Zusammenarbeit

Universität Innsbruck plant eigene Fakultät für Lehrerausbildung

18. Oktober 2011, 13:58
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    foto: apa/fohringer

    Künftige Lehrer sollen in Innsbruck künftig an einem Institut unterrichtet werden.

Soll 2012 gegründet werden - Zweiter Schritt wäre Zusammenführung von Uni und Pädagogischer Hochschule

Innsbruck - Die Universität Innsbruck will im Jahr 2012 mit einer sogenannten "School of Education" eine neue Fakultät für die neue Lehrerausbildung errichten. "Wir werden diese Fakultät gründen" erklärte der geschäftsführende Rektor Tilmann Märk am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. Als nächster Schritt sei dann laut Märk die Zusammenführung der Pädagogischen Hochschule (PH) Tirol mit der Universität geplant. Dieser Schritt könne jedoch erst dann gesetzt werden, wenn sich die Politik in Sachen Lehrerbildung entschieden habe, sagte er.

"Angebot an die Politik"

Dieses "Zukunftskonzept" sei ein "Angebot an die Politik". "Ich hoffe, sie wird dieser Verantwortung gerecht", meinte Märk. Man wolle aber keine Abschaffung der PH, sondern eine "Vereinigung". "Es bedarf hier noch einer weiteren Überzeugungsarbeit", sagte Märk. Die Leitung der Universität Innsbruck führe derzeit Gespräche mit allen Interessensvertretern und orte dabei eine "große Übereinstimmung".

Keine Parallelstrukturen

Die Pädagogenbildung habe jedenfalls an einer Universität stattzufinden, gab sich Margret Friedrich, Vizerektorin für Lehre und Studierende, überzeugt. "Es macht einfach keinen Sinn, Parallelstrukturen zu haben. Es geht um einen gemeinsamen Weg", meinte Friedrich. Außerdem sei ein Zusammenführung "kostengünstiger als ein Upgrading einer Pädagogischen Hochschule zu einer Pädagogischen Universität", erteilte die Vizerektorin jenem Modell eine Absage, das Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) derzeit forciert.

Drei Institute

In der School of Education seien mindestens drei Institute vorgesehen - ein Institut für Lehrerbildung und Schulforschung, ein Institut für Fachdidaktiken der Naturwissenschaften und ein Institut für Fachdidaktiken der Geisteswissenschaften, erklärte Friedrich. Es gehe insbesondere um den Aufbau einer Einheit, da die Lehrerbildung bisher auf die einzelnen Fakultäten verteilt gewesen sei. An der Uni Innsbruck habe man jedoch seit vielen Jahren entsprechende Kompetenzen aufgebaut und verfüge über die notwendigen Infrastrukturen, meinte die Vizerektorin. "Deshalb haben wir die Möglichkeit, die Lehrerbildung Neu in die bestehenden Strukturen einzubauen", sagte Friedrich.

Die neu geschaffene Fakultät soll nicht nur die inhaltliche Ausbildung organisieren und gestalten, sondern auch die Zusammenarbeit mit den PH koordinieren. "Es wird entweder zu einer Kooperation oder zu einer Integration der Pädagogischen Hochschule kommen. Bei Letzterem wird es dann mehr Institute geben", erklärte Friedrich.

Unterstützung von Töchterle

Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP), bis vor wenigen Monaten selbst Rektor der Uni Innsbruck, zeigte sich in einer Aussendung angetan von den Plänen. "Mit dem Modell einer School of Education unter federführender Verantwortung der Universität werden die vorhandenen Ressourcen in ein zukunftsweisendes Gesamtkonzept bestmöglich eingebracht", ließ der Minister mitteilen. (APA)

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12 Postings
Tilmann Reuther
01
19.10.2011, 18:57
Überlegtes Zusammenführen von Universität und Pädagogischer Hochschule

Die Zusammenführung der LehrerInnenaus- und fortbildung unter der gemeinsamen Leitung von Universität und Pädagogischer Hochschule soll zielstrebig und mit Augenmaß vorangetrieben werden, und zwar in möglichst flexiblen Modellen je nach Standort, unter Bedachtnahme auf die Personalstrukturen und unter Einbindung der Studierenden. Es geht um Synergien und Demokratisierung der Institutionen. Der Neuauf- und ausbau pädagogischer Hochschulen im unmittelbaren Wirkungsbereich des Unterrichtsministeriums als Parallelinstitutionen zu Universitäten im mittelbaren Wirkungsbereich des Wissenschaftsministeriums ist sachlich unnötig und finanziell unverantwortlich. Ich wünsche mir von Frau BM Schmied mehr Vertrauen in Zusammenarbeitsmodelle.

