Kenianische Streitkräfte rücken in Somalia weiter vor - Shabaab-Miliz droht mit Vergeltungsschlägen
London - Zwei mutmaßliche Terrorverdächtige aus
Großbritannien sind nahe der Grenze zu Somalia von kenianischen
Polizisten festgenommen worden. Die beiden sollen britische
Staatsbürger sein, jedoch ursprünglich aus Somalia und Pakistan
stammen, wie die Nachrichtenagentur PA am Dienstag unter Berufung auf
die Polizei in Kenia berichtete. Sie würden derzeit von
Anti-Terror-Spezialisten befragt.
Terroristen aus Gegend um Cardiff
Was genau den Männern vorgeworfen wird, war zunächst unklar. Sie
seien festgenommen worden, als sie die Grenze zu Somalia überquerten,
hieß es aus Kenia. Die britische Polizei und das Außenministerium
teilten mit, man sei mit den kenianischen Behörden in Kontakt und
versuche, über die Botschaft in Nairobi Kontakt zu den Männern
herzustellen. Die beiden Briten stammen aus der Gegend von Cardiff,
wo es eine starke Gemeinde somalischer Einwanderer gibt.
Kenianisches Militär schon 120km eingerückt
Das kenianische Militär setzte seine Militäroffensive im
Landesinneren von Somalia am Dienstag fort. Anlass dafür war die Entführung von zwei spanischen Mitarbeiterinnen von Ärzte ohne Grenzen in Kenia. Nach Angaben eines
Armeesprechers rückten die Truppen mindestens 120 Kilometer weit nach
Somalia ein.
Die radikalislamische Shabaab-Miliz in Somalia drohte mit
Vergeltungsschlägen. Sie wolle die kenianischen Interessen "im
Herzen" treffen, wenn "die Aggression auf somalischem Boden" nicht
beendet werde. Shabaab-Führer Scheich Hassan Dahir Aweys sagte am
Dienstag, seine Miliz werde "Kenia an allen möglichen Fronten
angreifen". Die Bevölkerung von Nairobi wurde zu erhöhter
Aufmerksamkeit aufgerufen. Kenia ist ein beliebtes Touristenziel und
fürchtet um seinen Ruf als Urlaubsland. (APA)