VMworld Europe 2011

VMware: Die Post-PC-Ära ist angebrochen

Andreas Proschofsky, 18. Oktober 2011, 16:58
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    foto: andreas proschofsky, derstandard.at

    Mit der Keynote von VMware CTO Stephen Herrod wurde am Dienstag die VMworld Europe 2011 eröffnet.

Daten und Anwendungen müssen immer und überall verfügbar sein - VMworld Europe 2011 eröffnet

Wie man die Softwarewelt auch dreht: Virtualisierung ist ein Thema, an dem - nicht nur - Unternehmen längst nicht mehr vorbeikommen. Ein Umstand, der sich durchaus auch an dem regen Interesse an den Veranstaltungen des Marktführers VMware ablesen lässt. Ruft das Unternehmen zur Virtualisierungskonferenz VMworld, kommt nicht nur praktisch der gesamte Mitbewerb, auch tausende TeilnehmerInnen lassen sich dieses Ereignis nicht entgehen.

Teilnahme

Derzeit ist es in Kopenhagen wieder einmal so weit: Zum mittlerweile vierten Mal gibt es eine eigene VMworld Europe, zu der es dieses Jahr bereits rund 7.200 Interessierte (im Vorjahr: 6.000) in die dänische Landeshauptstadt getrieben hat - dies obwohl erst vor wenigen Wochen das US-Pendant stattgefunden hat, und zwar mit satten 19.000 TeilnehmerInnen. In zahlreichen Sessions soll die kommenden Tage rund um aktuelle und künftige Produkte des Unternehmens informiert und diskutiert werden.

Keynote

Den offiziellen Startschuss für dieses Treiben setzte es am Dienstag nachmittag mit der Eröffnungs-Keynote durch VMware-Techik-Chef Stephen Herrod. Und dieser zeigte sich gleich zum Start davon überzeugt, dass sich die Computerwelt derzeit grundlegend verändere. So stehe man am Beginn der "Post-PC-Ära", einer in der die NutzerInnen nich länger nur den klassischen Desktop sondern eine breite Palette an Geräten nutzen, die noch dazu auf verschiedenene Plattformen laufen.

Herausforderungen

Der Desktop sei insofern künftig nur mehr ein Device unter vielen, dazu komme auch eine Fülle an Cloud-Angeboten und natürlich die mobile App-Welt. Dies führe zu einer Reihe von Herausforderungen, immerhin erwarten die NutzerInnen von überall auf die selben Daten und Informationen Zugriff zu haben - und davon sei man heute noch ein ganzes Stück entfernt, wie Herrod konstatiert.

Lösungen

So einer Feststellung darf dann natürlich nicht der Hinweis auf die eigene Strategie zur Behebung dieses Defizits fehlen - und hier hat man aktuell gleich mehrere Initiativen in Entwicklung. Im Zentrum steht Horizon als eine Art "Broker", der die verschiedenen Lösungen - ob gesamter Desktop oder ThinApps als Software as a Service - und Geräte koordiniert.

Demo-Time

In Demos zeigte man, wie dies in der (Unternehmens-)Realität dann aussehen kann: Über Virtualisierung am Smartphone (Horizon Mobile) soll die IT-Abteilung künftig gesamte App-Umgebungen auf die Mobiltelefone der Angestellten schieben können. Dies parallel zur bestehenden Umgebung der NutzerInnen und mit der Möglichkeit mit einem Knopfdruck zwischen beiden zu wechseln.

HTML5-Client

Ein weiteres Beispiel ist der Zugriff auf klassische Desktop-Anwendungen von Tablets aus, im Demo mit Apples iPad vorgenommen. Diese werden beispielsweise gezielt von der IT per ThinApp zur Verfügung gestellt, und können dann dank VMware Appblast - einem HTML5-Client - direkt im Browser benutzt werden. Auf der VMworld demonstrierte man dies anhand von Microsoft Office.

Daten

Das "Project Octopus" kümmert sich dann auch gleich um die universelle Verfügbarkeit der Daten - egal ob am Desktop oder am Tablet oder Smartphone. Und dies auf eine Art, die auch von der IT-Abteilung adminstrierbar und mit Regeln eingrenzbar ist - ganz im Gegenteil zu derzeit gebräuchlichen Lösungen wie Dropbox.

VMworld Europe

Jenseits der Strategie- und Produktpunkte widmete man sich auch bereits der nächsten VMworld Europe. So zieht es das Unternehmen kommendes Jahr - angesichts des derzeitigen Weltuntergangimitiationswetters in Kopenhagen durchaus verständlich - in deutlich wärmere Gefilde. Die VMworld Europe 2012 soll zwischen dem 16. und 18. Oktober im spanischen Barcelona abgehalten werden.

