Schwere Vorwürfe: Serienvergewaltigung im Wiener Heim

16. Oktober 2011, 18:14
  • Das Schloss Wilhelminenberg: früher ein Kinderheim, heute ein Hotel in Ottakring
    foto: apa

    Das Schloss Wilhelminenberg: früher ein Kinderheim, heute ein Hotel in Ottakring

Kinder sollen in Siebzigerjahren von Betreuern "vermietet" worden sein, bis jetzt keine Aufklärung der Vorwürfe

Wien - Von den zwei Millionen Euro, die die Stadt Wien für Entschädigungszahlungen an Missbrauchsopfer aus städtischen Heimen bereitgestellt hat, ist fast nichts mehr über. Weit mehr als 300 Personen, die in Heimen misshandelt oder sexuell ausgenützt wurden, haben sich gemeldet. Doch die schweren Vorwürfe, die zwei Schwestern am Wochenende im Kurier und im ORF erhoben haben, könnten zu einer neuen Dimension in der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in Wiener Heimen führen.

Die beiden Frauen kamen vor etwa 40 Jahren als Sechs- beziehungsweise Achtjährige in das (1977 aufgelassene) Kinderheim Schloss Wilheminenberg in Wien-Ottakring. Sie berichten von Vergewaltigungen durch mehrere Männer: "Es waren mehrere Männer und mehrere Mädchen. Im Zimmer waren 20 Mädchen. Da ist jede drangekommen", schildert eine der Frauen.

Kinder "vermietet"

Die Vergewaltigungen habe es "manchmal täglich" gegeben, "und dann war ein, zwei Wochen Ruhe". An den Übergriffen sollen sich auch mehrfach die Erzieher beteiligt haben, welche für die ebenfalls im Heim untergebrachten Buben zuständig waren.

Die beiden Frauen vermuteten, dass im Zusammenhang mit den Vergewaltigungen auch Geld an die Erzieherinnen geflossen sein könnte. "Im Nachhinein kommt es mir so vor, dass jemand für uns bezahlt wurde. Weil sie uns immer zurechtgemacht haben. Wir mussten Strumpfbandgürtel anziehen und durften uns nicht die Haare schneiden lassen", erinnert sich eines der Opfer.

Der Verdacht der Kinderprostitution sei im konkreten Fall auch bei der Opferschutzorganisation Weißer Ring bestätigt worden.

Rechtsanwalt Johannes Öhlböck, der die beiden Frauen vertritt, erklärte am Sonntag, dass er sich in einem Aufforderungsschreiben nach dem Amtshaftungsgesetz an die Stadt Wien gewendet habe, um Schadenersatz und die Übernahme von Therapiekosten einzufordern. Er sei überzeugt davon, dass seine Mandantinnen keine Einzelfälle gewesen seien.

Kommission prüft

Heinz Vettermann, SPÖ-Gemeinderat und Vorsitzender des Vereins Wiener Jugendzentren, meinte, dass die Stadt Wien um eine lückenlose Aufklärung bemüht sei. Bereits im Herbst 2010 sei die Kommission zur Aufarbeitung von Gewalt in städtischen Kinderheimen unter der Leitung des Wiener Zeithistorikers Reinhard Sieder eingerichtet worden; diese soll auch die neuen Vorwürfe untersuchen. Vettermann ist für Entschädigungszahlungen an die Opfer. Das sei zumindest ein Zeichen für die Anerkennung des Opferstatus. (APA, red, DER STANDARD Printausgabe, 17.10.2011)

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Wimmersdorf

wir haben uns in diesem jahr gefunden als ehemalige heimkinder von wimmersdorf und möchten gern etwas bewirken in der öffentlichkeit, daher bitte alle die im kinderheim wimmersdorf waren , meldet euch !
ehem.zoeglinge-wimmersdorf@hotmail.com

Für alle, die sich für psychologische Hintergründe interessieren:

Ich empfehle die Beschäftigung mit dem "Stanford prison experiment" Da staunt man Bauklötze!

für eine erste Information:

http://de.wikipedia.org/wiki/Stan... Experiment

die rückkehr der schwarzen pädagogik...

...ich persönlich glaube an den wahrheitsgehalt der opferaussagen und bin der meinung, wenn von den rund 400 meldungen nur die hälfte wahr sein sollten, die sache auch noch immer ein gewaltiges armutszeugnis darstellt die das bereits vom pädagogischen tisch gekehrte und tabuisierte thema der "schwarzen pädagogik" wieder aktuell werden lässt. http://www.babylog.at/2010/stor... ger-gehen/

Räubergeschichte?

