Linz erfolgreich in Zagreb und eh alle triumphieren gegen Villach
Fünftes Heimspiel, fünfter Heimsieg - doch das
4:2 (3:1,0:0,1:1) von Meister Red Bull Salzburg am Sonntagabend im
Schlager der zwölften Runde der Erste Bank Eishockey-Liga (EBEL)
gegen den KAC war ein besonderer Sieg. Nach der sehr emotional
geführten Finalserie 2011 fügten die "Bullen" im Salzburger
Volksgarten den Klagenfurtern die erste Saisonniederlage in regulärer
Spielzeit zu und revanchierten sich damit für das bittere 2:6 zum
Saisonauftakt.
Den Grundstein zum Erfolg legten die Gastgeber mit einem
ausgezeichneten Startdrittel, in dem man über den Gegner förmlich
hinwegrauschte. Jeremy Williams (5.), Douglas Lynch (11.) und Ryan
Kavanagh (17.) bei seinem Ligadebüt (er hatte sich im ersten Spiel
der European Trophy an der Schulter verletzt) sorgten für eine
3:1-Führung der Salzburger nach 17 Minuten. Für den KAC hatte Raphael
Herburger (13.) zwischenzeitlich den Anschlusstreffer besorgt.
Nach einem matten Mitteldrittel nahm die Partie im Finish wieder
Fahrt auf, erst verkürzte Manuel Geier auf 2:3, dann traf Mike
Siklenka für den KAC nur die Innenstange, ehe Manuel Latusa mit einem
"Tor des Monats" alles klar machte: Mangels Anspielpartner kurvte er
gleich zweimal um das KAC-Tor, ehe er die Scheibe ins kurze Eck (57.)
schob und damit die 3.160 Zuschauer in Salzburg verzückte.
"Trainer Pierre Page hat uns unter der Woche aufgetragen,
Entscheidungen schneller zu treffen und direkter zum Torabschluss zu
kommen, das haben wir heute gemacht. Vor meinem Tor habe ich immer
einen Mitspieler gesucht, dann habe ich es selbst probiert - und es
hat geklappt", erkläre Matchwinner Latusa.
KAC-Trainer Manny Viveiros war naturgemäß enttäuscht. "Wir waren
heute nicht bereit, sind erst im letzten Drittel in unser Spiel
gekommen. Wenn man so spielt, kann man in Salzburg nichts gewinnen,
auch wenn ich am Schluss mit der Leistung über weite Strecken nicht
unzufrieden sein kann", lautete das Resümee des 45-Jährigen.
Grazer Sieg in Wien
Die Vienna Capitals haben vor eigenem Publikum gegen die Moser Medical Graz
99ers mit 3:4 n.P. (1:1,1:1,1:1/0:0/0:1) verloren und kassierten die
zweite Niederlage in Folge. Die Wiener mussten verletzungsbedingt auf
Stammgoalie Reinhard Divis verzichten. Toni Dahlman traf als einziger
im Penaltyschießen.
In einem ausgeglichenen und sehr defensiv geführten Spiel gingen
die Capitals bereits nach 122 Sekunden durch Nageler in Führung. Die
Grazer drehten jedoch die Partie Spiel durch Treffer von Lysak (8.)
und Lange (29.), ehe Fortier zum 2:2 traf. Die Tore durch Ofner (44.)
bzw. Lysak (57.) im Schlussabschnitt brachten keine Entscheidung nach
60 Spielminuten und auch in der Verlängerung fiel kein Tor. Caps
Verteidiger Ross Lupaschuk traf lediglich die Stange. Im
Penaltyschießen sorgte schließlich Dahlman für die Entscheidung
zugunsten der Steirer.
Nach einem harten Check gegen den Kopf von Benoit Gratton, nachdem
das Spiel bereits unterbrochen worden war, kassierte Guilaume
LeFebvre eine Matchstrafe. Ihm droht eine Sperre von mehreren
Spielen.
Linz ganz oben
Die Linzer Black Wings haben mit einem
3:2-(2:0,1:2,0:0)-Erfolg bei Medvescak Zagreb die Tabellenführung
zurückerobert. Dank des achten Sieges en suite liegen die
Oberösterreicher in der Reihung nun einen Punkt vor dem KAC. Mann des
Abends war Goalie Alex Westlund, der der Truppe von Rob Daum mit
zahlreichen Paraden den ersten Auswärtssieg in Zagreb seit genau zwei
Jahren ermöglichte.
Irmen (5.) und Grabher Meier (17.) brachten die Linzer schon im
ersten Drittel auf die Siegerstraße. Nachdem Keller zu Beginn des
zweiten Spielabschnitts allein vor dem Zagreber Tor gescheitert war,
fingen sich die Gäste im Konter den ersten Gegentreffer durch
Martinovic (24.) ein. Entgegen dem Spielverlauf stellte MacDonald
(35.) mit seinem zweiten Saisontreffer schließlich wieder den alten
Vorsprung her.
Wieder antwortete Zagreb aber mit einem Treffer, Westlund war beim
abgefälschten Schuss Brines ohne Chance (39.). Das Schlussdrittel
wurde schließlich zur Abwehrschlacht, in der die "Bären" mit voller
Kraft auf den Ausgleich drängten, Linz aber mit Fortune und
Kampfgeist u.a. auch eine Phase mit zwei Mann weniger heil überstand.
Villach unten durch
Der Villacher SV hat seine Negativ-Serie fortgesetzt.
Die Kärntner mussten sich bei Olimpija Ljubljana mit 2:5
(0:2,1:2,1:1) geschlagen geben und haben nun bereits acht Spiele en
suite keinen Punkt gemacht. Die "Adler" bleiben damit Schlusslicht
der Liga.
Für die Gäste hat das Match aber auch wieder wie verhext begonnen:
In der zweiten Minute traf Bacher nur die Stange, kurze Zeit stellte
Music im Powerplay die Führung der Slowenen her. Dabei prallte der
Puck von der Schulter von Goalie Starkbaum ins eigene Tor ab. Danach
war wieder der Wurm drinnen bei den Villachern, die Slowenen erhöhten
durch Golicic (15.) in Unterzahl und in der Folge durch Tayler im
Powerplay (31.) auf 3:0. Dem 1:3 durch Toff (36.) folgte keine 90
Sekunden später das 4:1 durch Vedlin und schon kurz nach der zweiten
Pause erhöhte Pance auf 5:1. Razingar konnte in der 49. Minute ein
zweites Mal für den VSV anschreiben. (APA)