Grüner Bundeskongress

Mit sauberen Händen gegen Korruption

16. Oktober 2011, 17:29
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    foto: reuters/ebenbichler

    Ein Bekenntnis zu Europa und einen Neubeginn in Österreich verlangte die grüne Bundessprecherin Eva Glawischnig.

Unter dem Motto "Österreich neu bauen" fordert die grüne Bundessprecherin Eva Glawischnig Rücktritte und Bestrafungen in den Korruptionsskandalen - Die Demokratie brauche ein neues Fundament

Innsbruck - "Was wollte Ernst Strasser im Europaparlament?", fragte die grüne Bundessprecherin Eva Glawischnig in ihrer Rede beim Bundeskongress in Innsbruck rhetorisch: "Was hat ihn angetrieben, außer Geld einzusacken?" Ihre Schlussfolgerung: Solche Politiker hätten in einer Welt nichts verloren, in der junge Menschen auf die Straße gehen, um gegen die Auswüchse des Finanzsystems zu protestieren. Die Grünen seien ohnehin die einzige Partei, die an "Idealen, Werten und Ideen" festhalte. Und auch weiter an ihren "sauberen Händen" festhalten würde. Glawischnig hielt ein Plädoyer für Korruptionsbekämpfung und politischen Neubeginn.

Werte für nächste Generation

Direkt angesprochen - neben den 259 Delegierten aus allen Bundesländern - wurde die zehnjährigen Soraya, wohl stellvertretend für alle Jugendlichen. Soraya ist eines jener Kinder, deren Statements schnell geschnitten als Kick-off-Film vor Glawischnigs Rede auf einer Videowall eingespielt werden.

Unter dem Motto "Österreich neu bauen" wurde an weitere skandalträchtige Politiker erinnert. Aktuelle und ehemalige: vom Kärntner FPK-Chef Uwe Scheuch und Walter Meischberger (ehemals FPÖ) über Mathias Reichhold (FPÖ) bis Peter Westenthaler (BZÖ) und Karl-Heinz Grasser (FPÖ, dann parteilos). Glawischnig konstatierte das "Jahr der Korruptionsskandale" und einer "zukunftsunfähigen Politik" im Lande. Es sei zum "Verlust jeder politischen Idee, von Werten wie Respekt und Anständigkeit" gekommen. Mit "Chuzpe" und "Frechheit" hätten sich schwarz-blaue Akteure "systematisch bereichert, das Familiensilber geplündert und bei Gesetzeskauf mitgemacht". Gefordert wird, was die Grünen bereits vorgemacht hätten: eine Offenlegung aller Parteifinanzen. Die Demokratie in Österreich brauche nach den Skandalen ein neues Fundament. Für Glawischnig heißt das "Rücktritte und Bestrafung". Außerdem will die grüne Parteichefin eine Rückabwicklung der Geschäfte rund um die Buwog und die "sinnlosen Eurofighter".

Volle Unterstützung gebe es für das Bildungsvolksbegehren. "Wenn Sie nur einen Punkt für gut befinden, unterschreiben Sie", forderte Glawischnig. Wichtig sei ihr persönlich eine Aufwertung der Kindergärtnerinnen. Was diese leisten, sehe sie täglich, wenn sie ihre Kinder in den Kindergarten bringe.

"Besondere Mutlosigkeit"

Einen Neubeginn verlangte die Grünenchefin auch in der Energiepolitik und bei der Verteilung der Steuerlast. Besonders wichtig sei ihr "natürlich Europa". Hier zeichne sich allerdings Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) ihrer Meinung nach durch "besondere Mutlosigkeit" aus. Auch von der ÖVP sei nichts mehr zu hören, und die FPÖ hetze nur "Schwache gegen Schwache" auf.

Der Wiener Klubobmann David Ellensohn ließ sich für die Verbilligung der Öffi-Jahreskarte in Wien auf 365 Euro beklatschten, und Rudi Anschober, Landesrat in Oberösterreich, präsentierte seine (positive) Bilanz des Mitregierens. Ziel sei es, dass Oberösterreich bis 2030 zu 100 Prozent auf erneuerbare Energie umsteige. Die NGOs seien - etwa im Gegensatz zu Tirol - im Energiebereich eingebunden. Durch das Einbeziehen von Kritikern gebe es etwa bei Standorten für neue Wasserkraftwerke keine Proteste mehr. Anschober forderte zudem eine "Demokratisierung der Energieerzeugung". Als Beispiel nannte er Fotovoltaik- Gemeinschaftskraftwerke.

