Anrufe können nun mit einer Begründung per Textnachricht abgelehnt werden
Neue Android-Generation bringt umfangreiche Verbesserungen - Galaxy Nexus bereits ab November in Europa
Nach einer Fülle von "Leaks" in den vergangenen Tagen haben es Google und Samsung am frühen Mittwoch morgen (mitteleuropäischer Zeit) nun offiziell gemacht: Mit dem "Galaxy Nexus" präsentiert man den aktuellsten Eintrag in der Reihe der von Google mitbestimmten "Lead Devices" für das mobile Betriebssystem.
Ice Cream Sandwich
Highlight des Geräts ist die Aufnahme einer vollständig neuen Android-Generation und zwar Android 4.0 "Ice Cream Sandwich", wie beide Unternehmen überraschenderweise bereits kurz vor dem Start der eigentlichen Vorstellung in Hongkong verlautbarten. Dabei bestätigt man auch die offiziellen Hardware-Spezifikationen, die in etwa dem entsprechen, was bereits seit einiger Zeit gerüchteweise in der Community kursiert.
Hardware
So gibt es ein 4,65 Zoll großes "HD Super AMOLED"-Display mit 720p-Auflösung (1.280x720 Pixel bei einem Seitenverhältnis von 16:9), das mit einer Reaktionszeit von 0,01ms besonders flott sein soll. Wie der direkte Vorgänger Nexus S weist auch das Galaxy Nexus ein leicht gebogenes "Contour Display" auf. Durch den Verzicht auf physische Knöpfe an der Front soll das Gerät trotz des 4,65-Zoll-Displays kaum größer als andere aktuelle Smartphones sein.
Speed
Für die nötige Power sorgt eine Dual-Core-CPU mit 1,2 GHz. Es sind 1 GB RAM sowie wahlweise 16 oder 32 GByte Speicherplatz für die eigenen Daten vorhanden, die Akku-Kapazität liegt bei 1.750 mAh.
Bildlich
Darüber hinaus gibt es eine 5 Megapixel-Kamera mit LED-Flash, der Hersteller verspricht für diese vor allem, dass sie sehr schnell sein soll, also keinerlei Verzögerung beim Auslösen aufweist. Zudem lassen sich damit auch Videos aufnehmen, und zwar in 1080p mit 30 Bildern pro Sekunde. Auf der Vorderseite ist zusätzlich eine 1,3 Megapixel-Kamera für Videotelefonie verbaut.
Eckdaten
Die Dicke des Smartphones gibt man mit 8,94mm an, das Gewicht liegt bei 135 Gramm. Die üblichen Sensoren wie Beschleunigungssensor, Gyroskop und Kompass dürfen natürlich ebenfalls nicht fehlen, neu ist ein Barometer. Dazu kommen dann noch NFC, Bluetooth 3.0 und 802.11 a/b/g/n (also WLAN). Das neue Smartphone soll alle gängigen Netze unterstützen, von Haus aus bis zu HSPA+, den LTE-Support macht man von der jeweiligen Region abhängig (ohne hier Details zu nennen).
Android 4.0
Unter den neuen Software-Features listet man zunächst einmal ein vollständig neu gestaltetes Interface, dies nicht nur optisch sondern auch in Hinblick auf die Benutzung. Sind doch - wie schon beim Tablet-Vorgänger "Honeycomb" - die fixen Steuerknöpfe unterhalb des Bildschirms verschwunden, statt dessen gibt es Software-Buttons im Betriebssystem selbst, die sich somit auch der Lage des Geräts anpassen können, oder bei Bedarf gleich ganz ausgeblendet werden.
Android-Designer Matias Duarte, der in der Vergangenheit ja auch für WebOS verantwortlich zeichnete, offenbarte im Rahmen der offiziellen Vorstellung dann weitere Details zum Redesign von Android 4.0. So habe man sich für Ice Cream Sandwich am Design von Magazinen orientiert und entsprechend hohen Wert auf große Überschriften mit viel Whitespace und weniger Interface-Elementen als bisher gelegt. In Verbindung mit neuen Animationen und einer frisch gestalteten Schrift namens "Roboto" soll sich Android 4.0 damit wesentlich moderner - und konsistenter - präsentieren als seine Vorgänger.
