Schlüsselkräfte

Keine Massen: 255 Rot-Weiß-Rot-Cards

17. Oktober 2011, 19:04

Regierung dennoch über Erfolg erfreut

Wien - Steve Jobs hätte vielleicht keine bekommen - er wäre zu alt gewesen und hatte keinen Studienabschluss. Trotzdem ist die Rot-Weiß-Rot-Card für Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) und Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) ein Erfolg. Zum dreimonatigen Bestehen des neu geschaffenen Aufenthaltstitels luden die beiden zum Lokalaugenschein in die Österreichische Staatsdruckerei, wo die Karten produziert werden.

Als österreichisches Pendant zur amerikanischen Greencard dient die Rot-Weiß-Rot-Card dazu, Hochqualifizierte und Schlüsselkräfte aus Nicht-EU-Staaten nach Österreich zu holen und ihnen eine befristete Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis zu gewähren. Ein Punktesystem entscheidet, ob ein Bewerber die Kriterien für den Aufenthaltstitel erfüllt. Ausbildung, Arbeitserfahrung und Alter werden ebenso berücksichtigt wie Deutschkenntnisse und Forschungstätigkeiten. Profisportler bekommen Zusatzpunkte - ohne Studium hätten sie sonst kaum eine Chance.

Laut Mikl-Leitner und Hundstorfer wurden bis 30. September 255 Karten in Rot-Weiß-Rot ausgestellt. Angesichts des Aufschreis der FPÖ, die vor "Massenzuwanderung" warnte, eine vernachlässigbare Zahl. Aber auch von den moderaten 8000 Karteninhabern pro Jahr, mit denen das Sozialministerium rechnete, ist das noch weit entfernt.

Von den seit Juli mit der Karte Zugewanderten kommen die meisten aus Kanada, den USA, Kroatien, Russland und Serbien.

Das Punktesystem scheint auf junge und gut ausgebildete "High Potentials" zugeschnitten zu sein. Ältere Spitzenkräfte, zum Beispiel Forscher ohne Deutsch- oder zumindest Englischkenntnisse, sind praktisch chancenlos. Neben diesen "Hochqualifizierten" gibt es auch die Möglichkeit, ohne Studienabschluss als "Schlüsselkraft" einzuwandern - vorausgesetzt, es gibt für die Stelle keinen geeigneten Bewerber aus Österreich.

Der "Führungskräftemonitor", der Arbeiterkammer belegt indes, dass es Österreicher mit Migrationshintergrund besonders schwer haben, in Spitzenpositionen zu gelangen. Nur neun Prozent der Führungskräfte sind im Ausland geboren oder haben zumindest einen im Ausland geborenen Elternteil. (Nikolai Moser, DER STANDARD, Printausgabe, 18.10.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 75
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Ebbinghaus
01
20.10.2011, 21:08
Sportler?

Wie viele von den "high potentials" sind denn Sportler (innen) mit Zusatzpunkten, ohne die sie chancenlos wären? Eventuell alle? Oder sind die MitarbeiterInnen internationaler Konzerne, die geschickt werden (solls geben) auch dabei? Wer sollte sich sonst hier nierderlassen wollen, frag ich mich schon länger. Welches Weltbild steckt hinter der Annahme, dass wir mit Mozart- und Alpenromantik Schlüsselkräfte ins Land holen könnten? Mit Weltoffenheit und Fremdenfreundlichkeit können wir ja nicht wirklich punkten. ev. sollten wir zur Karte ein Volkstheaterabo drauflegen? Zwecks Integration mein ich.

alpentiger
13
18.10.2011, 12:47
Wenn ich Ausländische Schlüsselarbeitskraft wäre, ginge ich dorthin, wo ....

ich und meine Familie nicht in einen täglichen widerlichen Streit von "politischen Dumpfbacken" - und die finde ich nicht nur bei FPÖ, FPK und BZÖ - hineingezogen werde.

Und darin zeigt Österreich eine bemerkenswerte Stabilität: dass nämlich der Unterbauch das Programm macht, einmal mehr und einmal weniger.

Wenn ich dunkelhäutiger Universitätsprofessor oder Sänger wäre, besteht die Gefahr, täglich eines über die Kappe zu bekommen.

more more
11
19.10.2011, 07:24

[...]Wenn ich dunkelhäutiger Universitätsprofessor oder Sänger wäre, besteht die Gefahr, täglich eines über die Kappe zu bekommen[...]
Es gibt also nicht nur Geschichts-, sondern auch Gegenwartsfälscher.

Harry Meier
 
02
6.11.2011, 12:21
Sie muessen nicht einmal fremd aussehen, es reicht

schon ein tuerkischer Name um diskriminiert zu werden.

alpentiger
11
18.10.2011, 12:41
Momentan freut sich die Regierung selbst darüber, wenn das Häuslpapier im Bundeskanzleramt nicht ausgeht ....

Das die meisten "besten, weltmeisterlichen, ....." überaus gepriesenen Entscheidungen unserer Regierung mit dem Niveau von KRONE mal HEUTE mal ÖSTERREICH angepriesen im übrigen aber NICHTLÖSUNGSMODELLE und ROHRKREPIERER sind, wird tunlichst verschwiegen.

Was greifen die wirklich pragmatisch und praxistauglich an?