Die Grünen verschärften bei ihrem Kongress per Statutenänderung die Offenlegungspflichten für ihre Mandatare. Statt zu Beginn und am Ende ihrer Funktionsperiode müssen sie künftig jährlich über ihr Einkommen sowie wirtschaftliche Verflechtungen, Beraterverträge oder Funktionen in Vereinen Auskunft geben. Die grüne Parteispitze muss sich künftig nur noch alle drei statt wie bisher alle zwei Jahre der internen Wahl stellen. (Verena Langegger, DER STANDARD, Printausgabe, 17.10.2011)

Kommentar posten
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Alexander Patjomkin
01
20.10.2011, 21:02
Eigentlich müssten alle Politiker abdanken..

Die korrupte deswegen, die nicht korrupten darum, dass sie nicht einmal dazu fähig sind...

fredi 1990
03
20.10.2011, 07:09
jetzt was wieder im Ö3, dass auch die grünen vom hochegger wegen der telekom was zugesteckt bekommen haben!

also wenns geht, nehmen auch die grünen (wahrscheinlich nur grüne scheine) das geld!!!

Erdül the turk
04
19.10.2011, 22:35
Auch die Grünen hängen mit drinnen.

http://kurier.at/nachricht... 307824.php

Ich zitiere:
Auch zu den Grünen habe die Telekom gute Kontakte gehabt, etwa zur Abgeordneten Gabriele Moser. Hochegger will der Telekom zudem die Zusammenarbeit mit der Agentur ehemaligen Grün-Mandatarin Monika Langthaler vermittelt haben.

ND1
03
19.10.2011, 11:22
ist es nicht auch ein wenig korrupt

wenn die Grünen durchboxen dass 5ha Naturschutzgebiet am Marchfeldkanal in Bauklasse 3 verbaut werden nur damit sie am Futtertrog naschen dürfen?

Alexander Patjomkin
00
19.10.2011, 09:57
Die Grünen hatten noch keine Gelegenheit korrupt zu werden...

Stovoqor
04
19.10.2011, 09:28
...

> Gut > Weiter so ! Grüne. (Sorry, dass ich einen Wahlslogan so derb umformuliere - aber Arroganz muss so honoriert werden).

> Wir Grüne machen alles BESSER > Gut > Weiter so !

Ihr haltet an Idealen, Werten und Ideen fest ? Ja, und welche ??? Das AUFHEBEN von Brocken, dass andere Parteien so nebenbei fallen lassen ist erbärmlich !

alexia1
 
00
18.10.2011, 11:44
die verdrehte Welt

Na ja, ich finde die ganzen Affären ziemlich schräg...was ist z.B. mit dieser Telekomsache? Wie kann das Innenministerium gegen sich ermitteln? Was kommt da bitte schön raus? Wer denkt denn noch an die Opfer und nicht nur an die Täter? Irgendwie steht die ganze Welt auf dem Kopf...

atomkraft neindanke
83
17.10.2011, 18:46

die Grünen sind nicht korrupt. In Ö wird gegen mehrere Politiker_innen ermittelt, die im Verdacht stehen korrupt zu sein und Amtsmissbrauch begangen zu haben!

Bleiben wir bei den Fakten, auch wenn das den Blaubraunorangen und Schwarzen nicht gefällt.

Es wird defintiv nicht gegen Grüne Politiker_innen ermittelt.

Freunderlwirtschaft gibt es nur, wenn die Verwaltung private Firmen und / oder Personen bevorzugt oder begünstigt, weil.....

Eine Unternehmer_in darf und kann sein/ihr Geschäft nur mit Freund_innen betreiben, das ist nicht illegal!

Briefmarkenkleber
01
19.10.2011, 10:36

jajaja, was wurde eigentlivh aus den plagiatsvorwürfen gegen peter pilz?

Katrin333
02
17.10.2011, 18:07
Mit Geld der Gerechtigkeit entfliehen

Ich finde es gut, dass durch diese vielen Skandale wenigstens ein Bewusstsein entstanden ist, dass wir in Österreich ein sehr korruptes System haben. Was ist eigentlich los mit den leuten, dass alle unersättlich sind und immer noch mehr Geld haben wollen, als sie eh schon verdienen. Wieviel kann man den noch konsumieren, wieviele Häuser, Autos, Urlaube sind denn nötig um glücklich zu sein? Ich finde das alles ehrlich gesagt zum K....n. Sehen wir uns mal den Fall Aliyev an, es ist nur einer unter anderen, aber halt gerade aktuell. Alle wissen, wo er sich aufhält, seine genaue Adresse und seinen jetztigen Namen und keiner in Österreich hält es für nötig in Malta ein Ansuchen auf Amtshilfe zu stellen. So gut hat er sich das hier gerichtet.

