Metaller-Einigung

Der Klügere zahlt mehr

Kommentar | Regina Bruckner, 18. Oktober 2011, 10:58

In der Metallindustrie gibt es nach Säbelrasseln und Streik ein akzeptables Ergebnis – ganz im eigenen Interesse

Nach Säbelrasseln, Arbeitsniederlegung, Streikdrohung ist das Ergebnis da. Die Metaller bekommen um 4,2 Prozent mehr Lohn und Gehalt, Hilfsarbeiter können sich über bis zu 5,3 Prozent zusätzlich freuen. Außerdem wird die Elternkarenz deutlich ausgebaut. Der Industrie kostet der Abschluss rund 300 Millionen Euro.

Das klingt nach einem großen Deal und ist doch nur das Mindeste dessen, was im Interesse aller auszuverhandeln war. Die Wirtschaftslage ist mehr als unsicher, ob eine Rezession tatsächlich ausbleibt ungewiss. Die Preise sind hingegen saftig gestiegen. Für Wohnen und Leben greifen die Österreicher tief in die Taschen, manch einer macht Schulden, um sein Überleben zu sichern, schön langsam schlägt auch die Krise auf die Stimmung. Das weiß auch die Industrie. Und so tut man, was in solchen Zeiten volkswirtschaftlich klug ist. Man gibt den Arbeitnehmern zumindest das Gefühl, dass die Lage nicht noch harscher wird.

Damit tun sich die Betriebe letztlich nur selbst Gutes. Denn es war der private Konsument, der sich in den vergangenen Krisenjahren als der ruhende Anker in stürmischer See erwiesen hat. Während die Unternehmen auf der Investitionsbremse standen, gaben die Privathaushalte Gas. Da wurde fleißig saniert, eingekauft und investiert. Gerade in den niedrigen Einkommensklassen fließt nahezu das gesamte Salär in den Konsum. Diesen nicht abzuwürgen, kann nur im eigenen Interesse sein. So klug wie die Industrie muss nun nur noch der Handel sein. (derStandard.at, 18.10.2011)

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Posting 1 bis 25 von 41
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Cesarus55
01
19.10.2011, 15:33

wieviel fließt in den niederen Einkommensklassen wirklich in den Konsum? Da gibt es die Miete und da gibt es das Essen. Es profitiert also der Vermieter und Rewe & Spar.

Aber wieviel Geld ist für den Rest da? Wie viel geben niedere Einkommensklassen für Urlaub, Kino. Kleidung etc. aus. Vom neuen Auto rede ich ja gar nicht.

verleih nix
00
19.10.2011, 16:00
nein! es profitieren frau fekter, der vermieter, rewe und spar

stop-making-sense
31
19.10.2011, 12:02
Wichtig ist, dass die Erhöhung im öffentliche Dienst nicht mehr als 2% beträgt.

Eine weitere Verschuldung für Gehaltserhöhungen bei den Beamten wäre politisch unvertretbar und fahrlässig.

Abgesehen davon ist eine Effizienz- und Produktivitätssteigerung innerhalb der Verwaltung nicht nachweisbar.

drwestbahn
03
19.10.2011, 16:31
Mit welcher Begründung

wollen Sie der Krankenschwester, dem Müllarbeiter, der Altenpflegerin, der Lehrerin, ... das Gehalt kürzen, nachdem Sie selbst gerade eine Erhöhung erhalten haben?

Sie gehen von der Minderheit der pragmatisierten Beamten nach altem Dienstrecht aus. Die Mehrheit sind schon längst die Vertragsbediensteten. Und die wollen auch weiterhin ihre Miete bezahlen können und zum Konsum beitragen. In den letzten Jahren hat der öffentliche Dienst immer unter den anderen Branchen (sogar unter den PensionistInnen) abgeschlossen.

Cesarus55
31
19.10.2011, 16:05
eine fast Nulllohnrunde für Pensionisten

würde noch mehr bringen. Weil die sind schließlich überhaupt nicht mehr produktiv.

edurkheim
54
19.10.2011, 08:10
Der Klügere zahlt mehr

Ein so ein blöder Spruch kann auch nur von jemanden kommen den das Geld von Eltern und später Staat vorne hinten immer nur hineingesteckt wurde.

Simplicius Simplicissimus
00
19.10.2011, 11:59
Ihr Spruch ...

... ist aber auch nicht gerade originell.

flotter denker
00
19.10.2011, 08:09
Klug, weil Kaufkraft gestaerkt. Super

Warum dann nicht gleich 10% ode 20 oder was weiss ich. Je mehr, desto klueger?

Fantastic Fox
23
19.10.2011, 02:51
Das ist das zweitdümmste,

das ich je gelesen habe.

flotter denker
00
19.10.2011, 08:05
Was war das Duemmste?

Fantastic Fox
01
19.10.2011, 09:12
Dass fliegende Eidechsen vom Planeten Zork

die Weltherrschaft übernehmen wollen.

flotter denker
00
19.10.2011, 09:16
No, welcher der beiden Sprueche duemmer ist,

darueber laesst sich noch trefflich streiten

OGHaha
00
18.10.2011, 19:49
Das durchaus gute Ergebnis war das "Säbelrasseln" und den Millionenschaden durch den Streik aber nicht wert.

