Italien

Rom beklagt Schäden in Millionenhöhe nach Straßenschlachten

16. Oktober 2011, 14:33

Banken, Geschäfte und Hotels schwer beschädigt

Rom - Nach den Straßenschlachten bei der Großdemonstration gegen die Macht der Finanzwelt, an der sich am Samstag 200.000 Menschen beteiligt haben, klagt Rom über Schäden in Millionenhöhe. Am Rande der größten Demonstration unter den weltweiten Kundgebungen gegen die Vorherrschaft der Banken beschädigten Randalierer Banken, Geschäfte und Hotels. Vermummte griffen Supermärkte an, schlugen Scheiben von Lokalen und Steuerämtern ein und zündeten mehrere Autos an, darunter auch Polizeifahrzeuge. Etwa 100 Vermummte steckten einen Anbau des Verteidigungsministeriums in Brand. "Rom hat ein Inferno erlebt. Wer wird für all dies zahlen?", fragte die Tageszeitung "Corriere della Sera".

Am Sonntag setzten mehrere Aktivisten der Protestbewegung der "Empörten" ihre Demonstrationen fort. Sie übernachteten in Zelten vor einer römischen Kirche. "Die Krawalle haben eine friedliche Demonstration ruiniert, bei der Hunderttausende Menschen gegen die Macht der Finanz protestieren wollten. Wir wollen aber nicht kapitulieren und weiter friedlich demonstrieren", sagte ein Sprecher der Bewegung.

Opposition: "Kriegstag"

Vize-Innenminister Alfredo Mantovano warnte vor weiteren Krawallen in den kommenden Tagen. Oppositionsparteien verurteilten die Auseinandersetzungen und riefen die Regierung auf, im Parlament über die Vorfälle am Samstag zu berichten. "Rom hat einen Kriegstag erlebt. Wir wollen wissen, warum das zugelassen wurde", betonten Sprecher von Oppositionsparteien.

70 Verletzte, Verwüstungen und zwölf Verhaftete ist die Bilanz der Ausschreitungen, die das Zentrum Roms ins Chaos stürzte. Der Platz vor der Lateranbasilika wurde zum Schlachtfeld. Hunderte Demonstranten bewarfen dort Polizeifahrzeuge und Einsatzkräfte mit Steinen, Flaschen und Rauchbomben. Ein Polizeiwagen wurde angezündet. Friedliche Demonstranten und auch Touristen gerieten bei den Ausschreitungen vielfach zwischen die Fronten. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 31
1 2
Werner Marzi1
 
11
16.10.2011, 17:59
UND Dann ?

http://www.ef-magazin.de/2011/10/1... ken-domino

Na liebe Voksvertreter? Zeigt wenigstens einen Funken von Moral und Ehre, (wenn überhaupt jemals vorhanden)und tretet geschlossen zurück ohne Forderungen und ohne Pension. Eine Schande für die westliche Zivilisation.
Für danach event.: KONKORDANZDEMOKRATIE
und verbindliche VOLKSABSTIMMUNGEN

Viel Glück UNS allen.

psyhst
Christian Lackner
00
16.10.2011, 18:23
Hebelkonstrukte

Leider richtig, das macht die Verbindlichkeiten größer - und im Falle des Eintreten schlagend, dient also nur der Gewinnung von Zeit, krisenbewältigungsstrategischtypisch.

Gewonnene Zeit müsste für Paradigmenwechsel genutzt werden, wie der Musiker, der im Kopf immer zwei Takte im Voraus ist

lapidus
13
16.10.2011, 17:35

Die Ausschreitungen sind auch auf ein Versagen der Polizei zurückzuführen.

Während die Demonstration den von der Quästur vorgegebenen Weg nahm, war der Großteil der Polizisten dazu abgestellt das Regierungsviertel zu bewachen. So waren die Polizisten den ca. 1000 Gewalttätigen hoffnungslos unterlegen, weil sie am falschen Ort waren.

Und wenn man bedenkt, daß diese Ausschreitungen sogar im Internet angekündigt wurden und die Verhaltensregeln für den schwarzen Block über 2 Klicks erreichbar sind, ist es zynisch jetzt den 99% friedlichen Demonstranten die Schuld in die Schuhe zu schieben.

