Großartiger Erfolg der Wiener Grünen!

Kommentar der anderen | 16. Oktober 2011, 18:55

Warum die Empörung über die Öffi-Tarif-Einigung ins Leere geht - Von Wolfgang Koch

Die Wiener Presse feiert dieser Tage einen politischen Verrat der Sonderklasse. Von der Kronen Zeitung bis zum STANDARD, vom Falter bis zum sozialdemokratischen U-Bahn-Verdrecksblatt Heute - alle sind sich darüber einig: Mit der rot-grünen Tarifreform der öffentlichen Verkehrsmittel ab Mai 2012 haben die Grünen ihre sozial- und verkehrspolitischen Ideale verraten.

Es stimmt, dass die neuen Koalitionspartner der Rathaus-SPÖ im Oktober 2010 das mutige Wahlversprechen abgegeben haben, den Preis einer Jahreskarte der Wiener Linien auf 100 Euro abzusenken. Und genau das ist nun auch herausragend kreativ umgesetzt worden. Deshalb schäumen die Autofahrerparteien und die ihnen hörigen Medien.

Saftige Senkung

Die Jahreskarte für die Wiener Linien wird es ab 1. Mai 2012 um 365 Euro geben (bisher kostete das Jahresticket 449), und die Gebühr für Schwarzfahren wird auf die außergewöhnlich sympathischen 100 Euro angehoben. Um also in den zeitlosen Genuss der neuen Öffi-Tarife zu kommen, brauchen die rund 240.000 Jahreskartenbesitzer/-innen in Hinkunft nicht einmal ihre Jahreskarte erwerben; sie könne in Ruhe in Bim, Bus oder U-Bahn reisen und das Eintreffen der Kontrolleure abwarten, die den von den Grünen durchgesetzten 100-Euro-Jahresbeitrag persönlich entgegennehmen. - In Summe eine saftige Preissenkung um 349 Euro pro Jahr und damit ein grandioser Erfolg der ökologischen Stadterneuerung.

Es steht zu erwarten, dass sich diese Tarifsenkung für Grünfahrer (früher Schwarzfahrer) in den nächsten Jahren als Selbstläufer erweist. Tritt der aufmerksame Service der Fahrscheinkontrolleure nämlich wiederholt ein, brauchen sich die betroffenen Öffi-Benutzer zur Refundierung des Mehrbetrages nur an die Kassiere der grünen Bezirksorganisationen zu wenden. Hier genügt ein formloses Schreiben mit Bitte um Abdeckung der Zusatzgebühr, um den öffentlichen Verkehr im Sinn grüner Politik noch viel attraktiver zu machen. (Wolfgang Koch, DER STANDARD Printausgabe, 17.10.2011)

Der Autor ist Schriftsteller und "Wien-Blogger" der "taz".

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Posting 1 bis 25 von 188
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anyuser
 
00
2.11.2011, 07:31
kritikfähig sind sie ja nicht die grünwähler

da haut man den autor dieses artikels anstatt die grüne partei für ihre unrealistischen wahlversprechen

Lord of Dawn
00
21.10.2011, 09:30
Man muss den Grünen zu gute halten

dass sie sich immerhin um eine Umsetzung ihrer Wahlversprechen bemühen - was die anderen Parteien längst nicht mehr tun.

Toto Wien
00
18.10.2011, 12:11
Wichtiger als die Verbilligung der Fahrpreise ist ein

rascher Ausbau des öffentlichen Verkehrs in und um Wien! Neben der S-Bahn Verdichtung muss vor allem die U-Bahn ausgebaut werden. Da Zahl ich lieber ein paar Euro mehr und hab ein wachsendes Netz!

Virtuell
02
17.10.2011, 19:24
Rechnen lernen

Interessant dass man als "Wien-Blogger" nicht rechnen können muss! Lieber Herr Blogger, in Wien werden Öffi-Fahrer mindestens 10x/Jahr kontrolliert, macht also mindestens 1000€ und mehr "Jahresgebühr". Da kommt die reguläre Jahreskarte doch DEUTLICH günstiger!