Was an der konkreten Geschichte stimmt oder nicht, wird sich zeigen. Was aber ganz, ganz sicher ist: bis weit nach 1980 gab es in den Heimen/Internaten (kirchlich und staatlich) Machtausübung über Kinder und Jugendliche, die mittels Gewalt und Sexualität durchgesetzt worden ist. Der Schriftsteller Michael Amon beschreibt in seinem eben erschienenen, extrem empfehlenswerten Roman "Fromme Begierden" sehr genau diese Verquickung von Macht, Gewalt und Sexualität. Wir sprechen da sicher nicht von den derzeit bekannten hunderten Opfern (Klasnic-Kommission, dann die "Opfer kirchlicher Gewalt" und jetzt Wilhelminenberg), sondern von zigtausenden, die in den Jahrzehnten seit 1945 in österr. Heimen "erzogen" wurden. Da gibt es viel zu tun ...

hier ein link für alle, die sich schon so richtig sicher sind:

http://de.wikipedia.org/wiki/Worm... r_Prozesse

geh bitte

könnts des ned noamol umschreiben , ich mein die überschrift, oder euch a neue ausdenken, i sich mi nimmer ausse, schiebts des doch einfach ins archiv, und auf gehts...

Also, habe inzwischen das ganz Interview im Kurier gelesen. Einiges riecht reichlich nach Räuberpistole -

immerhin gabs ja in D schon mindestens einen Fall, wo angeblich ein ganzes Dorf zwei Kinder vergewaltigt haben soll. Hat sich dann - nach vielen Gemeinheiten für die fälschlich Beschuldigten - als Hingespinst herausgestellt.
Bei der im Frühjahr im Wagner-Jauregg-KH Verstorbenen aus Graz war wohl ähnlich was im Busch, und aus GB wird ein Fall (in Birmingham?) berichtet, wo solche Anschuldigungen eine größere Zahl von Selbstmorden und tödlichen Herzinfarkten zur Folge hatte - und das aufgrund von Hirngespinsten eines Kindes und einer durchgeknallten Sozialarbeiterin die das mit Schaum gegen die Männer, die alles Schweine sind, vor dem Mund, betreiben wurde.

Hier würde es auch einer Verschwörung von ein paar 100 Leuten bedürfen...

Genau !

Diese Geschichte ist unglaubwürdig. Hier hält jemand seine Phantasie für Realität.

Das Schlimme: die echten Missbrauchshandlungen im W'bergheim, vor allem die massive Gewalt gegen Kinder, werden dadurch in den Hintergrund gerückt.

Das darf nicht sein !

sicher ein bedenkenswerter Aspekt.

Heinz Vettermann, SPÖ-Gemeinderat und Vorsitzender des Vereins Wiener Jugendzentren, meinte, dass die Stadt Wien um eine lückenlose Aufklärung bemüht sei.

"hahahahahaha" ... selten so gelacht ... WENN hier wirklich eine lückenlose Aufklärung erwünscht ist, dann bitteschön von EUROPOL!

SYSTEM IST VERROTTET

http://www.youtube.com/watch?v=B... re=related

Geben WIR (ja alle) den Jungen wieder eine Chance sich zu entfalten. Auf die Politiker brauchen wir nich mehr hoffen - SIE sind Teil des SYSTEMS, und damit auch DAS Problem. Die Demokratien sind VERROTTET nicht nur in Österreich - fast ganz Europa ist infiziert.

Was denkt IHR ??

lies bitte dr. jose rizal über den "sozialen krebs".
das ist ein wesentlicher aspekt im europäischen problem.
die nachkommen der kolonialherren tun ganz ähliches auch ihren landsleuten an, da sie sich als weit über ihnen stehend betrachten. nämlich heute, nach abhandenkommen der kolonien.
und - die haben in diesen zeiten einen wahren boom, siehe deutschland, wer da aller was zu sagen hat, welche dynastien ihre edlen häupter erheben und gern auf den rest herab schauen möchten.
so wie diese kinder (und lassen wir sogar die organisierte kriminalität der kinder prostitution beiseite) behandelt wurden, wurden in einer anderen epoche systematisch sklaven behandelt.
das knowhow hat sich wohl stark vererbt...

In dem zusammenhang

sinds ein jämmerlicher krawallstoppl.

