ÖVP Wien

Aichinger hinterfragt, ob für Kurz die Zeit schon gekommen ist

Katrin Burgstaller, 21. Oktober 2011, 12:50
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    foto: apa/pfarrhofer

    Fritz Aichinger ist der neue Klubobmann der Wiener ÖVP. Weder was die Solidarabgabe der Reichen, noch was die Chefposition betrifft, will er sich festlegen. Statt dessen soll die Basis eingebunden werden.

Die Wiener ÖVP entdeckt die Basisdemokratie - Wie der Klubobmann seine Partei wieder auf Vordermann bringen will

Fritz Aichinger hat Mitte September den Job als ÖVP-Wien-Klubobmann angenommen. Im derStandard.at-Interview erklärt er, wie er die Basis wieder motivieren will. Zum neuen Stil der ÖVP gehöre es, dass Personalfragen nicht in der Öffentlichkeit diskutiert werden. Über Sebastian Kurz als möglichen Parteichef sagt er: "Dass er ein politisches Talent und ein guter Kopf ist, ist keine Frage. Die Frage ist nur, ob der Zeitpunkt passt". 

***

derStandard.at: Wie haben Sie sich in Ihre neuen Position als Klubobmann der Wiener ÖVP eingelebt?

Aichinger: Ich bin seit 2001 im Gemeinderat und kenne die Spielregeln. Ich gebe meine Funktion als Bundeshandelsobmann auf und konzentriere mich voll auf die Klubarbeit.

derStandard.at: Was wollen Sie anders machen?

Aichinger: Ich möchte nicht nur den engeren Klub betreuen, sondern künftig auch unsere Bezirksvorsteher und Bezirksklubobleute sehr stark in die politische Arbeit einbinden.

derStandard.at: Wurde die Basis vorher nicht eingebunden?

Aichinger: Ich schaue nicht zurück und will das auch nicht kommentieren, was früher war. Jeder hat einen anderen Arbeitsstil.

derStandard.at: Für die nächsten Nationalratswahlen ist der Wählerzuspruch aus Wien besonders wichtig. Welche Rolle spielt hier die Landes-ÖVP im Vergleich zur Bundes-ÖVP?

Aichinger: Gerade in den Ballungszentren ist für den Wähler oft nicht sichtbar, ob es sich in einzelnen Fällen um landes- oder bundespolitische Fragen handelt. Daher müssen wir klar mit dem Wähler kommunizieren. Vor einigen Jahren hatten wir in Wien noch 180.000 Wählerstimmen, das war ein gutes Ergebnis. Bei der letzten Gemeinderatswahl waren es 107.000 Stimmen. Dieses Spektrum müssen wir erweitern.

derStandard.at: Welches Profil wollen Sie der Wiener ÖVP geben?

Aichinger: Wesentlich ist eine aktive Wirtschaftspolitik, die eng mit den Arbeitsplätzen in der Stadt zusammen hängt. Wien hat hier massiven Aufholbedarf, wenn man sich die Arbeitslosenstatistik ansieht. Von enormer Bedeutung ist die Bildungspolitik, da sie einen wesentlichen Faktor für die Zukunft der Jugend darstellt. Essentiell ist auch die Verkehrspolitik, beispielsweise muss die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs forciert werden.

derStandard.at: Sehen Sie sich eher als Wirtschaftspartei oder als christliche Partei?

Aichinger: Ich kann für mich keine Einordnung geben. Das muss unter Umständen wer anderer feststellen. Mir sind die christlichen Werte sowie Eigenständigkeit, Selbstverantwortung und der Leistungsgedanke sehr wichtig. Eine Stadtpartei sollte jedenfalls in die Zukunft schauen und den Horizont erweitern.

derStandard.at: Sie wollen sich einerseits auf christliche Werte berufen, andererseits wollen Sie modern wirken und junge Leute ansprechen. Ein Widerspruch?