Kaum etwas, weil man fühlt sich beim SCHATTENBOXEN viel wohler.

Hellcat
00
18.10.2011, 12:25
Steve Jobs? Schlechtes Beispiel!

Er hätte auch über 45, ohne Studium und ohne Deutschkenntnisse ein Visum als "Besonders Hochqualifizierter " gekriegt.
Das kann man mit dem Punkte-Rechner unter obigem Link leicht feststellen:
- Er war im letzten Jahr in einer Führungsposition eines börsennotierten Unternehmens mit einem Bruttojahresgehalt von über 70.000 Euro
- Er ist Miterfinder bei einer ganzen Reihe von Patentanmeldungen
- Eine international anerkannte Auszeichnung oder einen Preis in seinem Fachgebiet hat er sicherlich erhalten
- Er hat mehr als 10 Jahre Praxis als Führungskraft
- Er beherrscht Englisch auf A2-Niveau

Das genügt.

Kuldip K.
 
00
18.10.2011, 12:04
Also doch "Rote Karte"

Das weiss dazwischen dürfte ein Etikettenschwindel sein.

Van Braun
01
18.10.2011, 11:12
Das Byte ist voll!

miles a head
01
18.10.2011, 10:37
Schade

Es kommen also die "falschen"

Amalrich
 
21
18.10.2011, 08:48
Angesichts des Aufschreis der FPÖ, die vor "Massenzuwanderung" warnte,...

Und wie schaut's mit dem Familienzuzug (Stichwort Importbraut) aus? "Massen" würd ich's vielleicht auch ned nennen, aber doch sehr deutlich über der hier erwähnten Arbeitsmigration. Es bleibt also genug Treibstoff für F-Kampagnen übrig...

Harry Meier
 
00
6.11.2011, 12:24
Komischerweise sind viele Maenner die Thaibraeute

importieren FPOe Anhaenger.

Hellcat
12
18.10.2011, 08:01

Die gleichzeitig eingeführte Asylwerber-Anwesenheitspflicht war ein viel grösserer Erfolg. Dank Anwesenheitspflicht konnten fast 20mal so viele Ausländer nach Österreich gelockt werden.

Carlos Clementin
81
18.10.2011, 07:56

Forderung: Veröffentlichung der Arbeit, des Arbeitsplatzes, der Firma und des Gehaltes Jeden einzelnen Zuwanderers OHNE seinen Namen.
Sollte ein Arbeitssuchender mit passender Qualifikation dies sehen darf er sich an den Staat wenden um den Arbeitsplatz sofort einzufordern.
So würde nur wirklich fehlendes Personal zuwandern...

Mynnia
03
18.10.2011, 08:32

Das widerspricht so vielen Gesetzen und demokratischen Grundsätzen...wo fang ich da an...

aceFruchtsaft
23
18.10.2011, 08:15

Du hat schon gelesen, dass es sich hier um 250 Leute in 3 Monaten geht? Wofür also dieser peinlich-protektionistische Reflex?

Abgesehen davon, wer entscheidet, ob jemand besser qualifiziert ist und damit einer Organisation vorschreibt, wen sie einzustellen hat? Du? Der Staat?

chelene chirsch
00
18.10.2011, 10:56

der staat mischt sich auch bei frauenquoten und gendering ein - warum nicht auch hinsichtlich zuwanderung und lohndumping ?

Carlos Clementin
10
18.10.2011, 08:35

Dann wäre es öffentlich, ob hier Lohndumping oder wirklich fehlende Schlüsselkräfte eingestellt werden. Und Lohndumping brauchen wir nicht!

aceFruchtsaft
01
18.10.2011, 10:33

Um Lohndumping zu betreiben brauche ich mir als Unternehmen nicht den bürokratischen Aufwand der RWR-Card anzutun, da nehme ich einfach wen aus den "neuen" EU-Länder, die sowieso freien Zugang zum Arbeitsmarkt haben.

Frau Trude
00
18.10.2011, 10:21

und lohndumping bei nicht zugewanderten tolerieren sie?

vielleicht sollten sie ihre forderung nochmal überdenken.

kritik_ist_gut!
10
18.10.2011, 07:49

Jö, kommt jetzt die migrantenquote?

more more
19
18.10.2011, 07:34

Ein Land mit niedrigen Steuern zieht Leistungsträger an.
Ein Land mit vielen Sozialleistungen zieht Einwanderung ins Sozialsystem an.
Vollkommen logisch.

obibiber
22
18.10.2011, 09:42

für welche stabstelle posten sie: vp oder fp oder kooperieren die da schon? rationalisierung?

more more
01
18.10.2011, 11:52

Für den Geheimbund "Die Linken haben kein Meinungsmonopol"
Noch nie von dieser Verschwörung gehört?
;-)

AlliGator
33
18.10.2011, 08:07
Sie sprechen da von Nebengeräuschen, der Effekt auf die Eingeborenen ist noch viel schlimmer

Ein Land mit vielen Sozialleistungen hat mehr Transferleistungsträger.

Ein Land mit weniger Steuern hat weniger unproduktive Einwohner in der Beamten- und Freunderlwirtschaft.

... und typischerweise auch Regierungen, die haushalten können ...

Harry Meier
 
00
6.11.2011, 12:25
Die USA sin ein Land mit wenig Sozialleistungen

und die sind hochverschuldet.

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