Neue Studie

Experte: Schmerzen nach OPs unzureichend behandelt

17. Oktober 2011, 10:54

Mediziner bemängelt Fehlen von Schmerzprotokollen in Österreich

Einer neuen Studie zufolge werden Schmerzen nach Operationen in Österreich unzureichend behandelt. Demnach würden nur knapp 40 Prozent der österreichischen Abteilungen über einen Akutschmerzdienst verfügen. Die Österreichische Schmerzgesellschaft (ÖSG) forderte in einer Aussendung am Montag im Rahmen der Europäischen Schmerzwoche eine Verbesserung des postoperativen Schmerzmanagements.

"Das Fehlen von Akutschmerzdiensten und die mangelnde Erfassung und Dokumentation des Schmerzes in Form von Protokollen stellen in Österreich ernstzunehmende Einschränkungen für die Qualität des postoperativen Schmerzmanagements dar", so Burkhard Gustorff (Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin am Wiener Wilhelminenspital; Vorstandsmitglied der ÖSG).

Anästhesiologische Abteilungen befragt

Die Studie basiert auf der Befragung von 120 der insgesamt 125 anästhesiologische Abteilungen in Österreich, das Ergebnis wurde im Fachjournal "Der Anaesthesist" veröffentlicht. Demnach wird zur Umstellung einer unzureichenden postoperativen Schmerztherapie in nur 14 Prozent ein Anästhesist konsultiert. Auf nur 28 Prozent der Normalstationen existieren schriftliche Protokolle zum postoperativen Schmerzmanagement. Laut der Studie findet eine routinemäßig durchgeführte präoperative Aufklärung der Patienten über die Möglichkeit der Durchführung der postoperativen Schmerztherapie in 64 Prozent der Fälle statt.

"Bei knapp 700.000 als schwer einzustufenden operativen Eingriffen pro Jahr leiden in Österreich immer noch rund 300.000 Patienten postoperativ an mittelstarken bis starken Schmerzen", so der Forscher. "Das müsste nicht sein, denn gerade postoperative Schmerzen lassen sich bei entsprechend strukturiertem und systematischem Vorgehen sehr gut kontrollieren." (APA)

Diskussion
00
17.10.2011, 15:58

Ich habe bisher die gegenteilige Erfahrung gemacht- man war mehrmals postoperativ sehr großzügig mit Schmerzmitteln.

Aber ich habe auch Mitpatrienten erlebt, die sich trotz mehrmaliger Nachfrage seitens des Pflegepersonals und Angebor von Analgetika erst dann geäußert haben, wenn sie bereits sehr starke Schmerzen hatten und davor alles abgelehnt haben.

inge77
00
25.10.2011, 11:59

ich habs leider andersrum erlebt. als mir schlecht war (nach der op, nagel in oberarm) und nach der schwester geläutet habe, ist keine gekommen. erst 6 stunden später hat sich eine reinbequemt. aber da am abend kein doktor da war, hab ich auch von den schwestern kein schmerzmittel bekommen. hab ich nicht sehr witzig gefunden. ich war 0 mit schmerzmitteln versorgt. gegen die übelkeit und kotzerei hätte man auch etwas unternehmen können.

ich hab mich gefragt, was tu ich da? ich hätte nach hause fahren sollen, da habe ich meine mittelchen.

Chocoholic
02
17.10.2011, 12:03
unbedingt!

und bitte nicht diese irren Experimente, dass der Patient selbst bestimmt, wie viel Schmerzmittel er nimmt, viele nehmen die Ansage des Personals, nur dann Schmerzmittel zu verlangen, wenn es UNBEDINGT notwendig ist, viel zu ernst, und leiden komplett unnoetig und kontraproduktiv, denn hohe Schmerzen verringert die Heilgeschwindigkeit.
Ich darf berichten, dass in Schweden z.b. automatisch gute Schmerzmittel gegeben werden, um ja keine oder so geringe wie moeglich Schmerzen zu haben. Dafuer wird der Medikamentenmix besser kontrolliert und nicht aeltere oder kleinere oder gebrechliche Menschen im Krankenhaus mit einem Medi Mix der ultra Klasse in hohen Dosen vergiftet.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.