Experten: Gehirnvolumen von Schmerzpatienten schrumpft
Wien - 21 Prozent der Österreicher leiden derzeit an chronischen Schmerzen - das entspricht den Ergebnissen der ersten Umfrage der Österreichischen Schmerzgesellschaft (ÖSG) zu diesem Thema vor einem Jahrzehnt. Die Zeit von der Diagnose bis zu einer angemessenen Behandlung dauert durchschnittlich 1,9 Jahre, zum Befragungszeitpunkt waren in Österreich 23 Prozent der Menschen mit chronischem Schmerz "ohne angemessene Behandlung". Darauf macht die ÖSG in einer Aussendung aufmerksam.
Rücken, Gelenke und Genick schmerzen
Chronische Schmerzen sind solche, die länger als drei Monate regelmäßig auftreten beziehungsweise über den Heilungsprozess verletzten Gewebes hinaus fortbestehen. Sie führen zu einer signifikanten Verschlechterung der physischen und psychischen Lebensqualität, zu Behinderungen und deutlichen Einschränkungen im Sozial- und Arbeitsleben. Ein Beispiel dafür, wie folgenschwer chronischer Rückenschmerz ist, erklärt die ÖSG: Bei davon Betroffenen schrumpfe das Gehirnvolumen um etwas mehr als ein Kubikzentimeter (1,3) pro Jahr. Das entspreche einem natürlichen Alterungsprozess von rund 15 Jahren.
EU-weit leiden 63 Prozent an Rückenschmerzen, 48 Prozent an Gelenksschmerzen, 30 Prozent an Genickschmerzen und 21 Prozent an Schmerzen aufgrund von Arthritis.
Die Situation in Österreich: Basis der Grafiken sind Daten von Umfragen der Statistik Austria, die vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger gesammelt und heuer als Broschüre herausgegeben wurden (OF-LÖG - Outcome-Forschung basierend auf Leistungsdaten des Österreichischen Gesundheitswesens). Demnach haben in Österreich im Durchschnitt 17,6 Prozent der Männer und 24,19 Prozent der Frauen seit mehr als drei Monaten Schmerzen. Pro Jahr werden in Österreich rund 19 Millionen Schmerzmedikamente verordnet. (red, derStandard.at)