Nach Wheldons Tod wird Kritik an IndyCar-Serie laut - NASCAR-Fahrer Jonhson forderte Indy-Aus für Oval-Kurse
New York - Nach dem Unfalltod des Briten Dan Wheldon beim
Finale der IndyCar-Serie in Las Vegas am Sonntag haben sich in die Trauer
bereits kritische Töne gemischt, droht den Veranstaltern der Rennserie eine
Sicherheitsdiskussion. Indes wurden der US-Amerikaner John Hildebrand und die
Britin Pippa Mann, die schon zu Beginn des Rennens verletzt wurden, wieder aus
dem Spital entlassen - beide werden laut Ärzten wieder voll genesen.
Der Tenor der Kritik: Ist es klug, auf einer extrem schnellen Strecke mit
Steilkurven, auf der seit elf Jahren kein IndyCar-Rennen mehr stattgefunden hat,
zu fahren? Auch das große 34 Piloten umfassende Teilnehmerfeld, in dem sich
nicht nur Routiniers, sondern auch wenig erfahrene Motorsportler befanden, die
für die hohen Geschwindigkeiten bis zu 360 km/h und den Kampf über 200 Runden
nur ungenügend vorbereitet waren, scheint manchem der falsche Zugang zu sein.
Die Verantwortlichen halten sich vorerst bedeckt, werden in weiterer Folge
aber über konkrete Aussagen zum Thema Sicherheit nicht umhinkommen. Das
prophezeit etwa der US-Berater Ernest DelBuono, der Großfirmen und staatlichen
Stellen in Sachen Krisenkommunikation zur Seite steht: "Sie werden
Sicherheitsthemen diskutieren müssen." Ausgerechnet Wheldon war im vergangenen
Jahr mit dem Testen jenes Autos beschäftigt gewesen, das in der kommenden Saison
mit verstärkten Sicherheitsmaßnahmen auf die IndyCar-Strecken kommt.
NASCAR-Fahrer Jimmie Johnson etwa forderte gar ein Ende der offenen Wagen auf
Indy-Car-Strecken. "Ich würde nicht auf Oval-Kursen fahren. Es kommt zu
Situationen, wo das Auto bei hoher Geschwindigkeit abhebt. Und dann kannst du es
nicht mehr kontrollieren", sagte der US-Amerikaner, der nach der Geburt seiner
Tochter seiner Frau versprechen musste, niemals ein IndyCar-Rennen zu fahren.
Auch Ex-Formel-1-Champion Jody Scheckter zeigte sich äußerst besorgt -
schließlich ist auch sein Sohn Tomas Teil der Rennserie. "Es ist derzeit die
gefährlichste Motorsport-Formelserie", sagte der 61-Jährige, der den Horrorcrash
live miterlebte. "Es war unvermeidbar, dass irgendjemand einen Unfall
verursacht." Seinen Sprössling will er vom IndyCar wegbringen. "Ich habe ihm
gesagt, dass ich möchte, dass er aufhört", betonte Scheckter. (APA/Reuters)