting GROSS zu schreiben nach einem "!"

Um auf den - fuer mich persoenlich wesentlich relevanteren - Inhalt einzugehen, ist exile's Beitrag - leider - nachvollziehbar.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.