Kunsthallen-Chef will seinen Sessel aber nicht räumen
Wien -Gerald Matt, Direktor der Kunsthalle Wien, soll, wie berichtet, private Dienstleistungen (Möbeltransporte, Umbauarbeiten in seiner Wohnung oder Autoreparaturen) über das Ausstellungshaus verrechnet haben. Nach den Oppositionsparteien fordert auch der Koalitionspartner Konsequenzen.
Bis zur restlosen Aufklärung der Vorwürfe sei Matts Beschäftigung aus Gründen der politischen Sauberkeit nicht tragbar, so Klaus Werner-Lobo, Kultursprecher der Grünen: "Wir würden daher eine Subvention an einen Verein, der dieses Problem nicht löst, unsere Zustimmung im Kulturausschuss und im Gemeinderat verweigern."
Matt sieht "keine Veranlassung und keine Grundlage" , interimistisch den Sessel zu räumen, ließ er dem Standard mitteilen. Und Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SP) sieht rechtlich keine Möglichkeiten, Matt, der kein Beamter ist, zu suspendieren oder über dessen bis 2014 laufenden Vertrag zu bestimmen. Im ORF-Morgenjournal hat er aber angekündigt, die Kunsthalle in "unmittelbarer Zukunft" in eine GmbH inklusive Aufsichtsrat umzuwandeln. Derzeit wird sie von einem privaten Verein geführt. Schon Mailaths Vorgänger Peter Marboe hatte über mangelnde Kontrollmöglichkeiten geklagt. (trenk, DER STANDARD/Printausgabe 19.10.2011)