Hannes Kartnig
11
16.10.2011, 17:45

gut, dann schieben wir es eben der polizei in die schuhe. das ist sicher logischer. sie ist schuld, weil sie auch anderes schützen muss. klar!

und wenn man die fernsehbilder sieht: eine so geringe zahl von schlägern und plünderern war das nicht. dieser mob macht alles zunichte, was am protest gut ist.

lapidus
00
16.10.2011, 18:44

Natürlich ist es nicht die Alleinschuld der Polizei, denn die hat ja keine Scheiben eingeschlagen. Aber wenn es gelingt vor einer Polizeikaserne ein gepanzertes Auto zu verbrennen, ist irgendetwas schiefgelaufen.

Jedes Fußballspiel der Serie A wird besser bewacht, als diese Demonstration.

fussgängerüberführung
02
16.10.2011, 17:23
Das über Jahre zu Konsumblöd getrimmte Fernsehvolk merkt, dass es so nicht mehr weitergeht...und geht auf die Strasse ...

Das tragische daran ist, daß das Fernsehvolk selbst derart verdorben ist, dass es selbst nicht mehr weiss wie den Karren aus den Dreck zu ziehen...

Berlusconi weg, schön und gut. Und dann....?

Mutieren das Volk von einem Tag zum anderen zum verantwortungsbewussten weisen Bürgervolk? Ich denke eher nicht, die italienische Gesellschaft hat sich tief in eine Sackgasse verfahren, ein Funke und alles klappt zusammen...

Ich wünschte es wäre anders...

psyhst
Christian Lackner
02
16.10.2011, 17:51

Das sind Stereotypisierungen, die so nicht ganz stimmen, denn wenn "ItalienerInnen" etwas können, dann aus Sackgassen heraus kommen. Wahr aber: tiefe gesellschaftliche Spaltungen, aber nicht mehr nur Links gegen Rechts, sondern differenzierter, wie bei uns auch, aber mit Machtverhältnissen einer herrschenden autokratischen "Geriokratie", die natürlich gewählt wurde. Die Anhängerschaft der "Padrone" ist tatsächlich noch tief verwurzelt und damit steht der institutionelle Staat auf schwachen Beinen - die italienische Revolution ist nicht aufzuhalten, denn sie hat vor vielen Jahren in den Kinderzimmern moderner Eltern angefangen und gewinnt an Größe

fussgängerüberführung
00
16.10.2011, 18:14
Es ist richtig, eine Stärke der Italiener ist das improvisieren, das herumnaviegieren um scheinbar unüberwinbare Hürden...

...nur ist Italien nicht mehr jenes von vor 20 Jahren. Die Welt hält ökonomisch keinen Raum mehr vor für die italienische Art des wurschtelns. Da hat Italien keinen Einfluss drauf.

Zudem sehe ich dzt. keine charismatische Leitfigur, die über die zahlreichen gesellschaftlichen (und politischen) Bruchlinien hinweg einen validen Konsens erschaffen könnte...vielmehr fliegt das Land auseinander wie in einer Zentrifuge. Zeitungen wie Reppubblica tun ihr übriges dazu, es fehlen Denkmodelle zu Besserung. Skandal zu schreien reicht nicht.
Und wie gesagt, zur jetzt bitter nötigen Weisheit im Volke gehört Bildung, welche bis vor wenigen Jahrzehnten in Italien durchaus von guter Qualität (humanistisch) war...

psyhst
Christian Lackner
13
16.10.2011, 17:21
Eskalation scheinbar von Sicherheitskräften provoziert

Laut Berichten von Bekannten, die an der Demo teilgenommen haben und sich im mittleren Teil des Corteo befanden, wo der "black bloc" mit den Randalen anfing, haben die zahlreichen, den Kordon einfassenden Polizisten (in voller Ausrüstung) zugesehen und gleichzeitig friedlichen Demonstranten die Flucht in Seitengassen versperrt . . . man könnte daraus eine Eskalationsabsicht der Behörden unterstellen, zumindest tun das einige Römer

Quartz1
00
16.10.2011, 17:13

Man trifft die Haie nicht mit Demonstrationen. Weder mit friedlichen noch mit gewalttätigen.

rules90
10
16.10.2011, 16:32

sogar die abgeordneten der Sel, eine stark linke partei haben sich gegen diese ideoten gewehrt und einer wurde verletzt...solche ideoten schaffen es nur berlusconi zu stärken, ein friedlicher protest vieler jugendlicher ist nutzlos geworden
wer maskiert demostriert sol sofort ins gefängniss gebracht werden..basta

goope
011
16.10.2011, 16:24
Die Regierung beklagt Schäden in Millionenhöhe - verursacht durch das Volk

