Studieren im Ausland

Auslandssemester weiter mit einigen Hürden

16. Oktober 2011, 17:41
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    foto: der standard

    Das Bologna-System erschwert ein Auslandssemester - nicht nur in Harvard.

Bologna-System erschwert internationales Studieren eher - Zahl der absolvierten Auslandssemester stagniert

Wien - Mit dem Bologna-Prozess sollte ein "einheitlicher Europäischer Hochschulraum" geschaffen werden - um etwa Abschlüsse vergleichbar zu machen und die Mobilität zwischen Unis zu erleichtern. Laut ORF online zeigt die Erfahrung der Unis aber, dass das Bologna-System die Internationalität eher erschwert. Gab es in den vergangenen Jahren stets neue Rekordzahlen von Studierenden, die mit dem Erasmus-Programm an einer anderen europäischen Uni studierten, gibt es mittlerweile in einigen europäischen Ländern Einbrüche. In Österreich stagniert die Zahl der absolvierten Auslandssemester. (red, DER STANDARD, Printausgabe, 17.10.2011)

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Posting 1 bis 25 von 44
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Spucks
01
25.10.2011, 08:58
Es dürfen im Artikel ruhig auch Gründe dafür angegeben werden, warum die Internationalität erschwert wird.

Bei mir wurde es 1. studientechnisch und 2. finanziell erschwert, allerdings nicht durch Bologna.
ad 1.: An meiner "Gastuni" gab es (zumindest bei meiner Studienrichtung) Kurse mit 7.5, 15 oder 30 ECTS, d.h. 1/4 - 1 Vollzeitsemester. In Wien wurde mit jeder Kurs (meine hatten alle 7.5ECTS) prinzipiell nur für 1 LV (2 SSt.) angerechnet, d.h. aus 30 ECTS wurden 8 SSt -> aus Volleit wurden weniger als 50%.
ad 2.: Das extra Erasmusstipendium kriegt man nur, wenn man nach Abschluss des Aufenthaltes mind. den 1. Abschnitt beendet hat - mir fehlte eine Plicht-LV, weil sie 3 Semester nicht angeboten wurde, dafür hatte ich etliche LV aus dem 2. Abschnitt und mehr als die Hälfte der Wahlfächer -> wurscht, kein Geld.

fizcaraldo
34
19.10.2011, 12:10

Ich wollte gerne ein Auslandsssemester machen, aber an der TU Wien scheint das nicht erwünscht zu sein. Mir wäre so gut wie nichts angerechnet worden, und hinter vorgehaltener Hand wurde mir vorgeworfen ich wolle mich ja nur vor den schweren Prüfungen drücken. Irgendwie lächerlich, denn ich wollte an die ETH Zürich welche ja nicht gerade bekannt dafür ist Noten zu verschenken. Die Eigenwahrnehmung scheint bei manchen TU Verantwortlichen stark gestört zu sein.

hoggy
01
23.10.2011, 22:07

mir wurden alle fächer vom auslandstudium nur als wahlfächer angerechnet (montanuni) - war auf einer der besten unis in asien - somit habe ich ein semester verloren. aber das war es wert! es war die wahrscheinlich tollste und wichitgste erfahrung in meinem leben.

Angelika70
11
28.11.2011, 09:57

"es war die wahrscheinlich tollste und wichitgste erfahrung in meinem leben."

Korrigiere "meinem bisherigen Leben". Es kommt noch vieles, was sie sich heute nicht vorstellen können. Das meiste davon wird die Unierfahrungen bei weitem übertreffen. ;-)

RS69
 
00

Ein paar tolle Auslandsaufenthalte bleiben schon in Erinnerung. Wenn man an ein wirklich gutes Institut geht, bleibt das was besonderes. ;-)

Chemist88
00
21.10.2011, 12:14
also

bei der Chemie an der TU geht das wirklich gut, zumindest im Master. Im Bachelor kann es klarerweise mehr Probleme damit geben.

mary jane
 
00
19.10.2011, 01:07

Die Absicht mag zwar gut gewesen sein, aber die Praxis ist doch sehr hürdenhaft geblieben. Auch eine ERASMUS-Förderung ist nun nicht gerade eine finanziell ausreichende Versorgung - so ein Semester will bezahlt werden. Und das, nachdem sich der student. Nachwuchs durch die Bewerbungsverfahren gequält hat. Kostet Geld, Zeit und Nerven.

Wobei da auch oft der Druck dahinter steht, dass es heute freundlicherweise erwartet wird, ein Semester irgendwo im ausland verbracht zu haben. Nur kollidieren Erwartung und reale Umsetzung eben ab und an.

Ana Nymus
00
17.10.2011, 16:49
Warum nicht gleich im Ausland studieren?