Folder
Das schon bisher vorhandene Folder-Konzept stellt man mit Android 4.0 weiter in den Vordergrund: Mit den "Home Screen Folders" können Gruppen von Apps oder Links einfach durch Drag & Drop erstellt werden. Von "Honeycomb" erbt nun auch der Smartphone-Bereich frei in der Größe veränderbare und scrollbare Widgets. Ganz neu ist hingegen die Möglichkeit die Einträge zum Schnellstart - am unteren Rand des Home Screens - nach Belieben anzupassen, auch dies wird einfach per Drag & Drop vorgenommen.
Multitasking
Zudem verspricht man verbessertes Multitasking - bzw. den leichteren
Wechsel zwischen den laufenden Programmen. Dies präsentiert sich in der Umsetzung
ähnlich zu Honeycomb mit Miniaturgrafiken, neu hinzugekommen ist die
Möglichkeit Programme gezielt aus dieser Liste zu entfernen, in dem man
diese quasi "herauszieht".
Benachrichtigung
Eine Geste, die übrigens auch an einigen anderen Stellen des Systems
zum Einsatz kommt. So lassen sich auf diese Weise genauso
Benachrichtigungen entfernen oder Browser-Tabs schließen. Auch
sonst hat man das Benachrichtigungssystem erweitert, etwa mit
Informationen aus dem Musik-Player.
People
Vollständig neu gestaltet hat man die Kontaktanwendung - und dies nicht nur in grafischer Hinsicht: Unter dem Namen "People" stellt man hier vor allem die sozialen Verbindungen in den Vordergrund. Dabei werden nun die unterschiedlichen Status-Update - etwa von Google+ - direkt neben dem Profil zusammengefasst präsentiert. Lange überfällig war die Schaffung eines "Ich"-Profils, nun können die NutzerInnen hier also auch die eigenen Informationen zentral sammeln.
Abgelehnt, mit Info
Ein nettes kleines Feature für all jene, die öfters mal - etwa in Besprechungen - Telefonate ablehnen müssen, aber nicht all zu unhöflich sein wollen: Durch einen "Swipe" nach oben wird bei eingehenden Anrufen eine Liste von Textantworten präsentiert, die als Begründung schnell an die betreffende Person verschickt werden können.
Kamera
Die Kamera-Anwendung von Android hat man für Ice Cream Sandwich einer gröberen Überarbeitung unterzogen. So kann der Fokus nun manuell per Touchscreen festgelegt werden, ebenfalls neu ist die Möglichkeit Panorama-Aufnahmen zu erstellen, auch eine Gesichtserkennung darf nicht fehlen. Das Teilen mit Online-Services hat man mit der Präsentation von kleinen
Icons direkt nach erfolgter Aufnahme stärker in den Vordergrund
gestellt.
Bearbeitung
Die Galerie-App wurde grafisch neu gestaltet, präsentiert die Inhalte nun mit deutlich größeren Vorschaubildern. Dazu kommen einfache Fotobearbeitungsmöglichkeiten, etwa das Drehen oder Beschneiden von Bildern, aber auch diverse Effekt-Filter a la Instagram oder Hipstamatic. Das Original wird bei all dem immer automatisch als Kopie abgesichert.
Video
Für Videoaufnahmen gibt es jetzt eine Reihe von Live-Effekten, beispielsweise um den Hintergrund auszutauschen oder das Gesicht zu verzerren. Diese Effekte sind auch in der Google-Talk-App verfügbar, können also ebenso bei Video-Chats genutzt werden. Die bereits kolportierte Möglichkeit endlich einfach Screenshots aufnehmen zu können hat es tatsächlich in "Ice Cream Sandwich" geschafft, hierfür werden künftig einfach kurz gemeinsam die Power und VolumeDown-Knöpfe betätigt.