Das Volk beklagen Schäden in Milliardenhöhe - verursacht durch die Handlanger der Banken & Konzerneden..den Regierungen

Chien de Pique
00
16.10.2011, 18:14

Ändert nichts daran, dass beides gegen das Volk geht. Der dumpfe Mob, ebenso nur eine winzige Auswahl aus dem Volk (und den DemonstrantInnen), wäre, wenn man ihn gewähren ließe, zweifellos in der Lage und gewillt, jede Stadt Italiens in Schutt und Asche zu legen, um mit den PolitikerInnen gleichzuziehen.

zimbo
 
00
16.10.2011, 16:46
Es geht eh net anders.

santa fe
 
06
16.10.2011, 16:13

kleine, scheue, eben machtlose demonstrationen wie in wien können auf lange sicht für das weitere anwachsen der demokratie-erneuerungsbewegung fruchtbarer sein als sofortige grosse aktionen, bei denen die macht-manifestation sehr leicht ausarten und als provokation wirken kann. aber sie zeigen auch in rom, wie sehr der soziale friede schon gefährdet ist.

die vernunftabteilungen beider seiten müssen zusammenfinden und zusammenarbeiten:

BEDINGUNGSLOSES GRUNDEINKOMMEN für alle

die FI (finanzindustrie) braucht die 99%, ohne die sie in sich zusammenfällt, und sie braucht eine solide allgemeine kaufkraft. sie hat das BGE zu finanzieren.

gewaltloser widerstand, sozialer friede:
BGE - national/global.

O5
173
16.10.2011, 15:56

So sind die "Kapitalismuskritiker" eben - selbst arbeiten wollen sie nicht, aber das Eigentum anderer zerstören natürlich schon.

Ursula Salzwimmer1
02
16.10.2011, 17:47
Also -

man sollte Dir ja gar nicht antworten - aber was solls:

ich bin 63 - ich arbeite - ich habe mitdemonstriert - ich habe keinen Schaden angerichtet.

Aber mein Volk und meine Mitbürger sind derart geschädigt worden, daß ein Bürgeraufstand droht, daß ich jetzt ernsthaft überlege, Schadensersatz zu fordern.

No_lD
03
16.10.2011, 16:23
wenn einer keine ahnung hat...

Sie haben nicht kapiert worum es geht aber werfen ihre vorurteile bedingungslos in den topf rein. Dann kann aber auch niemand was dafür, dass ihnen von der eigenen Suppe übel wird...

Escobar Loblob
02
16.10.2011, 16:22

Sicherlich arbeiten sie hart für ihr geld... nein .. Ihrem text nach müssen sie einer sein der fast nix hackelt und viel dafür bekommt, eben genau einer von denen gegen die der protest gerichtet ist...

Ursula Salzwimmer1
00
16.10.2011, 17:45
"Leistungsträger" eben :-)

Thyristor
02
16.10.2011, 17:05

Klingt mir eher nach einem leicht hysterisch gewordenen Mittelständler. Die Sie meinen, posten nicht in Foren wie diesem.

stefan1981
00
16.10.2011, 16:09

die linken haben immer schon ein problem mit besitz und eigentum gehabt.

wobei ich aber glaube, dass sich bei den jetzigen protesten ein paar frustrierte veränderungsverlierer drunter gemischt haben die die folgen der ausschreitungen noch verschärft haben.

Werner Marzi1
 
00
16.10.2011, 15:54
EMPÖRT EUCH

http://jjahnke.net/elfia.html

Wer gesättigte Märkte mit staatlichen Finanzspritzen aufputscht, um die Status-Gier zu beflügeln, der zerstört den sozialen Kitt unserer Gesellschaft. Wer tatenlos zusieht, wie sogenannte Spitzenmanager die Gehalts- und Bonusschraube ins Unermessliche drehen, der gefährdet das Gefühl für Sitte und Anstand. Und wer das Spiel der Kräfte in der Wirtschaft nicht reguliert, zerstört den freien Markt.
Die sogenannten Vorbilder, die uns von den Titelseiten der Managermagazine angrinsen, bedrohen das, was die Gesellschaft im Innersten zusammenhält. So gesehen war und ist die Finanzkrise weniger ein Unfall als ein symptom unserer Zeit.

Trollblume
00
16.10.2011, 15:40

Wieso, wichtig ist dort doch anscheinend nur, dass ihn Berlusconi weiterhin hochkriegt!

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 31
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.