Ich wollte unbedingt ein Auslandssemester machen, aber der organisatorische Hickhack rund um wieviele ECTS Punkte werden hier und dort angerechnet etc hat es mir gründlichst verdorben. Nachdem ich aber trotzdem unbedingt an dieser Uni studieren wollte, hab ich mich einfach regulär angemeldet und gleich das gesamte Studium dort absolviert!

ParanoidBoxdroid
01
28.10.2011, 00:01
leisten...

....muss man sich es können.
auch das leben.

schön, dass sie das geschafft haben.

Angelika70
15
17.10.2011, 13:46

Wen wunderts? Endlose Voraussetzungsketten, immer mehr LVs mit Anwesenheitspflicht, Begrenzungen der freien Wahlfächer, Ende der Familienbeihilfe mit 24 Jahren...
... und dazu eine völlig wahnwitzig durchdrehende Bürokratie, wo schon bei einfacheren Dingen die linke Hand nicht weiß, was die rechte tut.

Wer will sich da freiwillig ein Auslandssemester antun?

LiTaiPe
61
17.10.2011, 05:46
ich glaube..

ich glaube dass die sog. "auslandssemester" einfach out sind

war ja auch früher schon schwer genug einen platz an einer ausl. partner uni zu bekommen, vergleichbare prüfungen zu absolvieren und diese dann auch noch anrechnen lassen zu können - und zwar genau zu dem zeitpunkt wann mans fürs studium braucht. war also schon immer eine art "verlorenes" aber evtl. auch "bereicherndes" semester

durch bologna etc. hat sich das system an sich geändert. weniger "auslandssemester" - aber dafür mehr ganze studien im ausland bzw. an jeder beliebigen uni in europa abzwickeln zu können ist/war wohl das ziel.

und diese studienabschlüsse sollten dann eben nicht nur vergleichbar sein sondern auch überall (in der EU) anerkannt und geschätzt werden

xruxl
17
16.10.2011, 22:07

Kein Wunder. Bei der Informatik an der TU Wien etwa können während des Auslandssemesters keine Pflichtfächer gemacht werden (weil man könnte sich ja so um die so schweren Prüfungen an der besten Uni der Welt herum schummeln) und im Bachelorstudium ist ein Auslandssemester auch nicht erwünscht. Nur ist die Anzahl der Nicht-Pflichtfächer je nach konkretem Masterstudium begrenzt, besonders wenn man sich die Frechheit erlaubt zwischen Zweigen zu wechseln (etwa Software Engineering-Bachelor und Computergrafik-Master) und dann noch bis zu 30 ECTS nachmachen muss, damit man überhaupt zugelassen wird.

Taschenkalender
02
16.10.2011, 20:06
einheitlicher Europäischer Hochschulraum

umd das Bild dazu: Harvard..sehr schlau

MundMs
01
16.10.2011, 19:42
War voraus zu sehen, aber logische theoretische Begründung hat noch nie die Politik dazu veranlasst, nichtmehr "2+2=5" zu behaupten

Die größte Veränderung im Bologna-system besteht nunmal darin, dass das Studium so ausgelegt ist, dass jedes Jahr ein fixer Stundenplan zu absolvieren ist und das Absolvieren des Stundenplans des momentanen Semesters zur Vorrausetzung dafür wird, den Stundenplan nächstes Semester überhaupt "belegen" zu dürfen.

Da dieser Stundenplan aber hauptsächlich aus Seminaren besteht, muss man sich fragen, ob man es sich finanziell überhaupt leisten kann, nicht alle Seminare eines Semester zu absolvieren (was im Ausland aufgrund der Fremdsprache noch viel zeitintensiver ist als "zu Hause", wodurch es beinahe unmöglich wird). Denn wenn ein Semester nicht absolviert ist, kann man mit Pech automatisch 2 Sem. länger brauchen.

Information Stammdaten Zusatzdaten
03
16.10.2011, 21:52

"das Studium so ausgelegt ist, dass jedes Jahr ein fixer Stundenplan zu absolvieren ist"

das ist falsch. Die Unis haben die möglichkeit Freifächer, verschiedene Variationen an Pflicht- und Wahlfächern anzubieten. Genauso wie es auch vorher war. Da gibt es keinen Unterschied.
An meiner Uni gibt es das. Und ich kann auch z.b. als Erstsemester Fächer die im 5. veranschlagt sind absolvieren.
Sprich: Es ist nicht Bologna Schuld. Die Uni (ich nehman an Uni Wien) hat eben die Studienpläne verhunzt und schiebt den Schwarzen Peter Bologna zu. Kann man mit der EU vergleichen, die ist ja auch an allem Schuld.

trollvottel
00
17.10.2011, 11:27

Ja, nur einzelne Studienrichtungen boykottieren diese Regelungen. Zu meiner Zeit hatte das den Zweck, sicher zu stellen, dass ein Jus-Professor pro Semester mehrere Tausend Studenten "prüft" (die Assistenten haben die Arbeit), aber für jeden Prüfungsgebühr kassiert - und mit einer 85%-Durchfallrate sein Einkommen drastisch anhebt.