Redesign
Auch praktisch alle anderen Kern-Anwendungen von Android wurden auf die eine oder andere Art umgestaltet und erweitert. So präsentieren sich etwa sowohl Kalender als auch GMail-App im neuen Look, bei beiden kann zudem rasch mit "Swipe-Gesten zwischen Nachrichten/Kalendereinträgen gewechselt werden. Deutliche Verbesserungen verspricht man für die Spracheingabe, die nun auch längere Pausen zulässt und Korrekturen vereinfacht.
Gesperrt
Der Lock Screen wurde nicht nur optisch überarbeitet, er erlaubt jetzt auch den Zugriff auf Benachrichtigungen und den direkten Wechsel auf die Kameraanwendung. Wie auch schon bei einigen angepassten Android-Versionen integriert man eine Musik-Player-Steuerung - natürlich samt Cover Art.
Face Unlock
Auf der weiteren Feature-Liste steht die Möglichkeit das Smartphone
per Gesichtserkennung zu entsperren. Dies nennt sich "Face Unlock" und
soll den Zugriff von anderen Personen effektiv verhindern. Im Demo
führte dies dann aber gleich zur obligatorischen Panne, und versagte selbst dem eigentlichen Besitzer den Zugriff, sehr zum
Amüsement der ZuseherInnen.
Tastatur
Deutliche Verbesserungen verspricht man einmal mehr für die On-Screen-Tastatur von Android. So soll etwa die automatische Fehlerkorrektur bei Vertippern exakter arbeiten, und so in vielen Fällen sinnvollere Vorschläge liefern. Dazu kommt die Integration einer Rechtschreibprüfung, nicht erkannt Worte werden unterstrichen, über einen Touch darauf wird eine Liste mit Wortvorschlägen präsentiert.
Browser
Einiges Neues gibt es auch über den Browser von Android zu berichten: So kann dieser jetzt gezielt die Desktop-Version einer Webseite - statt der mobilen Ausgabe - anfordern. Webseiten können für die Offline-Nutzung lokal abgespeichert werden, von Honeycomb übernimmt man den Abgleich mit Google-Chrome-Bookmarks, die Liste der offenen Tabs wurde grafisch neu gestaltet. Dazu kommt ein deutlicher Performance-Schub, so soll Android 4.0 auf einem Nexus S beim v8-Benchmark satte 220 Prozent flotter sein als das dort derzeit noch aktuelle Android 2.3.
Beam
Mit "Android Beam" gibt es die Möglichkeit per NFC direkt Daten und
Informationen zwischen zwei Smartphones auszutauschen. Dies
demonstrierte man im Rahmen der Präsentation unter anderem mit Webseiten
und Karteninformationen. Selbst Apps lassen sich auf diesem Weg
mit anderen teilen, hier wird dann auf dem zweiten Gerät gleich die passende Seite im Market aufgerufen.
Data Usage
Eine neue Funktion zur Kostenkontrolle offenbaren die Einstellungen
von Android 4.0: Über den Punkt "Data Usage" lässt sich genau
analysieren, wie viel Datenvolumen bisher verbraucht wurde. Dies samt
grafischer Aufarbeitung und einer Aufsplittung nach Anwendungen - womit
verschwenderische Apps schnell aufgespürt werden können. Außerdem können die NutzerInnen hier eigene Limits festlegen, wahlweise nur zur Warnung oder auch als "hartes Limit" nach dessen Erreichen die mobile Datennutzung deaktiviert wird.
Verfügbarkeit
Das Galaxy Nexus soll bereits ab November erhältlich sein, laut Google dann auch gleich sowohl in den USA als auch Europa und Asien - auf einzelne Länder legt man sich dabei allerdings zunächst nicht fest. Ebenso ungeklärt bleibt derzeit die Frage, wann Updates für bestehende Android-Smartphones geplant sind, allen voran die anderen beiden Einträge in der Nexus-Reihe. Laut Google sollte Android 4.0 zumindest rein theoretisch auf allen Smartphones laufen, die von Android 2.3 unterstützt werden, was aber natürlich noch nicht heißt, dass die diversen Hersteller auch tatsächlich ein entsprechendes Update ausliefern werden.
