Korun: Soll nach kanadischem Vorbild Tätigkeit der Ministerien koordinieren
Wien - Nach dem Streit um die sprachliche Frühförderung für Kinder werfen die Grünen der Bundesregierung "organisierte Unverantwortlichkeit" in der Integrationspolitik vor. Besserung könnte ein Rat für Chancengleichheit und Chancengerechtigkeit bringen, erklärte Integrationssprecherin Alev Korun am Montag in einer Pressekonferenz in Wien. Unter Federführung des Integrationsstaatssekretariats sollte dieser die Tätigkeit der Ministerien koordinieren.
"Es gibt jetzt schon vielfältige Maßnahmen, was fehlt ist eher ein großer Plan", so Korun. Ihr schwebt ein zumindest halbjährliches Treffen des Gremiums vor, bei dem sich Bildungs-, Frauen, Sozial- und Gesundheitsministerium zusammensetzen und eine gemeinsame Linie vereinbaren sollen. Auch Bundesländer und Gemeinde sollten eingebunden werden. Vorbild dafür sei Kanada, dort gebe es ein solches Gremium seit 2002.
Kurz: Gibt es schon
Das Büro von Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz hat am Montag auf Koruns Forderung reagiert. Ein solches Gremium gebe es mit dem seit 1. Juli gesetzlich verankerten Integrationsbeirat bereits, im November finde die dritte Sitzung statt, so ein Sprecher zur APA: "Wenn Korun einmal Ideen haben sollte für etwas, was es noch nicht gibt, kann sie uns jederzeit anrufen." (APA)