Alleinstehende und Homosexuelle

ÖVP bremst bei künstlicher Befruchtung

16. Oktober 2011, 18:27

Vor der Entscheidung des Gerichtshofs für Menschenrechte will die ÖVP nicht über künstliche Befruchtung diskutieren

Wien - Es ist eine heikle Diskussion, die "im Lauf des nächsten Jahres auf uns zukommt", sagt Erwin Rasinger, Gesundheitssprecher der ÖVP. Rund um die In-vitro-Fertilisation (IVF) soll es ein Gesetzespaket geben; Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) hatte am Wochenende im Standard gefordert, künstliche Befruchtung gesetzlich auch für alleinstehende und homosexuelle Frauen zu öffnen. Diesbezüglich sei die österreichische Rechtslage "nicht auf dem Status, der einem modernen europäischen Staat entspricht".

Die ÖVP reagiert darauf vorsichtig: Wie schon das Justiz- und Familienministerium verweist auch Rasinger auf ein laufendes Verfahren beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR), bei dem es um die in Österreich verbotene Eizellenspende geht. Geklagt hatten Ehepaare, und sie bekamen in erster Instanz recht: Die restriktive österreichische Regelung verstoße gegen das Diskriminierungsverbot im Zusammenhang mit dem Recht auf Achtung des Familienlebens.

Die Republik Österreich hatte argumentiert, durch das Verbot würden "ungewöhnliche Familienverhältnisse" verhindert, bei denen ein Kind eine genetische Mutter hat und eine, die es ausgetragen hat. Ähnliche Konstellationen gebe es auch bei der Adoption, befand wiederum der EGMR. Österreich legte Berufung ein, die Causa wurde an die nächste Instanz verwiesen. Ein Urteil soll im November fallen. "Dann werden wir umsetzen, was der EGMR entscheidet", sagt Rasinger, auch wenn viele in seiner Partei dem Thema "reserviert" gegenüberstehen würden.

Neu regeln will Rasinger jedenfalls die Präimplantationsdiagnostik (PID), und zwar nach deutschem Vorbild. Nach einer jahrelangen Debatte hatte der Bundestag im Juli entschieden, Gentests an künstlich erzeugten Embryonen zu erlauben, allerdings unter sehr strengen Auflagen. Dadurch sollen Erbkrankheiten ausgeschlossen werden, die zu Fehlgeburten führen könnten, bevor der Embryo in die Gebärmutter eingesetzt wird. Auch in Österreich sollen entsprechende Untersuchungen von einem Ethikrat überwacht werden, meint Rasinger.

Familienbild "entstauben"

Von der FPÖ wird Stögers Vorstoß zur IVF definitiv abgelehnt: Diese solle heterosexuellen Paaren vorbehalten bleiben, sie tauge nicht "als gesellschaftspolitisches Experimentierfeld zur Schaffung atypischer Familienverhältnisse". "Volle Unterstützung" für den Gesundheitsminister kommt aus dem roten Frauenressort, Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek fordere künstliche Befruchtung für alleinstehende und homosexuelle Frauen schon seit langem, sagte ihre Sprecherin. Die Grünen wiederum hoffen, dass den Ankündigungen der Minister Taten folgen, die Bundesregierung solle ihr Familienbild "gründlich entstauben". Ein Ende der "böswilligen Diskriminierung" fordern auch die Homosexuellen-Initiativen in Wien und Linz, auch wenn sie befürchten, dass "dieser Vorstoß des Gesundheitsministers ins Leere laufen wird". (Andrea Heigl, DER STANDARD, Printausgabe, 17.10.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 260
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Marlon62
10
24.10.2011, 08:55
Zum Thema "Künstliche Befruchtung" sage ich auch nur mit Einsränkungen "ja".

Zuerst sollte sich jede befruchtungswillige Frau bei mir melden, um praktisch auszutesten, ob man nicht mit der natürlichen Methode zum Erfolg kommt.