SDK
Bereits erhältlich ist das Software Development Kit für Android 4.0, mit dem EntwicklerInnen schon jetzt Zugriff auf die neuen Funktionen des mobilen Betriebssystems bekommen. Unklar ist hingegen noch, wann die Freigabe des Source Codes von Android 4.0 folgt, immerhin hat man diese ja - nach dem "Verzicht" bei Android 3.x - im Vorfeld explizit versprochen.
Update, 19.10.11
Mittlerweile hat sich Samsung Österreich mit einer eigenen Presseaussendung zu Wort gemeldet, das Galaxy Nexus soll hierzulande ab Mitte / Ende November erhältlich sein, dies zu einem Listenpreis von 679 Euro.
Scheint, als würde mein nächstes Handy ein Nexus Prime werden. Bin zwar mit meinem iPhone 3GS und iOS 5 bisher sehr zufrieden, aber gegen Android 4.0 sieht iOS 5 alt aus :D
mich würde interessieren, ob es jetzt endlich eine globale Suche am Handy gibt, in der man sowohl in Kontakten, Kalendereinträgen, Emails und allen Gespeicherten Daten am Handy suchen kann. Diese Funktion gibt es am iPhone schon lange!!
Ich konnte mir das Gerät heute anschauen und muss schon sagen das es ein tolles Gerät ist, die Auflösung des Displays ist wirklich toll allerdings würde ich mir wieder etwas kleinere Displays wünschen.
Android 4.0 ist vom Design her um einiges schöner als Android 2.3 man muss sich aber etwas umgewöhnen.
5 statt 8mpixel ...
und die zusätzlichen chips, 4g, lte, ...
ram und cpu dürften ziemlich gleich sein!
jooo ... also ähnlich aber net gleich!
Das Nexus dürft an Tick mehr Hardware ham!
vor ner Woche über Kies auf 2.3.5 geupdated!
Akku hält abissi länger ... sonst hat sich nix bemerkbares getan! Bissi optik wurde betrieben ... hmmm ????
Apple hat mit derstandard.at ein wirtschaftliches abkommen. Derstandard bringt laufend, meist unnötige Apple-berichte immer ganz oben und erhält dafür eine schöne Stange Geld.
Die Stange Geld kommt von den Werbepartnern. Die sind bereit das zu bezahlen, weil sie sehen, dass die Clickrate und das Interesse der Leser augenscheinlich stimmt (über 800 Kommentare). D.h. wir verdanken diese Beiträge allen voran unseren Android- und iOS (-Geräten) Freunden hier.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.
Alle Rechte vorbehalten. Nutzung ausschließlich für den privaten Eigenbedarf. Eine Weiterverwendung und Reproduktion über den persönlichen Gebrauch hinaus ist nicht gestattet.
Bitte geben Sie eine E-Mail-Adresse an.
Aktualisierung Ihrer E-Mail-Adresse
Ihre aktuelle und korrekte E-Mail-Adresse ist Voraussetzung für alle Benachrichtigungen, die Sie von derStandard.at erhalten (z.B. Antworten auf Ihre Postings, Hilfe bei vergessenem Passwort). Zusätzlich werden Sie Ihre E-Mail-Adresse künftig für das Login benötigen.
Daher bitten wir Sie um eine kurze Überprüfung und Bestätigung Ihrer E-Mail-Adresse. Ihre E-Mail-Adresse wird dadurch nicht für Dritte sichtbar!
Die von Ihnen angegebene E-Mail-Adresse ist bereits mit einem anderen Account verknüpft. Bitte geben Sie eine andere E-Mail-Adresse an.
Diese E-Mail-Adresse ist leider ungültig. Bitte verwenden Sie eine dauerhafte E-Mail-Adresse!
Eine E-Mail-Adresse kann nicht für mehrere Accounts verwendet werden!
Aktualisierung Ihrer E-Mail-Adresse
Danke für die Bestätigung Ihrer E-Mail-Adresse. Es wurde ein Bestätigungslink an die angegebene Adresse gesendet.
Aktualisierung Ihrer E-Mail-Adresse
Ein unbekannter Fehler ist aufgetreten. Die E-Mail konnte nicht gesendet werden. Bitte versuchen Sie es noch einmal.