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Operation am offenen Herzen der Industriegesellschaft

31. Oktober 2011, 14:39
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Die Energieversorgung der Zukunft erfordert entschlossenes Handeln, kluge Planung und enorme Investitionen sowie einen gesellschaftlichen Konsens

Die Energieversorgung Europas und damit auch Österreichs steht vor einer Trendwende, die mehrere Richtungsentscheidungen mit durchaus hohem Risiko erfordert. Versorgungssicherheit, Klimaschutz und der Atomausstieg in Deutschland müssen gleichermaßen bewältigt werden. Der rasch steigende Energiebedarf Chinas und Indiens, unstabile politische Verhältnisse in wichtigen Öl- und Gasförderstaaten setzen neue internationale Rahmenbedingungen. Ein dritter Themenkreis ergibt sich aus dem hohen Investitionsbedarf für die Umstellung der Energiesysteme und die Steigerung der Energieeffizienz, der krisenhaften Entwicklung der Staatsfinanzen und der Banken in europäischen Ländern und der dadurch latenten Gefahr eines großen Konjunktureinbruchs.

Die Energieversorgung der Zukunft und ihre Gestaltung werden somit zu einer Operation am offenen Herzen der Industriegesellschaft ohne Beispiel. Man kennt zwar die einzelnen Technologien und die wichtigsten Wirkmechanismen, aber in Summe gibt es kein fertiges Gebrauchsmuster. Entschieden wird heute auf Basis von Emotionen und einer verwirrenden Vielfalt von Studien, die sehr oft von den jeweiligen Wünschen der Auftraggeber geprägt sind und somit zu den unterschiedlichsten Ergebnissen kommen. Niemand kann heute sagen, ab wann und mit welchem Tempo sich beispielsweise die E-Mobilität durchsetzen wird. Niemand kann heute sagen, ob eine Stromversorgung, die sehr stark auf volatile Einspeisung aus erneuerbaren setzt, tatsächlich ausreichend stabil und kostengünstig sein wird, niemand kann heute sagen, wann die Preise für fossile Energien prohibitiv hoch werden und somit die erneuerbaren Energien auch die wirtschaftlichere Alternative darstellen.

Energiezukunft in Europa
Die 2010 vorgestellte Europäische Energiestrategie 2020 der Europäischen Kommission stellt auf fünf Prioritäten ab:

  • Energieeffizienz beim Endverbrauch, Erzeugung, Verteilung von Energie und in den Gebäuden und im Verkehr.
  • Schaffung des pan-europäischen Energiebinnenmarkts und der Netze bis 2014
  • Sichere, saubere und bezahlbare Energie für die Verbraucher
  • Technologieführerschaft der EU in Energiefragen
  • Starke internationale Partnerschaften für eine ambitionierte Energieaußenpolitik der EU.

Erneuerbare Energien werden dabei als eine tragende Säule der zukünftigen Energieversorgung gesehen. Ziel ist eine zuverlässige, wirtschaftliche und umweltverträgliche Energieversorgung, wobei konventionelle Energieträger kontinuierlich durch erneuerbare Energien ersetzt werden sollen. Damit die enormen dafür erforderlichen Investitionen getätigt werden können, benötigt Europa einen tragfähigen Rahmen für Infrastrukturvorhaben. Dafür will die EU-Kommission noch im Oktober 2011 eine Verordnung vorschlagen, die definiert, welche Infrastruktur die EU bis 2030 braucht. Zudem erfordert die EU-weite Umstellung auf eine emissionsarme und sichere Energieerzeugung, eine verstärkte Zusammenarbeit und Abstimmung zwischen den Mitgliedstaaten. Derzeit können Gas und Strom noch nicht ungehindert über die Grenzen der 27 EU-Mitgliedsländer hinweg fließen. Doch ohne einen Energiebinnenmarkt wäre Europa schwächer und anfälliger, davon ist Energiekommissar Oettinger überzeugt.

Österreichs E-Wirtschaft setzt auf erneuerbare Energien
Oesterreichs Energie, die Interessenvertretung der E-Wirtschaft hat sich eine zukunftsfähige österreichische Energiestruktur, die hauptsächlich auf Strom aus nachhaltigen Ressourcen basiert, zum Ziel gesetzt. Mit einem Innovations- und Investitionsprogramm will die E-Wirtschaft maßgebliche Beiträge zur Energiestrategie Österreichs leisten, denn ein zukunftsfähiges Energiesystem wird mit der Hälfte der heute benötigten Energie auskommen, aber zu 50 Prozent auf Strom aufbauen. Elektrische Energie bewirkt in vielen Sektoren nämlich erst jene Effizienzgewinne, die das Energiesystem der Zukunft erst möglich machen.

Österreichs E-Wirtschaft hat bereits mit den Zukunftsinvestitionen begonnen. Auf das 2010 beschlossene Zukunftsprogramm wird 2012 ein Aktionsprogramm aufbauen, das konkrete Maßnahmen zur Zielerreichung benennt. Mit aktuell bereits verfügbaren Technologien ließe sich so bis 2050 der Energieverbrauch Österreichs auf etwa 150 Milliarden Kilowattstunden halbieren. Mit hocheffizienter Co- und Polygeneration samt Wärmepumpen, mit energieautonomen Gebäuden sowie mit innovativen Mobilitätskonzepten samt voll elektrischen Antrieben sollte bis 2050 der dann erforderliche Bedarf an Energie-Dienstleistungen mit der Hälfte der derzeitigen Energiemengen erfüllbar sein. Bei einer Halbierung des Energieverbrauchs würde der derzeitige Anteil der Elektrizität am Energieverbrauch von rund 20 Prozent bereits 40 Prozent des Bedarfs abdecken. Gelingt es, die Erzeugung von Strom durch den Ausbau erneuerbarer Ressourcen um zehn Prozent zu steigern, könnten damit in Zukunft 50 Prozent der Energienachfrage erfüllt werden.

E-Wirtschaft setzt Energiestrategie um
Österreichs Elektrizitätswirtschaft leistet damit einen überproportionalen Beitrag zur Erreichung der für 2020 gesetzten Energiestrategie. Erstes Ziel ist eine Steigerung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien um ein Viertel von 48 Milliarden Kilowattstunden auf 60 Milliarden Kilowattstunden. Die Unternehmen der österreichischen E-Wirtschaft sind bereit, gemeinsam mit der Politik und allen interessierten Stakeholdern eine Energie-Roadmap für die Zukunft zu verwirklichen. Dazu erforderlich ist ein nationales Programm zur Umsetzung der Energiestrategie, das alle Gebietskörperschaften und beteiligten Ministerien einbezieht und das planbare Rahmenbedingungen für die langfristig zu tätigenden Investitionen und die Grundlage für einen nationalen Konsens für die Energiezukunft schafft.

Energiediskurs auf derStandard.at

Die Leser/innen von derStandard.at haben im Rahmen des von Oesterreichs Energie initiierten Energiediskurses die Möglichkeit, Fragen zur Zukunft der Energieversorgung direkt an Generalsekretärin Barbara Schmidt zu stellen und sich so an der Diskussion zu beteiligen.

Die Antworten erscheinen regelmäßig auf diesen Seiten. Senden Sie ihre Fragen an energiediskurs@derStandard.at.

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