Stille Subvention verzerrt die Preise

Wien - Die Energiewende wird von einem Chor warnender Stimmen begleitet, wonach die Kunden in Haushalt und Industrie beim Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energien saftige Preiserhöhungen zu gewärtigen hätten. Tatsächlich sei es so, dass Kernenergie, aber auch Strom aus Kohlekraftwerken schon jetzt deutlich teurer wären, wenn externe Kosten und verdeckte Subventionen berücksichtigt würden. Darauf wies Anselm Görres vom Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS; Berlin) am Montag in Wien hin.

Die fortgesetzte Subventionierung der alten Energieträger führe zu einer Verzerrung des Preissystems, mit der Folge, dass falsche Signale ausgesandt werden. Görres, der auf Einladung der IG Windkraft in Österreich weilt und heute, Dienstag, beim Branchentreff in St. Pölten referieren wird, verwies auf eine Studie des FÖS im Auftrag von Greenpeace .

In dem auf Deutschland fokussierten Papier werden alle Stromkosten, staatliche Förderungen sowie externe Kosten aufsummiert, die den jeweiligen Energieträgern zurechenbar sind. Danach kostete eine Kilowattstunde (kWh) Windstrom 2010 unterm Strich 7,6 Cent. Die Gesamtkosten für Strom aus Braun- und Steinkohlekraftwerken beliefen sich auf 12,1 Cent, für Kernkraft auf 12,8 Cent.

Auf Österreich ließen sich die Ergebnisse zwar nicht 1:1 übertragen, in der Tendenz aber schon, sagte der Geschäftsführer der IG Windkraft, Stefan Moidl. (stro, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 18.10.2011)

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