:-))

YaYaYa
00
4.11.2011, 11:10
....Gratuliere zu diesem äusserst qualifizierten Kommentar von Ihnen! /sarkasmus off

...dieser, Ihr Kommentar, ist wirklich unter der Gürtellinie und peinlich für Sie! Und das sage ich nicht als Feministin, sondern als ein Mensch, der zumindest ein bisschen hinter die Kulissen diverser "unfruchtbarer" Familien sieht und weiss, welche psychische Belastungen und kleine private "Tragödien" damit zusammenhängen! Vielleicht sollten Sie darüber mal nachdenken, bevor Sie so einen unzulänglichen, selbstdarstellerischen und unqualifizierten Kommentar von sich geben!

Angelika70
00
3.11.2011, 14:21

Nach einem Blick ins Unterhaltsrecht vergeht ihnen das Lachen.

Werner "The Smile" Faymann
01
19.10.2011, 23:16
OeVP-bremst...

NEIN WIRKLICH??

bratak
07
17.10.2011, 17:22

ich weiß, offtopic, aber im prinzip triffts auch zu, geht um das recht zu heiraten für homosexuelle:
http://pics.kuvaton.com/kuvei/san... riage.jpeg

99 Prozent - Pirat sein ist IN
145
17.10.2011, 17:11
egozentrisches denken der Gesellschaft.

Fragt jemand das Kind, was es davon hält von zwei Gleichgeschlechtrigen aufgezogen zu werden. NEIN. das Kind "muss" es mit allen negativen und positiven tragweiten akzeptieren. Schwulsein ist nicht angenehm, aber warum muss man Kinder damit belasten?

Angelika70
01
3.11.2011, 14:24

Unmündige Kinder werden nie gefragt, in welcher Familienkonstellation sie aufwachsen wollen und das ist auch gut so.
Deshalb sind sie Kinder - damit sie diese Verantwortung nicht tragen müssen.

[Cotton]
10
24.10.2011, 23:48
Ich stimme Ihnen zu.

Ich halte es auch für höchst fragwürdig, dass man nun zwanghaft versucht, dass Kinder mit einer oder 2 Frauen als "Eltern" aufwachsen können. In unserem Land gehen langsam Moral, Anstand und vor allem Tradition verloren. Statt traditionelle Partnerschaften setzt man auf gleichgeschlechtliche Beziehungen. Bestes Beispiel für den Trend: Conchita Wurst. Ein als Frau verkleideter junger, schwuler Mann begeistert halb Österreich. Irgendwie tickt Österreich verkehrt.

Angelika70
00
3.11.2011, 14:26

Sie haben überhaupt nicht verstanden, worum es diesem jungen Künstler geht, nicht wahr?

Lady Pyrra of Danubien
 
51
19.10.2011, 09:31

Kann man das Kind überhaupt fragen? NEIN! Also ist ihr Posting bestenfalls absurd.

Aber so wie ich das sehe, ist es einem Kind am wichtigsten, dass Mami und Papi - oder Mami und Mami, oder Papi und Papi - ihn gaaaanz fest lieb haben und vor allem beschützen. Das ist in den ersten Lebensjahren bestimmt so.

Ein Kind, dass mit gleichgeschlechtlichen Eltern aufgewachsen ist, kommt mit dieser Situation auch sicher besser zurecht, als Sie sich das vorstellen können.

PaterWilli
00
1.11.2011, 13:55

Das ist eine Hypothese.

Woher wissen Sie, daß "Ein Kind, dass mit gleichgeschlechtlichen Eltern aufgewachsen" ist, mit dieser "Situation besser zurechtkommt", wenn sie nicht einmal auf eigene Erfahrung zurückgreifen können?

Hatten Sie schon einmal mit Kindern und deren latenten Ängsten bzgl. der "Gewißheit ob ihre Eltern ihre tatsächlichen Eltern sind" zu tun?

Und die Frage der homosexuellen Paare ist für diese vielleicht unproblematisch, für die Kinder ganz sicher nicht. Denken Sie doch mal daran, wieviel traumatisierte Kinder es schon gibt, denen zB. der Vater (die Mutter) abhanden gekommen ist. Wir haben schon eine ganze Generation dieser Single-Kinder, denen ein männliches (weibliches) Vorbild fehlt.