Scantraxx
24
17.10.2011, 15:18

Wie hätten die Grünen denn überhaupt in Kontakt mit Korruption kommen können? Geschmiert werden bekanntlich einflussreiche Parteien, Regierungsparteien in der Regel und in Österreich gab es - Gott sei Dank - noch keine Grünen in der Regierung. Wofür sollen wir die Grünen schmieren, dafür dass sie sich künftig noch mehr für das Aufenthaltsrecht straffälliger Asylwerber stark machen?

MASCH49
 
19
17.10.2011, 12:05
Wie sich der kleine Maxi die Welt wünscht.

Ich würd' gern erleben, daß die Grünen bei den
nächsten zwei Parlamentswahlen die Absolute
erreichen. Sie wären die Letzten, die beweisen
könnten, daß Politiker wenigstens EINER Patei
nicht korrumpierbar sind.
Ich würd' es aber, so glaube ich, bitter breuen;
sowohl hinsichtlich der Ergebnisse der grünen
Politik, als auch jemals Hoffnung auf integere
Politiker gehegt zu haben.
Ich glaub der Frau Glawischnig, daß sie glaubt
was sie sagt, aber ich glaub ihr nicht.

scrollradl
 
15
17.10.2011, 12:03
saubere hände - so ein schmarrn

korruption ist meiner ansicht nicht nur finanzieller vorteil - sondern auch geldwerter

freunderlwirtschaft und nutzung von kommunikationsresourcen von ngos

freunderlwirtschaft und finanzielle unterbringung von sympathisanten in ngos

freunderlwirtschaft und genderbezogenes mobbing der wiener mäderlpartie

die zugpferde sind nach wie vor vdb, pilz, kogler

CyberCop
00
17.10.2011, 11:22

fällt eigentlich günstlinge aus den eigenen reihen bevorzugen und freunderln posten/aufräge zuschanzen auch unter korruption?

wüsst zwar nicht, daß das die grünen getan hätten; ich frag aus purer unwissenheit

flohimpelz
05
17.10.2011, 11:30
Naja, im Fall von Fr. Langthaler und ihren Gatten

wäre ich mir gar nicht so sicher!

jesus of cool
26
17.10.2011, 10:43
natürlich sind die grünen sauber

was den mitgliedern der anderen parteien vorgeworfen wird kommt ja auch alles aus zeiten, wo diese parteien teil der regierung waren. die grünen allerdings waren noch nie teil davon. wer immer in opposition ist und niemals verantwortung tragen muss hat eben leicht reden.

bin gespannt ob die grünen überhaupt jemals die gelegenheit bekommen werden es besser zu machen wie die anderen.

Markus Finster
24
17.10.2011, 10:57

In OÖ sind die Grünen schon die zweite Legislaturperisode in der Regierung.

Herpracka
 
14
17.10.2011, 11:06

die "Linke", welche Wortspiel, wird auch meistens erst nach der Legislaturperiode aufgedeckt. Also warten wir noch ein paar Jahre.

flohimpelz
01
17.10.2011, 11:06
Ja wenn man es weiß,

merken tut man nichts davon!

Lady Pyrra of Danubien
 
012
17.10.2011, 10:11

Nächstes Wahlgeschenk der Grünen: Seifenspender!

exile in mainstream
09
17.10.2011, 10:10

angesichts des wiener öffi jubelplakates denkt man sich: ich fürchte die danaer auch wenn sie geschenke brinken

das machst du sauber bevor du gehst
04
17.10.2011, 12:57

gilt meines erachtens noch viel mehr für die van der bellen in wien-gschicht. erst groß ankündigen, vorzugsstimmen einsacken und dann wieder im nr verschwinden. dafür auf kosten der stadt einen alibi-posten schaffen, damit die eigenen wähler nicht ganz bös sind. hat man seitdem eigentlich je wieder was von vdb in seiner unheimlich wichtigen funktion als bildungsberater gehört?
ist natürlich keine korruption, aber genau derselbe unsympathische, überhebliche und wählerverachtende stil, den auch die etablierten parteien pflegen...

jimmydean
22
17.10.2011, 11:15
ja ich war auch schon immer allergisch gegen preissenkungen...

kostet es nix, dann kann es auch nix...

CyberCop
14
17.10.2011, 11:32

was ist denn gesenkt worden?
die jahreskarte, welche die meisten nicht brauchen und wohl kaum jemanden zum "umsteigen" bewegen wird?

super preissenkung - hochachtung - welch ein erfolg - jetzt bin ich aber wirklich stolz auf unsere grünen helden

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