Aichinger: Nein, das ist kein Widerspruch. Man muss zu seinen Werten stehen. Wir müssen uns sowohl um die Jungen als auch um die Alten kümmern. Das Thema Bildung ist zum Beispiel ein generationenübergreifendes Feld. Es interessiert die Großeltern, in welche Schule ihre Enkel einmal gehen werden. Dieses Schubladendenken in Alt und Jung müssen wir aufgeben.

derStandard.at: In der ÖVP mehren sich die Stimmen für eine Solidarabgabe der Reichen. 

Aichinger: Die ÖVP ist eine breit aufgestellte Partei, dass es hier Diskussionen gibt, ist positiv. Die Frage ist, wozu wird sich die Partei letztendlich durchringen. Das muss dann auch von der gesamten Partei getragen werden. 

derStandard.at: Ein anderes Thema: Ist Ihnen eigentlich schon aufgefallen, dass sich die Wiener FPÖ im Dauerwahlkampf befindet?

Aichinger: Die FPÖ hat eine andere Struktur als wir. Sie steckt ihr ganzes Geld in die Werbung und macht einen Dauerwahlkampf. Unser Stil ist, dass wir mit vielen Funktionären in den Bezirken konstruktiv arbeiten. Die FPÖ wird immer kampagnisieren, aber das ist nicht unser Stil.

derStandard.at: Ist die Präsenz der ÖVP auf den Straßen ausreichend?

Aichinger: Diese ist verbesserungswürdig. Aber wir sind prinzipiell nicht so schreierisch.

derStandard.at: Müssen Sie bei Ihrer Basis viel Motivationsarbeit leisten?

Aichinger: Ja das ist ein zentraler Punkt, denn die Stimmung der Basis ist entscheidend. Ich bin auf gutem Wege, die Stimmung in eine wesentlich positivere Richtung zu lenken.

derStandard.at: Wen wünscht sich die Basis als ÖVP-Wien Chef oder Chefin?

Aichinger: Da muss man sich überlegen, in welche Richtung wir gehen wollen und wir müssen dazu die passende Persönlichkeit finden. Diese Persönlichkeit muss das dann auch wollen und die breite Basis muss diese Persönlichkeit mittragen.

derStandard.at: Sebastian Kurz wird immer wieder genannt.

Aichinger: Dass Sebastian Kurz ein politisches Talent ist und ein guter Kopf ist, ist keine Frage. Die Frage ist nur, ob der Zeitpunkt passt. Es macht keinen Sinn, wenn wir jetzt Namedropping betreiben. Es kann nicht so sein, dass wir Namen in der Zeitung lesen, diese dann aber einen schweren Stand haben. Es müssen zuerst unsere Entscheidungsträger befragt werden. 

derStandard.at: Schließen Sie Herrn Kurz also aus, weil der Zeitpunkt nicht passt?

Aichinger: Das habe ich nicht gesagt. Es bringt uns keinen Zentimeter in der Sacharbeit weiter, wenn ich Kurz jetzt ausschließe. Ich lege mich in keiner Weise fest.

derStandard.at: Irritiert es Sie nicht, dass kaum sonst jemand als VP-Chef oder Chefin gehandelt wird?

Aichinger: Das ist ein Vorteil. Jene, die in den Medien genannt werden, haben es doppelt schwer. Sie werden unter Umständen durch die Medien dazu bewogen, es nicht zu machen. Es ist eine gute Kultur, dass wir so etwas nicht öffentlich diskutieren. Wir kommunizieren jetzt anders und das ist mir wichtig. (Katrin Burgstaller/derStandard.at, 21. Oktober 2011)

FRITZ AICHINGER, geboren 1946, ist Klubobmann der Wiener ÖVP. Bis zuletzt war er Obmann der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer. Er ist außerdem Wirtschaftssprecher der ÖVP Wien und stellvertretender Obmann des Wiener Wirtschaftsbundes.

