Semmering-Basistunnel

Einen Verfahrensschritt weiter

17. Oktober 2011, 15:38

Themen des NÖ Verfahrens Wasserrecht, Denkmalschutz und Luftfahrt

Gloggnitz - Das Projekt Semmering-Basistunnel neu (SBT) ist einen Verfahrensschritt weiter. Nach dem rechtskräftigen UVP-Bescheid sind am Montag in Gloggnitz (Bezirk Neunkirchen) die Bereiche Wasserrecht, Denkmalschutz und Luftfahrt öffentlich verhandelt und die Stellungnahmen von vier einwendenden Parteien behandelt worden. Eine Abschrift wird auf der Homepage der NÖ Landesregierung (http://www.noel.gv.at) veröffentlicht. Die ÖBB hoffen auf einen Bescheid etwa zu Jahresende.

Neben Sachverständigen und Behördenvertretern nahmen rund 30 interessierte Zuhörer im Saal Platz. Verhandlungsleiter Johann Lang vom Amt der NÖ Landesregierung, Umweltrecht, betonte, dass einzig die eingereichten Maßnahmen der ÖBB Infrastruktur AG in den Bereichen Luftfahrt, Denkmalschutz und Wasserrecht Gegenstand dieses Verfahrens seien - nicht Fragen der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP), verwies der Jurist auf die Gutachten und den im Frühjahr ergangenen UVP-Bescheid des Verkehrsministeriums.

Das Projekt ist im Sommer öffentlich aufgelegt worden. Einwendungen kamen neben der Naturschutzorganisation AFN (Alliance for Nature) von der Gloggnitzer Bürgerinitiative BISS, dem Kärntner Stromanbieter Kelag und einem privaten Anrainer. Formalparteien sind die vier Standortgemeinden und der NÖ Umweltanwalt.

Wasseraustritt verhindern

Die Gemeinde Gloggnitz verlangte, den Wasseraustritt so weit wie möglich zu verhindern, BISS trat dafür ein, eine Trink- oder Brauchwassernutzung der abgeleiteten Bergwässer - 350 Liter pro Sekunde - vorzusehen. ÖBB-Projektleiter Gerhard Gobiet sagte eine diesbezügliche Prüfung zu. Auch Rückhaltemaßnahmen seien vorgesehen. Den Sachverständigen zufolge werden die Auswirkungen auf den Grundwasserkörper beim Tunnelportal in Gloggnitz - wo sämtliche abgeleitete Gewässer zusammenkommen - marginal sein, ein ökologisches Gewässer-Monitoring werde selbstverständlich notwendig sein.

Beim Denkmalschutz ging es um den Abriss eines Bahnwärterhäuschens in Gloggnitz - für den Gutachter zu genehmigen in Abwägung zur durch den SBT erwarteten massiven Entlastung der alten Bergstrecke. Um einem modernen Bahnbetrieb gerecht zu werden, müsste man tief in die historische Substanz der Strecke eingreifen. Dazu lieferte Gobiet Zahlen: Ohne SBT würde die Frequenz auf der alten Strecke bis zum Jahr 2025 um 23 Prozent zunehmen, mit dem SBT werde eine Reduktion um 60 Prozent prognostiziert.

Kritik kam von Alliance for Nature (AFN): Sprecher Christian Schuhböck wollte das Thema Weltkulturerbe einbringen, was als nicht gegenständlich abgewiesen wurde. Den von Schuhböck wiederholt urgierten Icomos-Bericht, der laut AFN im Auftrag des Kulturministeriums von einem ehemaligen Mitarbeiter der Schweizer Bundesbahnen erstellt wurde, kenne er nur aus den Medien, so Lang. Der Bericht liege dem Akt nicht bei. Beim wasserrechtlichen Teil bezeichnete AFN erneut einige Sachverständige als "befangen" und kritisierte die Methodik der Berechnungen, wie viel Wasser durch den Tunnelbau entzogen würde, als "grundlegend falsch". Kein Streitthema war die nach dem Luftfahrtgesetz notwendige Genehmigung von fünf Strommasten. (APA)

Adolf Ogi
52
17.10.2011, 12:56
der schnellste Weg

von Wien nach Graz, führt ein paar Kilometer östlich der Buckligen Welt durch das flache Ungarn, über Ödenburg und Steinamanger. Da wäre kein einzige Tunnel notwendig. Schon der Bau der Ghega'schen Semmeringstrecke war eine massive Geldverschwendung und nur aus politischen, bzw. militärstrategischen Gründen zu erklären, weil man eben eine Verbindung nach Triest haben wollte, die nur auf cisleithanischem Gebiet liegt. Ökonomisch war es schon damals nicht. Soll doch die ÖBB eine Kooperation mit der MAV machen und zum halben Preis eine fesche länderübergreifende Hochgeschwindigkeitsstrecke bauen.

Searles
 
00
22.11.2011, 15:46

Es geht ja auch nicht ausschliesslich um die Strecke Wien-Graz, sondern auch um die Ballungsraeume Bruck/Mur, Kapfenberg und Leoben, die auch eine vernuenftige Verbindung brauchen.

maimai
00
17.10.2011, 20:40
und

was ist mit der obersteirischen Industrie? Das war erstens Anreiz, zwietens sollte es auch heute einer sein.

Süffisant
01
17.10.2011, 17:44

Wenn Sie sich die Karte anschauen ( http://www.mkk.zpok.hu/images/va... rkep_n.jpg ), so besteht die Strecke, die Sie meinen, ausschließlich aus nicht ordentlich ausgebauten Nebenstrecken. Hunderte Kilometer Hochleistungsstrecke neu zu bauen ist enorm teuer, und im Niemandsland des westungarischen Grenzgebiets nicht wahnsinnig sinnvoll. Und Sie meinen, dass die Ungarn uns den Ausbau der Strecke finanzieren würden?
....Ich nicht.

sennowise
01
17.10.2011, 16:49
ja, ja

noch einer der davon träumt, dass die Ungarn für uns Verkehrsverbindungen bauen.
Weil das ja soooo einfach ist: Auf die Planungs- und Genehmigungsverfahren würde ich mir im Fernsehen anschauen.

peak oil
00
17.10.2011, 16:03
die MÁV hat da nicht so viel zu melden,

die strecke sopron-szombathely-st. gotthárd wird von der GYSEV betrieben. aber im prinzip hast du recht.

Pogled
01
17.10.2011, 14:05

Schon heute beginnt der Trend, dass sich Industrieansiedlungen nach leistungsfähigen Bahnlinien orientieren. Dieser wird sich in den nächsten Jahrzehnten mit Sicherheit verstärken. Ungarn wird sich bedanken und wir in die nicht vorhandene Röhre schaun.

Lalai Dama
06
17.10.2011, 13:21
Unsinn

Erstens fährt dort schon lange nicht mehr die MAV, sondern die GySEV. Soviel zu Ihrem Wissensfundament.

Zweitens wäre diese Strecke um etwa 70 km länger, man müsste sie also wesentlich mehr ausbauen, als die Südbahnabschnitte außerhalb des Tunnels, um eine vergleichbare Fahrzeit zu erreichen. Ökologisch sinnvoller?

Drittens findet sich unterwegs kaum vergleichbares Fahrgastpotential nach Graz oder Wien. Steinamanger mag zwar größer als Bruck/Mur oder Mürzzuschlag sein, die Anzahl jener, die von dort nach Graz oder Wien wollen sicher nicht.

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