Wien

Neuer Chef für City-Grüne

19. Oktober 2011, 09:57
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    Alexander Hirschenhauser ist neuer grüner Klubchef.

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    Rainer Fussenegger bleibt einfacher Bezirksrat.

Hirschenhauser siegt im ersten Bezirk nur ganz knapp

Wien - Gemeinderätin Sabine Gretner ist nicht die einzige Wiener Grüne, die ihren Job hinschmeißt. Auch Rainer Fussenegger, bisher Klubomann im ersten Bezirk, will nicht mehr. "Es geht sich zeitlich einfach nicht mehr aus" , sagt der Steuerberater mit eigener Kanzlei in der Innenstadt.

Im Gegensatz zur Prater-Aufdeckerin Gretner, die am Montag ihren Rücktritt bekannt gab, bleibt Fussenegger weiter in der Politik - allerdings nur als einfacher Bezirksrat. Der gebürtige Vorarlberger stand viereinhalb Jahre lang an der Spitze des grünen City-Klubs.

Um seine Nachfolge kämpften am Dienstagabend Patricia Davis und Alexander Hirschenhauser. Davis ist freie Journalistin und Fusseneggers Stellvertreterin, Hirschenhauser (Jahrgang 1962) ist Bezirksrat, Musikmanager und Gründer des (inzwischen geschlossenen) Plattenladens Black Market in der Gonzagagasse.

Neben den acht Bezirksräten waren auch sechs Parteimitglieder zur Abstimmung erschienen.

Die Grünen Innere Stadt galten bisher - im Gegensatz zu vielen anderen Bezirksparteien - als geeinte Truppe mit wenig Konfliktpotential. Das könnte sich nun ändern, denn das Votum ging denkbar knapp zugunsten von Hirschenhauser aus: Sechs Bezirksgrüne stimmten für ihn, fünf für Davis, drei enthielten sich. Schon im Vorfeld hatte es heftige interne Diskussionen gegeben.

Die seit jeher schwarz regierte City ist ein schwieriges Pflaster für die Grünen. Um der VP-Bezirkschefin Ursula Stenzel möglichst viele bürgerliche Stimmen abzuzwacken, dachte Maria Vassilakou im letzten Wien-Wahlkampf darüber nach, Alexander Van der Bellen als Spitzenkandidat im ersten Bezirk aufzustellen. Der zierte sich allerdings - und wurde schließlich Sonderbeauftragter der Stadt für Wissenschaft.

Im Gegensatz zu Stenzel fuhr Fusseneggers Truppe bei den Wiener Wahlen im Oktober 2010 keine Verluste ein. Die VP kam auf 37 Prozent (minus fünf), die Grünen konnten ihre 18 Prozent halten.

Schwarz und Grün trugen in der Innenstadt schon einige Wickel aus.Dabei ging es in den letzten Jahren hauptsächlich um Garagenprojekte und Oberflächengestaltungen. (hei, stem, DER STANDARD; Printausgabe, 19.10.2011)

öl - ölölö
01
22.10.2011, 00:38
Mit Fussenegger geht einer der ganz wenigen vernünftigen Grünen im Wien.

Er ist im Übrigen ein Mensch, der auch in seinem Zivilberuf erfolgreich ist, das kommt bei den Wiener Grünen extrem selten vor. Zu diesen seltenen Exemplaren zählte auch Sabine Gretner.

Schade, dass er geht. Mit dem Abgang von Gretner und Fussenegger bewegen sich die Wiener Grünen einen weiteren großen Schritt richtung Kader-Apparatschikpartei.

Cape Of Green Hope
13
19.10.2011, 23:39
Die Hoffnung lebt ...

... es braucht ein Bollwerk gegen Verstenzelungen aller Art.

Reservenick 11 von 25
00
21.10.2011, 15:52
Bitte, was ist eine "Verstenzelung"?

Kork im Weinglas?
Der missglückte Versuch, gerade zu gehen?
Der Brummschädel am Morgen danach?

Briefmarkenkleber
23
19.10.2011, 17:14
"Neben den acht Bezirksräten waren auch sechs Parteimitglieder zur Abstimmung erschienen."

Na das ist ja eine mächtige Basis, da wird die Bevölkerung ja in ihrer ganzen Breite abgedeckt.

Reservenick 11 von 25
00
21.10.2011, 15:50
waren auch sechs Parteimitglieder zur Abstimmung erschienen.

Das erinnert mich irgendwie an den 6. und 8.

Hat's diesmal nicht geklappt mit dem Gänseputsch?

Section Control
01
20.10.2011, 07:47
Davon enthielten sich drei der Stimme

Das heißt der Hirschenhauser wurde mit 6 von 14 Stimmen gewählt. Oder um mit einer bei den Linken verbreiteten Wahlinterpretation zu argumentieren. 57% der Basis haben ihn nicht gewählt. Nichtsdestotrotz, als kritischer Beobachter gerade gegenüber kritischen Personen finde ich das Ergebnis ehrlich.

Briefmarkenkleber
22
19.10.2011, 17:12
Parteiblatt

Ein stündlicher News-Ticker, wie sich´s die Partei wünscht.

Manfred Canetti
52
19.10.2011, 14:47
Zur Abwechslung mal eine gute Nachricht!

Ich gratuliere den Grünen zu dieser Personalentscheidung. Hirschenhauser war immer schon ein Visionär und wird dem Bezirk mit frischem Wind sehr gut tun.

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