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Posting 1 bis 25 von 37
1 2
adaschauher
01
25.10.2011, 08:10
kurz muss noch um ein paar millionen bei dichandfellners schalten, bis er ran darf...

bula sagt
00
24.10.2011, 09:42
die basis

das unbekannte wesen.
die befragung wird für die wiener övp immer leichter, da die basis immer kleiner wird.

Deus Ex Coquina
01
24.10.2011, 16:44

Vermutlich ein Selbstgespräch!

heinz strobl
 
01
23.10.2011, 22:59
basis einbinden ?

Wovon spricht der Mann?Welche Basis ?

heinz strobl
 
02
23.10.2011, 22:51
Warum sollte ein urbaner Mensch

die ÖVP wählen ? Seit Busek und Jörg Mauthe(lang lang is' her) gab es keine interessanten Persönlichkeiten.Wessen Interessen vetritt die ÖVP ?
Oppositionsarbeit ?Davon haben sie noch nichts gehört .zb Grabesstille bei Skylink(wegen Pröll ?:))
Die Marke ÖVP steht für ???...zb fad, abgehoben,nichtssagend,OpernballebutantInnen,
Maybach,Golf(am Rasen),Weinverkostung mit Geriatriekandidaten,Schönbrunnerdeutsch,
Furchenadel alter Schule,für Gott, Kaiser und Vaterland,usw

Curd Hombre
01
23.10.2011, 21:01
Die Demokratie in Österreich wäre ohne ÖVP.....

....wahrscheinlich eine besser!

Aber gut!

qqq
 
02
23.10.2011, 14:52
wo du auch

hinschaust - der schlechte, miese durchschnitt herrscht und beherrscht : alles !

torch
 
00
23.10.2011, 10:15
Aichinger hinterfragt, ob für Kurz die Zeit schon gekommen ist

Sollte lieber hinterfragen, welche Leute den wählen sollen.

Wie war das nochmals mit der Erfolgstory des "Bonzenquälers Himmer", einer der Shooting-Star-Supertalente der ÖVP?

Moneymaker
02
22.10.2011, 23:58
Polit-Zombie räsoniert über Polit-Frühchen!

Jersey Girl
02
22.10.2011, 21:51
Der Aichinger

hat mir vor ein paar Jahren auf der Seniorenmesse in der Stadthalle besoffen den Hintern gegrapscht. Ich war keine Seniorin, sondern hab bei einem Weinstandl als Bedienung gearbeitet. So viel zu diesem Hoffnungstraeger der Buergerlichen.

Takeshi Kovacs
00
23.10.2011, 15:03
ich hoffe, Sie haben ihm

stande pede eine aufgelegt.

northrim
06
22.10.2011, 18:49

jo kruzifix, des is jo da rambold toni!

http://www.zdf.de/ZDFde/inh... 54,00.html

macstar
02
22.10.2011, 21:53
ge tooonniii

mogst nit mit uns schweinsbrodn miteassan. kumm aufi, da benno und i lodn di ein...

.... (in meiner wohnung stinkt es urplötzlich nach weihrauch)

Hank Williams1
02
22.10.2011, 21:59
scht !

Mai hoidn Saubuam, waun a suichana wörld menetscha spricht, sunst schick i enk de Frau Lloooorens

camperrudi
12
22.10.2011, 09:33
fern der urbanität - die ÖVP

die övp kann/wird ingrossstädten nie richtig fuss fassen. fehlt ihr doch die bauernschaft und dnachkirchlichen stammtische mit den pfaffen....
auch das konservtive bürgrtum hat erkannt(vor allem das junge) dass sie bei den GRÜNEN angekommen sind.
dass dieses klientel die verschmähte "ARBEITERKLASSE" nicht anspricht -auch nicht ansprechen kann - ist schon rein ideologisch begründet...selbst jene menschen die vom "LAND" kommen erkennen in den städten, dass die övp nicht ihre interessen vertritt.
es gibt vielleicht bei den christlich klerikalen NOCH einige sitmmen zu holen - aber auch diese tendieren eher zum KLEINBÜRGERLICH-FASCHISTOIDEN-POPULÄREN partein.
den "wirtschaftsflügel" sehe ich gespalten - siehe oben...