EricCartman
 
00
19.10.2011, 16:07

Haben Sie den letzten Absatz auch gelesen? Da steht doch, dass man sich bei weiteren Kontrollen an die Kassiere der Grünen wenden soll.

Jonathan Moebius
 
04
17.10.2011, 18:51

1 Euro pro Tag Öffis benutzen = günstig
1 €/Tag Gebühr für die Radgarage Hietzing = teuer

coolio
00
27.10.2011, 13:35

während man allerdings in der Radgarage wirklich um einen euro / tag parken kann und der eine euro bei der ubahn nur ein marketingteorethischer ist (preis nur in verbindung einem ganzjahresticket), da der einzelfahrschein das doppelte kostet.

slow motion
22
17.10.2011, 18:34
Der "großartige Erfolg" der Wiener Grünen besteht bestenfalls darin,

sich auf einzigartige Weise selbst zu demontieren.

slow motion
00
17.10.2011, 18:28
Was ist "kreative Umsetzung", was "gebrochenes Wahlversprechen" ?

Uniquin
 
03
17.10.2011, 18:18

auch wenns nicht exakt zum thema paßt: ich finde das verhältnis zwischen den neuen kosten fürs schwarzfahren und kosten für tempo 80 im ortsgebiet bedenklich.

emanze c
00
18.10.2011, 11:01
Ich finde die Strafen für besonders lebensgefährdende Geschwindigkeitsüberschreitungen im Stadtgebiet auch zu niedrig.

Allerdings ist das eine ein klar lenkendes Verhalten (direkte Kosten solange nichts passiert verursacht das Schnellfahren nicht) zum Schutz der Allgemeinheit, das andere ist eine ohne Entgelt in Anspruch genommene Dienstleistung, die substantielle Erhaltungskosten verursacht. Dass da bei erwischter nichtbezahlter Benützung eine (sehr moderate) Schätzung über die vermutlich wiederholt ncihtbezahlte Benützung angestellt wird, leuchtet mir persönlich schon ein. Und im Grunde kann sich jemand, der den Beitrag leistet, auch nur maßlos ärgern über die "Free rider" im wahrsten Sinn des Wortes, für die man/frau mitbezahlt

Plombenzieher
05
17.10.2011, 17:37
Nach der seltsamen besorgniserregenden Logik des Herrn Koch wird man ab jetzt beim Schwarzfahren nur mehr einmal im Jahr erwischt.

Als Satire kann man das Geschreibsel jedenfalls auch beim besten Willen nicht erkennen.

Vielleicht hilfts dem Koch, weniger zu trinken, wenn er schreibt...............

Zweitgeist
00
18.10.2011, 13:57

vielleicht hilfts auch, den letzten absatz zu lesen.

der tueftler
11
17.10.2011, 17:31
Kalkulation

die wr. linien hatten 2010 840 mio fahrgäste ) und 355.000 jahreskartenbesitzer. ein fahrgast dürfte im schnitt einmal umsteigen, was also ca. 400 mio fahrscheinen entspricht. wenn man im schnitt für jahreskartenbesitzer etwa 2 fahrscheine pro tag rechnet (an den meisten tagen je 2, samstag, sonntag, urlaub, krankenstand natürlich weniger als normal), so entfallen auf jeden jahreskartenbesitzer ca. 700 fahrten bzw. insgesamt 250 mio fahrscheine. es bleiben ca. 150 mio sonstige fahrscheine, die sich um 20 cent verteuern, also um 30 mio € insges. die 355.000 jahreskartenbesitzer zahlen um 35 mio weniger....

die rechnung ist nur eine schätzung, bezieht junge mit niedrigeren tarifen nicht ein etc., aber: WO IST DIE VERBILLIGUNG

der tueftler
13
17.10.2011, 17:38
Verbilligung der Jahreskarten auf Kosten der Einzelfahrten

obige kalkulation zeigt, dass sich an den einnahmen der wr. linien nur wenig ändert. eine lenkungsmaßnahme ist das insoweit, als evtl. mehr leute motiviert werden, auf dauerkarten umzusteigen und dann evtl. diese besser zu nützen. aber das ist sehr weit hergeholt. eher werden fallweise nutrzer abgeschreckt.

