Bürgermeister-Aufstand

Schuss in den Gemeindeofen

Kommentar | Markus Rohrhofer, 17. Oktober 2011, 19:23

Es war dann doch alles "nicht so gemeint"...

Die Ausgangslage gibt tatsächlich allen Grund zur Sorge: 289 der 444 oberösterreichischen Gemeinden sind sogenannte Abgangsgemeinden, sie können ihren Haushalt nicht allein ausgleichen. 1,724 Milliarden Euro pro Jahr zahlen die Kommunen an Spitäler- und Sozialhilfebeiträgen (rund 40 Prozent der Budgets), die Budgetabgänge der Gemeinden haben sich seit 2005 auf 91 Millionen Euro mehr als verdreifacht.

Vor diesem Hintergrund wäre die jüngst so spektakulär aus der Taufe gehobene „Bürgermeister-Plattform" eine echte Chance gewesen. Wohldurchdacht, hätten sich wohl viele Bürgermeister angeschlossen. Möglich wäre ein breiter Dialog gewesen - vielleicht ein echter Befreiungsschlag für schwer angeschlagene Gemeinden, die derzeit für jeden Euro auf Knien ins Landhaus rutschen müssen.

Doch die Möglichkeit ist dahin, gescheitert an kommunaler Geilheit nach einem schnellen Aufreger. Einen berechtigten Aufschrei für mehr Gerechtigkeit in den Gemeindestuben mit der Drohung an die eigene Partei zu untermauern, bei der nächsten Wahl mit eigenen Listen zu kandidieren, ist ein Lehrbeispiel (partei-)politischer Ahnungslosigkeit. Zwei Tage konnten sich die aufmüpfigen Bürgermeister im Licht der Öffentlichkeit sonnen - bis die SPÖ-Parteizentrale zumindest die Genossen zum Rapport rief. Und nach einer Lehrstunde mit der roten Keule dann die peinliche Bilanz: war nicht so gemeint, Freundschaft. (DER STANDARD; Print-Ausgabe, 18.10.2011)

das ist fix
00
10.12.2011, 12:06

Und hier ein guter Report zum Thema:

http://www.bsl-mb.com/fileadmin... e_2011.pdf

^gutmensch
01
18.10.2011, 16:35
da gibts nur eines

sparen, sparen, sparen liebe Bürgermeister

Dietmar Ott
01
18.10.2011, 15:10

Jede Wette: Die Finanznot der österreichischen Gemeinden wird diese sehr bald bei vielen ihrer Ausgabeposten zu radikalen Maßnahmen zwingen. Wo "ganz böse" Privatisierungen noch zu den eher harmlosen zählen werden.

Michael Holzermayr2
00
18.10.2011, 18:41
Die Wette gilt, ich halte dagegen!

Sie haben nämlich nicht mit der Dummheit der Bürgermeister gerechnet, die logisches Denken einfach verhindert. An Beispielen nachzuvollziehen.

Adolf Ogi
01
18.10.2011, 02:46
welche Gemeinden meint er da?

die paar roten Speckgürtel-Bürgermeister, die vorigen Donnerstag eine Pressekonferenz in Linz gemacht haben? Die sind ja gar nicht repräsentativ.

http://derstandard.at/plink/131... d=23294573

Schwarz Grün
02
18.10.2011, 08:41
zuerst alle gewerbebetriebe hinausekeln ...

man will ja schließlich eine nette wohnsitzgemeinde für die in linz arbeitenden sein und dann drauf zu kommen, hoppala da fehlt es an den steuereinnahmen, aber für die kommen eh andere auf ....... bürgermeister sind im durchschnitt halt auch nicht klüger als ihre wähler ....

rasenmähermann
08
17.10.2011, 21:01

Mit Verlaub, ich finde es gut, dass die Abgangsgemeinden vom Land an die Kandare genommen werden, noch viel mehr am besten bis hin zu Fusionen.

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