Es scheint niemanden zu interessieren, dass hier offensichlich staatlich finanzierte Kinderbordelle unter dem Deckmantel der Jugendfürsorge existierten.
Was ist mit den Fragen
.Wer waren die Kunden
.Wer die Organisatoren
.Wer hat das gedeckt
.Wurden Nachfolgeprostitutionsringe gegründet.
.Was passierte mit den entsorgten Kindern (Mordfälle)
.Warum wird auch Heute nicht ordentlich nachgeforscht, das Verjährungsargument ist wohl ein lächerliches Argument.
Werft den Schafen die Knochen der Indoktrinierung zu und sie verausgaben sich in dummen Grabenkämpfen, als Täter von Damals und /oder Heute braucht man sich so nie zu sorgen.

Wird eh schon eine Kommission eingesetzt, welche die Aussagen untersucht. Natürlich werden die sich auch die Glaubwürdigkeit der Zeugen anschauen, immerhin ist hier Geld im Spiel, und dann wirds meistens schmutzig...

hier muss ein wahrheitsfindungsprozess geschehen, ungeachtet der verjährung.

was war mit dutroux? die netzwerke die kindern so etwas antun, sind immer wieder an verschiedenen vorfällen zu spüren.

dieses wegsehen und schweigen können wir mitteleuropäer sehr gut. besonders wenn die unantastbaren bonzen verwickelt sind. und wenn die taten objektivierbar sind, dann ging das nicht ohne hohen schutz.

Gefällt Ihnen die Vorstellung organisierter Kinderprostitution so gut, dass Sie ein ganzes System aufbauen?

Wissen Sie eigentlich, wie schwer es ist, ein solches System aufzubauen, ohne dass etwas auffliegt?
Das klappt nur, wenn alle mitmachen beim Mundhalten: Die Betroffenen sowieso, die Kunden, das gesamte Heimpersonal von der Leitung bis zu den HausarbeiterInnen, die Rettungsfahrer, die ÄrztInnen, das Krankenpflegepersonal, die LehrerInnen und nicht zuletzt die Eltern und Verwandten, dazu noch die Nachbarn... Die Wissenschaftler von der biologischen Station Wilhelminenberg ebenso wie die Heurigengäste, Weinbergbesitzer und SpaziergängerInnen....

vertuschen war sicher einfach

falls wirklich Kinder verschwunden sind, dann sind sie offiziell davongelaufen (und eben nicht mehr gefunden worden); falls Mädchen medizinische Hilfe brauchten, dann sind sie eben offiziell auf den Strich gegangen (die Erzieherin sprach ja auch davon, dass die viele Mädchen "Erfahrung" hatten - von wo fragt sich) - das hat sicher genügt, um Außenstehende Personen ruhig zu stellen. Und viel mehr braucht es dazu nicht.

Hab ich vergessen:

Bei uns verschwinden Kinder eher selten, und wenn, stand das auch schon früher in der Zeitung.
Das heißt, dass das Schicksal von Kindern, die damals nicht mehr aufgetaucht wären, nachvollziehabr wäre: Meldezettel, Zeitungsnachrichten, Suchanzeigen, Totenscheine... Was glauben Sie, was das für ein Theater gegeben hätte, wenn ein Kind einfach aus den Akten verschwunden wäre! Außerdem haben auch damals die meisten untergebrachten Kinder Eltern gehabt - glauben Sie, die hätten alle still gehalten, wenn ihre Kinder verschwunden wären?

sorry da hiesses nur, ein paar heimkinder seien abgängig, ihre wahre natur zeigt sich, undankbar hauen sie ab usw die galten als abschaum.
schwarze pädagogik war in. man drohte den eigenen kindern, sie ins heim zu stecken, wenn sie nicht folgen wollten.

da hat sich weniger geändert, als man glauben möchte!

Ich rede eben nicht von vertuschen!

Ich rede von Auffliegen lassen, von Anzeigen. Auch in den 60ern und 70ern mußten bei Verletzungen und Verdacht auf strafbare Handlungen Anzeigen gemacht werden. Die Ärzte hätten sich strafbar gemacht, wenn sie Körperverletzung und Verdacht auf Vergewaltigung - durch Verletzungen im Genitalbereich von nicht geschlechtsreifen Mädchen schließlich naheliegend - nicht anzeigen!
Das schau ich mir an, dass Spitalsärzte das nicht tun, nachdem die Kinder mit der Rettung bei ihnen eingeliefert worden sind!

Österreich darf nicht Belgien werden!

nicht alles glauben was so erzählt wird!

Nicht alles leugnen, was so erzählt wird.

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