Marlon62
00
24.10.2011, 08:56
kommt mit dieser Situation auch sicher besser zurecht, als Sie sich das vorstellen können.

Nur interessehalber: Wieso sind Sie sich da so sicher?

belgma
 
12
19.10.2011, 09:22

schwulsein ist nicht angenehm, so lange es menschen wie sie gibt ....

Steph ist dagegen
12
19.10.2011, 09:28

grüß dich belgma!

leider gibt es viele menschen wie den. Ich find die Diskriminierung (auch hier im Forum von manchen) einfach erschreckend.

Geht mir nicht ein, wieso eine Frau kein Kind bekommen darf, aufgrund ihrer sexuellen Orientierung.

PaterWilli
00
1.11.2011, 13:58
warum sollte sie nicht dürfen?

Das darf sie doch, so viele sie will, nur eben eigene.

Weltfremd ?
11
21.10.2011, 20:50
Und wie machen Sie Männer

glücklich ? Wieso diskriminieren schon wieder das männliche Geschlecht ?

Tethys
24
18.10.2011, 10:00

Es ist für das Kind dann belastend, wenn es mit Menschen konfrontiert wird, die solche Vorurteile haben wie Sie.

chilli p.
24
18.10.2011, 09:33
sie, es fragt die kinder auch niemand, ob sie getauft werden

und in den religionsunterricht geschickt werden möchten.

und wenn ich mir die skandale der letzten jahre so anschaue, dann sind die gefahren für kinder bei den pfarrern wesentlich größer als in schwulen oder lesbischen lebensgemeinschaften.

PaterWilli
00
1.11.2011, 14:01
sie meinen " es is eh scho wurscht" ?

Timagoras
 
04
18.10.2011, 00:18
"Schwulsein ist nicht angenehm"

.
sagt wer?

Timagoras
 
13
17.10.2011, 18:01
egozentrisches denken der gesellschaft.

fragt jemand das kind, was es davon hält von zwei verschiedengeschlechtrigen[sic] oder von alleinerziehenden aufgezogen zu werden? NEIN. das kind "muss" es mit allen negativen und positiven tragweiten akzeptieren. heterosein ist nicht imemr angenehm, aber warum muss man kinder damit belasten?

nvidia
 
05
17.10.2011, 16:44

Warum sollten alleinstehende Frauen oder lesbische keine Kinder bekommen dürfen? Sicher doch aber nur wenn sie nachweislich auch selber dafür sorgen können und nicht der Allgemeinheit auf der Tasche liegen.

PaterWilli
00
1.11.2011, 14:23
Artikel nicht gelesen?

Sie können eh Kinder kriegen so viel sie wollen. Es geht um "fremdes Erbmaterial", also Eizelle und Sperma (IVF).

(Lesen's nochmal den Artikel oben, bitte)

Hotblack_Desiato
01
18.10.2011, 23:38
ich denke, es ging ursprünglich mal um die versorgung des kindes

man hat da die liebe mama, die das kind versorgt, und den lieben papa, der geld verdient, um beide zu versorgen.

alleinstehende müssen beide rollen vereinen, man befürchtet (wohl seitens der övp), das diese rollenvereinigung nicht klappt

homosexuelle müssen dem kind irgendwann mal erklären, wieso es 2 väter oder 2 mütter hat, und wie es mit den hänseleien in der schule fertig wird

ersteres müssen heute schon genug alleinerziehende frauen (und auch männer) durchstehen

letzteres tritt immerhin schon auf, wenn einer der partner ein kind aus einer früheren beziehung mitbringt.

es scheint kaum klagen zu geben, das soetwas nicht funktioniert, also wieso gerade bei künstlicher befruchtung einen strich ziehen.

99 Prozent - Pirat sein ist IN
93
17.10.2011, 17:07
sehe ich anders.

ich möchte kein Kind von zwei Frauen oder zwei Männern sein. man soll an das Kind denken und nicht an seinen Ego.

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