Kilian Hupka
01
22.10.2011, 08:15
ÖVP-Lemminge...

o ja, meine herren, ihr habt die freiheit,nicht nun zu rufen,(wir wollen den proportz/futtertrog) sondern auch zu gehen, wohin ihr wollt, selbst in den SUMPF.
wir sind sogar der meinung, daß euer wahrer platz gerade im SUMPF ist - wir sind bereit euch nach kräften bei eurer übersiedelung zu helfen....
aber lasst unsere hände los,klammert nicht, besudelt uns nicht...und das große wort FREIHEIT....
wir wollen die FREIHEIT-nicht nur gegen den SUMPF kämpfen, sondern gegen diejenigen, die sich den SUMPF zuwenden! (leicht gekürzt)
W.I.LENIN

der LANDSTREICHER

Urban Angel
02
22.10.2011, 07:24

wenn der Aichinger gesagt hätte: er wolle die Fehler eines Hahns ausmärzen und die Novomatic wieder in den Prater zurückdrängen; würde ich ihm Kurz Gehör schenken. Aber so. no way

Reversi
 
618
21.10.2011, 18:01
Kleines Einmaleins der Österreichische Innenpolitik

ÖVP = böse & gerissen
FPÖ = böse & deppert
BZÖ = zu deppert zum böse sein
SPÖ = gut, aber deppert
Grüne = gut, aber zu gut für diese Welt!

Deckt 90% aller im Forum vorherrschenden Meinungen ab!

LCMSMS2
01
24.10.2011, 07:25
Hehe

"uns geht es so gut aber den anderen so schlecht": Grün

"uns geht es so schlecht aber den anderen so gut": FPÖ

"nehmt den anderen was weg": SPÖ

"nehmt bloß mir nix weg": ÖVP

bläh! bläh!
00
23.10.2011, 13:41
lol!

meresi
43
22.10.2011, 07:38
zuerst mal ein grün...

für das beinahe zutreffende, die fehlenden 10% sind die kommunisten, von vielen total verkannt, da sie mit den altvorderen nichts mehr gemeinsam haben...ja? aber wie es halt so üblich ist in diesen ungebildeten lande...na, ich erspar mir weitere kom...

Kilian Hupka
01
23.10.2011, 08:35
KPÖ???

OK! aber! mit diesen in wien - die glauben sie seien das gelbe vom ei -politisierenden kommunisten (wr.kpö) ist genau sowenig dahinter wie mit dem wurmfortsatz der wr.övp!

diese sich kommunisten nennende wr. sekte sollte/müsste in die "lehre" der steirischen KPÖ gehen!!!

aber da trennt sie viel mehr als sie sie verbindet! (ideologisch)

der LANDSTREICHER

MemoryDragon
32
23.10.2011, 00:08
Sorry

Aber die Kommunisten wählen ist ungefähr ähnlich wie die Nachfolgepartei der NSDAP in Österreich wählen.

Freu dich - es gibt Keinen der dich liebt
01
21.10.2011, 23:32
Was soll man machen ?

Es liegt in der Natur der Sache dass die Dummen immer in der Mehrheit sind . Ein angenohmener Durchschnitts IQ von 100 sagt ja schon alles . Demokratische Systeme sind ja keine intelligenten Systeme - Aber sie funktionieren die letzten paar Jahrzehnte - Deswegen existiert sie (noch)

Archi
00
23.10.2011, 14:57
ihr posting sagt auch schon alles, nämlich, dass sie offensichtlich nicht die geringste ahnung haben, was es mit diesem IQ von 100 so auf sich hat...

aber google ist ihr freund! oder schauens gleich da nach:

http://de.wikipedia.org/wiki/Inte... nzquotient

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