Am 20. Oktober ist Osteoporose-Welttags - Nur rund ein Sechstel der an Osteoporose erkrankten Menschen werden adäquat behandelt
Wien - Osteoporose stellt in Österreich aufgrund des erhöhten Knochenbruchrisikos ein großes Gesundheitsproblem dar. Rund 740.000 Menschen, rund 80 Prozent davon Frauen, sind betroffen, aber nur 120.000 Personen werden adäquat behandelt. "Viel zu viele Menschen wissen nicht, dass sie an Osteoporose erkrankt
sind", sagt Peter Pietschmann vom Institut für Pathophysologie und
Allergieforschung an der
MedUni Wien, anlässlich des Osteoporose-Welttags am 20. Oktober.
Knochendichteuntersuchung
"Es besteht eine ganz deutliche Unterdiagnose der Osteoporose", so der Experte. Dabei würden wirksame Medikamente zur Verfügung stehen, um die Osteoporose zu behandeln und Frakturen vorzubeugen. Etwa die vorsorgende Knochendichtemessung, eine schmerzfreie Röntgenuntersuchung, die im Bereich der niedergelassenen Ärzte gut verfügbar sei. Bei der Knochendichtemessung wird ermittelt, ob die Knochendichte zu gering ist und damit eine eventuelle Osteoporose-Gefahr besteht. Diese Untersuchung wird von der Sozialversicherung für Frauen ab dem 65. Lebensjahr und für Männer ab 70 empfohlen und von der Krankenkasse bezahlt.
Bruchanfälligkeit
Die Osteoporose stellt auf Grund des erhöhten Frakturrisikos ein Gesundheitsproblem dar, das in seiner Dimension mit Herz-Kreislauferkrankungen oder verschiedenen Krebserkrankungen vergleichbar ist. Osteoporose-bedingte Frakturen führen häufig zu Mobilitätsverlust und Pflegebedürftigkeit, Schmerzen und einer deutlich verminderten Lebensqualität. Rund 16.000 Oberschenkelhalsbrüche gibt es pro Jahr in Österreich. Bezogen auf die Einwohnerzahl ist das einer der schlechtesten Werte in der EU.
Die Osteoporose entsteht aus einem Missverhältnis zwischen Knochenab- und -aufbau. Dadurch kommt es zu Veränderungen der Knochenmasse und der Mikroarchitektur des Knochengewebes. Das führt zu einer Abnahme der Knochenfestigkeit und damit zu einem erhöhten Risiko für Brüche. "Mehr als 50 Prozent dieser multifaktoriellen Erkrankung sind genetisch bedingt", sagt Pietschmann. Zu den weiteren Risikofaktoren für die Entwicklung einer Osteoporose zählen hormonelle Veränderungen, Umweltfaktoren, Kalzium- und Vitamin-D-Mangel und Rauchen. (red)