von einer verbilligung des öffentlichen verkehrs zu sprechen ist schlicht schwindel.

frage: wenn eine zeitung neue leser sucht, würde sie dann auch den einzelpreis erhöhen und das abo verbilligen (das naturgemäß eh schon billiger ist als der kumulierte einzelpreis)? oder würde sie evtl. sogar gratisabos zum schnuppern anbieten?

eclecticon
00
17.10.2011, 19:04

Das kommt drauf an - will ich NEUE Leser gewinnen, oder will ich die angestammten belohnen.

diese 'Lenkungsmassnahmne' belohnt die eh-schon-öffi-fahrer
die schon jahreskartenbesitzer, und solche, die eh schon immer überlegt haben.
Diese 'Lenkungsmassnahme' bestraft aber jeden 'nehm ich jetzt grad das Auto, oder lass ichs für die 3 Stationen stehen' Benutzer, jeden 'zahlt sich heut der Umweltfahrschein aus?' Benutzer, sämtliche Touristen und insgesamt alle nicht-so-oft Fahrer.
Diese Gruppen sollten aber auch ans öffi-fahren herangebracht werden... eigentlich...

Also ein zweischneidiges Schwert - und das was mich persönlich dabei anzipft: das sich die Grünen dafür feiern lassen (wollen), als hättens mehr als ein Minimalziel erreicht.

der tueftler
00
17.10.2011, 19:17
stimmt, aber die aussagen waren anders

ich habe nichts dagegen die angestammten öffi-nutzer zu belohnen. eine änderung im sinne von ökologisierung wird man damit nicht erreichen. genau aber das behaupten die grünen, dass sie mit ihren maßnahmen anstreben. eine verbilligung des öffentlichen verkehrs ist nicht gegeben, es ist eine verschiebung zu lasten der seltenfahrer, die ich ja zu dauerfahrern machen will.
die maßnamhe widerspricht allen gesetzen des marketing, die aussagen dazu sind einfach nicht wahr. es mache sich jeder selbst ein bild. ich halte es für den versuch ein nicht einlösbares wahlversprechen durch eine alibiaktion zu kaschieren. wenn man eh schon 75% durch steuern finanziert, wäre eine völlige gratislösung zu überlegen!

Taji Soron
34
17.10.2011, 16:52
Wie kommt

solcher Käse in den Standard? Gibts da keinerlei Qualitätskontrolle? Man kann wie man sieht auch auf wenigen Zeilen zienmlich viel Unsinn schreiben - und witzig gemeint ist ganz offensichtlich das Gegenteil von witzig. Oder hat in der Standardredaktion jemand über den Text gelacht. (Wenn ja, wüsste ich zu gern warum...)

santiago nasar
35
17.10.2011, 16:41
mit einer derartigen

schreibe darf man bei der taz herumfuhrwerken? überrascht mich.

blackbeauty3
13
17.10.2011, 16:24

heh super jetzt lass ich mein auto stehen und fahr nur mehr öffi, der anreiz ist ja phänomenal ich spar mir, trau es gar nicht zu zusagen geschweige denn auszurechnen ich spare mir, unglaublich kann mich kaum konzentrieren, 23!!!!!!cent pro tag, nach 14 tagen kann ich schon ein glas bier gratis trinken!!!!! ok nach 18 tagen, trotzdem ein gewaltiger erfolg der grünen de sein leiwand de wöhli und mei auto verkaf i......

rorschach
00
17.10.2011, 16:24
die öffis gratis machen

und dafür die ganzen verkehrsförderung und verkehrsbauförderungen für den nicht öffibereich streichen - da bleibt dann sogar noch was übrig ....

Frau Trudl
04
17.10.2011, 16:20
was soll uns dieser kommentar sagen?

verteilerkreis
42
17.10.2011, 16:17

and now for something completely different

(Die Angst, dass Rot-Grün in Wien funktioniert, muss sehr groß sein)

eigentlich irgendwie grossartig
22
17.10.2011, 16:10
Grossartig,

dem ist nicht's hinzuzufügen.

byron sully
16
17.10.2011, 15:51

manchmal kann der versuch, lustig zu sein, gewaltig scheitern...

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