Geschäftszahlen

Parallel zum Startschuss für die VMworld veröffentlichte das Unternehmen auch die aktuellen Unternehmenszahlen - und die können sich durchaus sehen lassen: Der Umsatz im 3. Quartal stieg im Vergleich zum Vorjahr um satte 32 Prozent auf 942 Millionen US-Dollar (688 Millionen Euro). Der Gewinn zeigte gar mehr als eine Verdopplung und zwar von 85 auf 178 Millionen US-Dollar.

International

Das internationale Geschäft - also außerhalb der USA, in denen VMware beheimatet ist - wuchs leicht über dem Schnitt, und zwar um 37 Prozent beim Umsatz. Als besonders stark präsentierte sich dabei der Asien/Pazifik-Raum, so das Unternehmen in einer Aussendung. Trotz der guten Zahlen gibt man sich für die Zukunft angesichts der aktuellen Wirtschaftslage vorsichtig. Das kommende Jahr werde deutlich schwieriger werden, warnt VMware Finanzchef Mark Peek gegenüber dem Wall Street Journal. (Andreas Proschofsky aus Kopenhagen, derStandard.at, 18.10.11)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 51
1 2
Achmo Ledbid
14
19.10.2011, 10:31
Post-Pc-Ära..

...alle reden davon die geld damit machen wollen. aber unternehmen kommen günstiger, wenn sie nichts an komplettanbieter vergeben (auch wenn man outsourcing auf cloud-computing umtauft und zwangshaft damit zusammenstehende desktopvirtualisierung post-pc-ära nennt). Post-PC-Ära ist ein schritt nach hinten statt nach vorne, da man selber nicht mehr die IT-qualität und den datenschutz steuern kann.

aufgeklärtbisheiter
04
19.10.2011, 13:18

outsourcing != cloud != virtualisierung

Sie vergleichen Äpfel mit Birnen mit Ernüssen und meinen dann, es sei besser selber zu kochen.

Achmo Ledbid
00
26.10.2011, 19:04
schön...

...und technisch ists mir auch klar. dennoch kochen firmen wie vmware die apfel-birne-erdnuss-suppe. sobald man server virtualisieren will, verkauft/schenkt vmware ESX(/i)-server, sobald man das managen will, verkauft vmware den vCenter server und sagt du hast jetzt vSphere und du betreibst deine private cloud. daher wäre ja der v-cloud-director gut verkaufbar, jetzt könnte man auch noch die cloud managen. eigentlich wollte man nur server virtualisieren um hardware zu sparen. wer mit vmware in kontakt tritt wegen einem desktiop-virtualisuerngsprojekt, bekommt dann die "post-pc-ära" eingeredet. vmware glaubt anscheindend, sie wären innovativ, wenn man VDI auf post-pc... umbenennt.

estragon001
01
19.10.2011, 07:22
Können mich lecken, die...

aufgeklärtbisheiter
00
19.10.2011, 12:13

Warten Sie noch immer oder haben Sie es schon aufgegeben?

Grüße an Wladimir :-)

aufgeklärtbisheiter
02
19.10.2011, 04:06

Ich habe meine Arbeits Rechner seit geraumer Zeit nur noch auf VMware.

Auf den physischen PCs ein MinimalOS, den VMWare Player und sonst nix. Die virtuellen PCs liegen auf einer eSATAp SSD (und werden auf's NAS gesichert)

Super schnell, super mobil und mir ist vollkommen wurscht welche Hardware drunter liegt. Nie wieder das OS und sämtliche Software neu installieren wenn sich die Hardware ändert und ich schlepp auch kein Notebook zwischen zu Hause und dem Büro hin und her sondern nur noch die externe SSD mit mehreren virtuellen PCs (diverse OS und Umgebungen).

trollpower
00
19.10.2011, 10:06

da der Esxi 5 (also der kostenlose) nun auch endlich mal usb passthrough richtig unterstützt würde ich da nichtmal mehr den vmplayer drunterlaufen lassen. für Reine Arbeitsgeschichten sicher die performanteste Lösung.

aufgeklärtbisheiter
00
19.10.2011, 12:08

Mit dem Esxi hab ich mich nur theoretisch ein bissl beschäftigt. Ist der nicht an bestimmte Hardware gebunden?
Ausserdem arbeite ich in einer Multi Monitor Umgebung mit mehreren VMClients parallel. Geht das mit dem Esxi?

mukl
00
19.10.2011, 09:03

welche anwendungen verwenden sie? gibts auch anwendungen, die für sie nicht funktionieren?

aufgeklärtbisheiter
00
19.10.2011, 12:05

Ja, eine weitere VMWare innerhalb der VMWare geht nicht und grafikleistungshungrige Spiele werden verm. nicht so toll sein.

