Ein Forschungsteam macht den Klimawandel für die Entwicklung verantwortlich, andere Forscher halten dies für überzogen
Washington - Ein US-Forschungsteam hat frühere Studien untersucht und ist dabei zum Schluss gekommen, dass 38 von 85 begutachteten
Tier- und Pflanzenarten in den vergangenen Jahrzehnten aufgrund des Klimawandels kleiner geworden sind. Der im Fachblatt "Nature Climate
Change" veröffentlichte Bericht listet als pflanzliche Beispiele Baumwolle, Mais und
Erdbeeren auf; als Tierarten werden Eisbären, Frösche, Garnelen, Karpfen, Luchse und eine schottische Schafart genannt, die heute um fünf Prozent kleiner sei als 1985.
Es gebe in vielen Arten, von Pflanzen bis zu großen Wirbeltieren, einen Trend
zu gebremstem Wachstum, sagte Studienmitautorin Jennifer Sheridan von der
Universität von Alabama. Ein Grund könne sein, dass die Organismen weniger groß
werden müssten, wenn es warm sei. Viele der betreffenden Tiere sind laut der Forscherin wechselwarme Tiere - bei diesen arbeitet der Metabolismus schneller, wenn es wärmer wird. In der Biologie
gibt es zudem für Säugetiere und Vögel ein Gesetz namens Bergmanns Regel, wonach
Tiere in der Kälte größer werden, weil sich mit der Größe der relative
Wärmeverlust verringert.
Andere Experten halten es wiederum für überzogen, den Klimawandel
für die Größenveränderungen verantwortlich zu machen. Solche Veränderungen seien
ein normales Phänomen, sagte Yoram Yom-Tov von der Universität Tel Aviv. Es gebe
keinen Grund, deswegen alarmiert zu sein. (APA/red)