Bortolino
02
19.10.2011, 13:55
Wird langsam auch Zeit

Die fertig ausgearbeiteten Konzepte für Schools of Education liegen ja in mehreren Universitätsstädten schon länger fertig in den Schubladen. Nicht nur in Innsbruck. Zum Beispiel auch in Graz und in Klagenfurt.
An all diesen Universitätsstandorten verfügen die Universitäten über hervorragende wissenschaftliche MitarbeiterInnen, die auch die kontinulierliche Anbindung der LehrerInnenausbildung an den aktuellen Standt der Forschung im jeweiligen Fach und in der Fachdidaktik gewährleisten. Und es gibt Konzepte, wie PHs und UNIs gemeinsam die LehrerInnenausbildung tragen können.

Die Einzige, zu der sich das anscheinend noch nicht durchgesprochen hat, ist Claudia Schmied mit ihren Alleingängen in dieser Sache.

Carla Sociale
24
18.10.2011, 15:58
Mit dieser Forderung wird sich Märk schwer durchsetzen können.

Die AHS- und BHS-Lehrer sind jetzt schon zu teuer. Wenn in Zukunft die VS- und HS-Lehrer (und was es sonst noch an Lehrern gibt) auch als Akademiker zu entlohnen wären, wird das Schulsystem unfinanzierbar.

mountaineer
00
1.11.2011, 18:17

Wenn Sie wüssten, wie wenig ein AHS-Lehrer heute als Berufseinsteiger verdient, dann würden Sie schweigen.

Bortolino
00
19.10.2011, 12:43
Im Vordergrund muss wohl die Ausbildungsqualität stehen

und nicht von Lehrergewerkschaftssystemsklerotikern aufgestellte zusätzliche Forderungen.

A. Sieberer
01
19.10.2011, 07:48

Die Erfahrung aus allen Bereichen, in denen es immer höhere Akademikerquoten gibt, zeigen, dass die zusätzlichen Akademiker keineswegs alle höher entlohnt werden, sondern im Gegenteil, dass das vermehrte Angebot zu niedrigeren Löhnen führt.

So wird es schon in naher Zukunft ziemlich sicher in der Unterstufe HS-Lehrer mit Master geben, die im Gehaltsschema deutlich unter den derzeitigen AHS-Lehrern liegen werden und zusätzlich mehr Unterrichts- und Anwesensheitsstunden zu leisten haben.

lehrer
20
18.10.2011, 21:35
negatives denken

auch jetzt sind alle lehrer seit einigen jahren akademiker...bachelor bzw magister...gehaltsproblematik kann ja wohl durch neues (gerechtes) dienstrecht entschärft werden, derzeit unterrichten ahs lehrer durchschnittlich 18 bis 19 wochenstunden, vs lehrer 21 bis 22 stunden..also für alle 22 stunden wird ja möglich sein!

life is like a grapefruit
01
18.10.2011, 16:33

"Akademiker" sind aber ohnehin geplant, die Frage ist, ob sie an den Unis oder (wie Schmied will) an den "Pädagogischen Universitäten" (quasi die Pädagogischen Hochschulen mit neuem Türschild) ausgebildet werden.

Und da bleibt nur zu hoffen, dass Märk sich durchsetzt.

Radio Eriwan
00
18.10.2011, 15:55
Lobenswert.

Bloß, es gibt kein Institut für Pädagogik. Brauch ma net?

life is like a grapefruit
02
18.10.2011, 16:35

Pädagogik ist nicht gleich Didaktik. Abgesehen davon, ein Institut dafür hat die Uni Innsbruck eh und sie wird es wohl auch mit der neuen Fakultät noch haben.

Der Vater Staat
14
18.10.2011, 14:24
LehrerInnen-Ausbildung an die Unis!

Für einen qualitätsvollen Unterricht braucht es beides: Fachliches Wissen UND didaktische Kompetenzen. An den Unis gibt es dafür die besten Voraussetzungen, die PH ist damit nicht zu vergleichen. Deshalb: Universitäre Master-Abschlüsse für ALLE Schulformen!

another_stranger_me
01
18.10.2011, 23:32

wäre wünschenswert, wird aber leider so schnell nicht kommen, denn dann müsste man alle lehrer als akademiker entlohnen

und seit wann bitte gibt österreich geld für bildung aus??

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