... ob das heute bei Informatik so läuft?

MundMs
00
17.10.2011, 01:07
Die Unis haben die möglichkeit Freifächer, verschiedene Variationen an Pflicht- und Wahlfächern anzubieten. Genauso wie es auch vorher war.

Das ist schlichtweg falsch. Das Bolognasystem ist in Modulen organisiert, die mit einer bestimmten ECTS Punkteanzahl absolviert werden müssen.

Freifächer per se gibt es nicht mehr in einem solchen Ausmaß (48Wochenstunden) wie es sie im Dipl. Studienplan gab, sondern es gibt Erweiterungscurricula in extrem geringem Umfang. (~15ECTS im BA)

Im Endeffekt wird das Verhältnis von Vorlesungen und Seminaren durch das Unibudget bestimmt und den potentiellen Umfang des Studiums. Wenn es beispielsweise nur 2 verschiedene Vorlesungen in einem Modul gibt, in dem man entweder 2 VO und 2 Seminare machen kann, oder 6 Vorlesungen, muss man zwangsweise die Seminare machen, da schlicht nicht 6 versch. Vorlesungen in ein und dem selben Modul angeboten werden

Information Stammdaten Zusatzdaten
01
17.10.2011, 04:21

Und jetzt rechne mal die 15ECTS in WS um -> zwischen 22.5 und 30.h. Und das nur im Bakk.
Dazu kommen noch mindestens 10ECTS im MA. Und schon ists wieder am selben Level.

Das mit den Vorlesungen und Seminaren liegt rein im ermessen der Uni. Hat nichts mit Bologna zu tun.

MundMs
00
17.10.2011, 18:48
15ECTS=22-30 SWS ???? BITTE WAS??? wenn Sie wirklich so wenig Ahnung haben, dann schreiben sie bitte nichts mehr

Eine Semesterwochenstunde ist MINDESTENS 1,5-ECTS (etwa bei Vorlesungen), das heißt, die Stundenanzahl ist IMMER niedriger als die Menge der ECTS Punkte.

üblicherweise haben Vorlesungen (2SWS) 3 ECTS Punkte oder bis zu 4 wenn man zusätzlich weiterführende Literatur lesen MUSS. Seminare hingegen (2SWS) haben mindestens 5 und bis zu 6 ECTS Punkten, wenn sie besonders umfangreich sind.

Das heißt 15-ECTS sind höchstens 5 Vorlesungen, also 10 Semesterwochenstunden. Meist aber 2 Seminare und eine Vorlesung, also 6 Semesterwochenstunden.

Das heißt Ihre Berechnungen sind bis zu 5mal so hoch, wie es in der Realität ist.

Irgendwie zweifel ich daran, dass Sie je mit ECTS in Berührung kamen.

Ï
00

die tu rechnet mit 1.3 ects = 1 semesterstunde, wenn nicht gegenteiliger nachweis in form eines zeugnisses, auf dem die ss genau ausgewiesen sind, erbracht wird.

LuFi
01
21.10.2011, 23:47

ich hatte schon 2 sws-vorlesungen bei denen ich nur 1 (innsbruck) bzw. 1,5 (graz) oder (haha!) 1,75 in bukarest bekommen habe ;) waren aus europastudien bzw. biologie. ects und sws sind reines chaos, da gibts keine regeln!

Chemist88
00
21.10.2011, 12:16
Komisch

bei uns ist eine SWS HÖCHSTENS 1,5 ECTS (Vorlesungen), mindestens 1ECTS (Praktika)

MundMs
08
16.10.2011, 19:48
Fortsetzung

Denn manche Lehrveranstaltungen eines Stundenplans werden nunmal nicht beide Semester angeboten. Werden sie also nicht "sofort" absolviert, kann man im schlimmsten Fall ein ganzes Semester nicht wirklich weiterstudieren (man darf die LVs nicht belegen, deren Vorraussetzungs-LV nicht absolviert wurde).

2 Semester Zeitverlust sind mehr als tolleriert wird, das heißt, man wird finanziell dafür bestraft indem Studiengebühren anfallen und Familienbeihilfe wegfällt.

Also ich finde es wenig verwunderlich, dass viel weniger nun ein Auslandssemester wagen, weil es zum Risiko wird, seine finanzielle Grundlage zu verlieren.

blub7
20
17.10.2011, 17:21

2 semester werden toleriert

Quim Barreiros
00
17.10.2011, 09:25

Diese Voraussetzungs-LV haben sich aber ebenfalls die Unis bzw. Studienrichtungen selbst eingebrockt. Mit Bologna hat das nicht viel zu tun. Es gibt auch Studien nach der Bologna-Struktur ohne solche Voraussetzungsketten.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 44
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