Graz - Nach seiner Verurteilung wegen der pleitegegangenen Kärntner
Finanzgruppe AvW ist am Dienstag auch das Privatinsolvenzverfahren über Wolfgang
Auer-Welsbach in Graz, wo er seine Haftstrafe absitzt, eingeleitet worden.
Einige der 9.000 Geschädigten, denen im Strafverfahren ein
Schadensersatzanspruch von 500 Euro zugesprochen wurde, haben den
Insolvenzantrag gestellt, teilten der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) und
der Kreditschutzverband von 1870 (KSV) am Mittwoch mit.
Das Gericht hatte Ende Jänner in seinem Schuldspruch erklärt, dass über die
500 Euro hinausgehende Ansprüche von den Gläubigern in Zivilverfahren verfolgt
werden müssten. Doch als Hunderte Geschädigte, die teilweise Tausende Euro
verloren hatten, die lediglich 500 Euro per Exekutionsantrag einforderten und
nichts bekamen, stellten manche von ihnen den Antrag auf ein
Schuldenregulierungsverfahren. Eine erste Gläubigerversammlung ist für den 8.
November, die allgemeine Prüfungssatzung für den 20. Dezember anberaumt.
Es sei abzuwarten, ob Auer-Welsbach einen Rekurs gegen die Konkurseröffnung
einbringt. Er müsste, um ein Verfahren zu verhindern, Privatvermögen vorweisen.
Offiziell jedoch verfüge der Kärntner über kein Liegenschaftsvermögen. Ein
Zugriff auf zwei Privatstiftungen sei zu prüfen. Daher wurde auch die
Masseverwaltung aus dem Unternehmensinsolvenzverfahren für den Privatkonkurs
bestellt.
Die AvW Gruppe AG und die AvW Invest AG sind seit Mai 2010 im Konkurs, der
55-jährige Auer-Welsbach wurde nach einem Geständnis zu acht Jahren Haft unter
anderem wegen gewerbsmäßig schweren Betrugs und Untreue verurteilt. Er sitzt
seine Strafe in der Justizanstalt Graz-Karlau ab, weshalb auch beim
Bezirksgericht Graz-West das Konkursverfahren eröffnet wurde. (APA)