Ich kann nicht für 5,5% streiken und dann das erreichen, dass ohne Streik sowieso auch erreicht worden wäre.

Hoffentlich haben die "jungen Wilden" etwas gelernt, aufs bewährte "System Benya" wurden sie ja zurückgepfiffen.

War doch die bewährte Strategie +1% bei den Gewerkschaften -1% bei den Arbeitgebern und in der Mitte treffen nach min. fünf (Spass muss sein) durchverhandelten Nächten.

Quatremère
00
19.10.2011, 17:15
Spaß muss sein

"Und jetzt noch d' Reblaus, dann sans waach!"

byron sully
39
18.10.2011, 16:29

klingt auf jeden fall vernünftiger als die radikal-neoliberalen kommentare von eric frey zu diesem thema.

peter schmidt
 
14
18.10.2011, 15:33
alles sehr schön. guter abschluss

aber das mit dem kaufkraftmantra erinnert mich schön langsam an das perpetuum mobile. Und das soll angeblich nicht funktionieren.

Reich sein muss sich lohnen!
01
18.10.2011, 22:14
Natürlich sind dem Grenzen gesetzt

und es funktioniert auch nur wenn man die Eigentümer/Aktionäre dafür auf Gewinn verzichten.

Wenn die Unternehmen einfach die Preise erhöhen, führt das lediglich zu Inflation.

Marquis de Venosta
00
19.10.2011, 11:08
In exportorientierten Branchen ...

... sollten Lohnerhöhungen eigentlich nicht die berüchtigte Lohn-Preis-Spirale antreiben.

Wie das Unternehmen die höheren Lohnkosten verdaut, hängt wohl davon ab, ob es sie in Form höherer Preise an den (im Ausland ansässigen) Kunden weitergeben kann.

Der (Arbeits-)Einkommenszuwachs im Inland geht wohl einerseits in inländischen Konsum, andererseits in Importe. Als Resultat gewinnt der Konsum auf Kosten des Exports an Bedeutung für das BIP, und der Leistungsbilanzüberschuss verringert sich.

Verhalten sich andere ("Exportweltmeister" D) ähnlich, hilft das auch Volkswirtschaften, in welchen sowohl der private als auch der öffentliche Sektor überschuldet sind.

Shanajio
02
18.10.2011, 17:20

Ein perpetuum mobile ist ja (oder sollte es sein) ein abgeschlossenes System.

In unsere Wirtschaft wird ja andauernd Geld hineingepumpt (also kein abgeschlossenes System).

metall81
00
19.10.2011, 06:51
Geld hat aber keinen...

...realen Wert.

Shanajio
00
19.10.2011, 07:17

Wenn Sie was von mir wollen, und mir dafür zB ein Auto anbieten, kann das für mich genauso keinen realen Wert haben.

"Wert" in diesem Sinne, entsteht nur in unserem Kopf, weil wir glauben, etwas unbedingt zu brauchen. Und solange alle (oder viele) an das Geld glauben, ist es durchaus eine Repräsentation für Wert.

metall81
00
19.10.2011, 07:29
Dann geh ich halt zum nächsten und hoffe, dass...

...es für den einen realen Wert hat.

Das hat nix mit persönlichen Präferenzen oder "daran glauben" zu tun. Wenn der zirkulierenden Geldmenge kein entsprechendes Warenangebot gegenüber steht, ist Geld nicht mehr wert, als das Papier auf das es gedruckt ist.

Shanajio
10
19.10.2011, 07:46

Das stimmt schon.

Allerdings ist es ja derzeit so, dass der zirkulierenden Geldmenge offensichtlich ein dementsprechendes Warenangebot gegenübersteht.

Und dadurch, dass immer ein bißchen mehr Geld in unser System gepumpt wird, wird die Nachfrage erhöht. Das hat zur Folge, dass einerseits das Angebot auch erhöht wird und andererseits die Preise steigen.

Und wir leben glücklich bis an unser Ende (oder das Ende der Resourcen).

metall81
00
19.10.2011, 07:58
Das funktioniert genauso lange,...

...wie die Produktivität im selben Ausmaß steigen kann wie die Geldmenge. Genau das ist ja das Problem bei unseren sogenannten Wirtschaftskrisen, die ja genaugenommen Geldkrisen sind.

Shanajio
00
19.10.2011, 08:09

Wenn die Produktivität nicht mitkann, kommt es zur Inflation.

Die 1930er Krise war eher dadurch gekennzeichnet, das zuwenig(!) Geld im Umlauf war, genauso wie am Anfang der aktuellen Krise (durch Blasenzusammenbruch etc.).

Was wir jetzt in der Eurozone erleben ist sowieso was anderes. Ich kann das nicht zuordnen, aber an eine zu große Geldmenge als ursächlichen(!) Auslöser glaube ich eher nicht.

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