Kaum Namen von tatsächlichen Steuer-Sündern auf CD, aber "Welle von Selbstanzeigen"
Berlin/Hamburg - Der Ankauf einer Steuer-CD aus der
Schweiz im Februar 2010 war nach Informationen der deutschen
Tageszeitung "Welt" für die Finanzministerien der deutschen
Bundesländer äußerst lukrativ. Das belegten neue Statistiken aus
Ermittlerkreisen, berichtet die Zeitung am Dienstag.
Demnach überstiegen die Erträge beispielsweise in Hamburg die
Kosten des Ankaufs bei weitem. Seit dem Ankauf der CD mit Kundendaten
der Schweizer Großbank Credit Suisse seien in Hamburg 799
Selbstanzeigen eingegangen.
Das nachzuversteuernde Vermögen betrage etwa 309 Mio. Euro. Davon
erhalte der Staat etwa ein Drittel an Steuern. An dem Ankauf der CD
habe sich Hamburg nach Informationen aus Ermittlerkreisen mit einigen
zehntausend Euro beteiligt.
Auf der CD hätten sich nur Daten von 18 Hamburger Steuerzahlern
gefunden, von denen wiederum sechs Fälle bereits verjährt gewesen
seien. Die Berichte über die CD hätten jedoch eine Welle von
Selbstanzeigen anderer Steuersünder losgetreten.
Vergangene Woche war bekannt geworden, dass das Finanzministerium
Nordrhein-Westfalen eine weitere CD mit Daten von Steuersündern
gekauft hat. Diesmal geht es um Konten deutscher Kunden bei einer
luxemburgischen Tochter der britischen Großbank HSBC. Von den 3.000
Fällen auf dieser CD entfallen nach "Welt"-Informationen 176 Fälle
auf Hamburg. (APA)