Bis zu zehn Prozent aller Proben würden jährlich in Spitälern rund um den Globus falsch oder fehlerhaft verarbeitet
Linz - Das Linzer Krankenhaus der Elisabethinen und das Medizintechnik-Unternehmen Greiner Bio-One haben ein System erarbeitet, mit dessen Hilfe die Verwechslung von Laborproben "nahezu ausgeschlossen" werden soll. Die Entwicklung "wird sich in den nächsten fünf bis zehn Jahren weltweit durchsetzen", so der ärztliche Direktor Franz Harnoncourt in einem Pressegespräch. Bis zu zehn Prozent aller Proben würden jährlich in Spitälern rund um den Globus falsch oder fehlerhaft verarbeitet.
Minimierung manueller Tätigkeiten
Im Gegensatz zu bisher angewandten Methoden kommt es bei dem neuen System zu einer Minimierung von manuellen und damit fehleranfälligen Tätigkeiten. Für die Probe werde ein Röhrchen mit einem einzigartigen, unverwechselbaren Strichcode verwendet, erklärte Elisabeth Haschke-Becher, im Krankenhaus für Labordiagnostik zuständig. Das mehrfache Bekleben des Behältnisses falle weg. Sowohl der jeweilige Spitalsmitarbeiter als auch der Patient werden beim "Greiner Sample Management System", für das eine eigene Software entwickelt wurde, registriert und identifiziert. Der Weg, den die Probe bis zum Labor zurückgelegt hat, kann ähnlich wie bei Paketlieferungen rückverfolgt werden.
Fehler fast ausgeschlossen
Haschke-Becher berichtete von einem "fast hundertprozentigen Ausschluss" von Fehlermöglichkeiten, mehr als ein Jahr sei an der Entwicklung gearbeitet worden. "Das gibt es weltweit in keinem Krankenhaus", betonte die Medizinerin. Bei den Elisabethinen werde das System vorerst in einer Abteilung verwendet, im kommenden Jahr soll es auf das gesamte Spital ausgeweitet werden. Haschke-Becher ist neben dem medizinischen Nutzen von einem Einsparungspotenzial überzeugt, dieses könne aber noch nicht quantifiziert werden. Es gebe Interesse von anderen Spitälern, sagte Axel Kühner, Vorstandschef der Greiner Holding mit Sitz in Kremsmünster (Bezirk Kirchdorf). "Wir strecken die Fühler aus und versuchen das Produkt in die Fläche zu bringen." (APA)