Ansonsten funktioniert jede Software.

Maggot Brain
00
19.10.2011, 19:05

Doch das geht, im VMware Player einen VMware ESX, und darin wieder VMs.

der Pinguin
 
00
19.10.2011, 09:27
alle

anwendungen funktionieren. du hast ja ein ganz normales OS in der virtuellen Maschine installiert (zb Windows XP, Linux, etc). Was nicht gut hinhaut sind 3D Geschichten, also Software die Direct-X oder OpenGL benötigt. Bissl mühsamer ists dazu mit Peripherie Geräten. Drucker, externe Festplatten, etc funktionieren soweit einwandfrei, bei Cardreadern, etc hatte ich schon Probleme.

aufgeklärtbisheiter
00
19.10.2011, 12:03

Eine Einschränkung an die ich nicht dachte: Spiele. Dafür ist das wirklich nicht gut geeignet.

Mit Peripherie hatte ich noch nie Probleme und ich nutze hier allerlei wirklich exotisches USB Zeux. Das hat man wirklich toll gelöst.

frugal
00
19.10.2011, 08:03
klingt sehr interessant

könnten sie vielleicht einen link posten, wo detailliertere infos für heimanwender zu finden sind?

merci

aufgeklärtbisheiter
00
19.10.2011, 13:24

Einfach nach VMWare suchen. Im Netz finden Sie haufenweise Info dazu. Ich kenne jetzt keine anderen Quellen, da ich VMWare schon seit Jahren verwende.

Bei VMWare registrieren, den Player (ist gratis) runterladen und loslegen. Wenn man sich ein bissl mit PCs auskennt ist das eigentlich selbsterklärend.

Zwei Punkte die wichtig sind: Man sollte sich mit den Netzwerkeinstellungen der VMWare beschäftigen (bridged, host, NAT) und am Client unbedingt die VMWare Tools installieren.

Rote Pest
00
19.10.2011, 12:32

Für Heimanwender reicht VirtualBox völlig.
Im Serverbereich wird windows von vmware besser unterstützt als von XEN, welches wiederum für Linux vm's performanter und besser zu bedienen ist (es gibt zB keinen Linux Client zur Verwaltung von vmware).

frugal
00
19.10.2011, 13:38
danke für die infos

werde mir gleich mal die virtualbox runterladen.

Rote Pest
00
19.10.2011, 13:41

Unbedingt die Gastsystem Erweiterungen in der vm installieren, sonst macht es keinen Spass.

Liberaler Atheist
03
18.10.2011, 23:32

Also das beste Schreib- und Schaufeeling hat man immer noch am Desktop. Bei weitem. Und wenn man da (privat, ich rede jetzt nicht vom beruflichen) 1x täglich hineinschauen kann, reicht das vollkommen. Alles andere ist was für Freaks.

Es lebe der Desktop!:-)

Zitronenbaum
00
18.10.2011, 22:57
Alles Cloud oder was?

Solange Daten an die USA weitergegeben werden könnt ihr das mal ganz schnell vergessen ... /:<

Maggot Brain
00
18.10.2011, 23:17
Nix verstanden, aber posten?

man kann sich mit VMware ja seine eigene Cloud bauen (Slogan der VMworld: "Your cloud. Own it.")

Emiliano Zapata
 
02
18.10.2011, 23:05
vmware ist ja hauptsächlich eine unternehmenslösung

und mit den serverprodukten kann ich bereits heute mit einer handvoll hardware ziemliche serverlandschaften virtualisieren. und die daten liegen dann auf der eigenen storage - die wiederum überall stehen kann...
das ist nicht so wie bei itunes oder google apps, wo alles von einer zentrale gemanaged wird, sondern es sollen sich ja die firmen ihre eigenen rechenzentren damit aufbauen...

Achmo Ledbid
00
19.10.2011, 11:20
die zeiten...

...wo vmware das große geld im enduser-geschäft mit vmware workstation gemacht hat sind lange vorbei. inzwischen ist vmware vsphere/esx quasi-standard für große rechenzentren. citrix und microsoft hinken da ordentlich nach, werden aber sicher auch mal gleichwertige produkte schaffen.

aufgeklärtbisheiter
00
19.10.2011, 03:57

VMWare hauptsächlich eine Unternehmenslösung?

Na jo, na jo.

Beiddenker
00
19.10.2011, 08:27
Naja, ESX auf jeden Fall und erst mit ESX gehts auf der Serverseite wirklich los ...

...

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