Chefanalyst

Danke, Herbert Prohaska!

Kommentar | Philip Bauer, 17. Oktober 2011, 12:13

Österreichs Fußball-Ikone deckt weiterhin gnadenlos auf, sich selbst nämlich

Herbert Prohaska ist derzeit der Aufdecker der Nation. Eindrucksvoll demonstriert er am Sonntag im Interview mit der Presse, wie es in Österreich manchmal läuft. Er wollte seinem Freund Andreas Ogris nur "ein bisschen helfen", als er ihn Willi Ruttensteiner als Coach des U19-Nationalteams empfahl. Natürlich lag diese Vermutung nach der vieldiskutierten TV-Runde schon relativ nahe, nun hat Prohaska seine Motivation aber ohne Genierer offengelegt. Womit wir gleich bei einer moralischen Frage wären: Ist es immer und absolut verwerflich, einen Freund zu empfehlen? Nicht unbedingt: Ist man tatsächlich davon überzeugt, dass es für das zur Diskussion stehende Amt keinen Besseren gibt, ist eine solche Empfehlung legitim. Steht die besagte Freundschaft aber vor dem Kriterium der Qualifikation, begibt man sich in den Bereich der "Freunderlwirtschaft". Und genau dies ist in der vorliegenden Causa bei aller gebotenen Vorsicht anzunehmen, Lizenz hin oder her.

"Ich wäre kein Freund, hätte ich es nicht getan", schiebt Prohaska gleich hinterher. Ein fataler Irrtum, denn in Wahrheit erwies er Ogris einen Bärendienst. Er lieferte ihn sorglos dem Gespött in Kolumnen, in Foren, am Stammtisch aus. Er vermittelte das Bild eines Andi Ogris, der Hilfe braucht, der selber nichts auf die Reihe kriegt. Machen gute Freunde so etwas? Nie und nimmer. Erschwerend kommt für Prohaska hinzu, dass Ogris kein Unbekannter ist, Ruttensteiner muss ihn ja ohnehin am Radar haben. Empfehlungen gibt man für Insider-Tipps ab, aber nicht für einen der bekanntesten Ex-Fußballer Österreichs. Tut man es doch, gerät man automatisch und zu Recht unter Verdacht, Druck ausüben zu wollen. Noch dazu wenn man analytisches Sprachrohr der beiden größten Medienhäuser des Landes, also Krone und ORF, ist. Und diese anschließend nutzt, um die nicht nach Wunsch gelaufenen Entscheidungen zu kritisieren.

Prohaska gibt sich zugleich als Lobbyist und Richter. Ein Interessenskonflikt, schlichtweg unvereinbar. Aber irgendwo symptomatisch für Österreich, nur wäre in Politik oder Wirtschaft niemand so naiv, diese Vorgänge freiwillig offenzulegen. "Das hat mit Verhaberung nichts zu tun", sagt Prohaska der Presse weiters. Österreichs Kicker-Legende beschreibt im Detail einen Akt der "Verhaberung", meint aber anschließend, das hätte mit einer solchen nichts zu tun. Das lässt nur noch einen Schluss zu: Prohaska hat schlicht und einfach nicht verstanden, worum es geht. Und tatsächlich: Die Art und Weise in der diese Dinge der Öffentlichkeit erzählt werden - selbst mit einer guten Woche Bedenkzeit! -, lässt erahnen, dass Prohaska sich des Unrechts nicht bewusst ist. Das Unrecht ist zur Selbstverständlichkeit verkommen, man sieht es gar nicht mehr. Würde Prohaska begreifen, dass sein Handeln zutiefst unmoralisch ist, würde er es wohl nicht derartig breit treten und verteidigen. Ein User meinte zuletzt auf derStandard.at: "Prohaska sieht den Sumpf von innen und nicht von außen." So wird es wohl sein. Und im Inneren des Sumpfes verliert man leicht den Überblick. Man kann dann noch verzweifelt um sich schlagen, U19-Coach Rupert Marko schlechtreden und Ruttensteiner der Lüge bezichtigen. Die Gefahr des Versinkens wird dadurch aber auch nicht mehr kleiner. (derStandard.at; 16. Oktober 2011)

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Roger Prince
00
16.11.2011, 22:15
Eigentor

Vergleicht man die Analysen von einem Prohaska mit jenen von einem Klopp im deutschen Fernsehen, dann sieht man dass hier Welten dazwischen liegen.
Bisher habe ich Prohaska aber immer als Sympathieträger empfunden, was jedoch durch diese Ereignisse gelitten hat.
Wenn sich das mal nicht als generelles Eigentor für Prohaska entwickelt und er seinen Medienwert damit anfängt zu verspielen. Man darf gespannt sein.

Die Stimme des Marktes
00
28.10.2011, 13:16
Was wir aber auf keinen Fall tun dürfen...

...ist, in den Umkehrschluss verfallen! Daher meine Frage: Was qualifiziert Rupert Marko (und Andi Heraf, und Andi Herzog, und Manni Zsak; bei Wohlfahrt lass ich mir den Tormann-Trainer noch am ehesten einreden) dazu eine Auswahl-U-xx-Mannschaft zu trainieren?

Mimir
10
19.10.2011, 21:41
Herbert, jetzt gib a Rua!

Ich schätze den Prohaska für seine Arbeit als Trainer und als Kommentator bzw. Analytiker. Leider hatte ich nicht das Glück, seine Laufbahn als Fußballer verfolgen zu können. Habe fast nur Gutes darüber erfahren.
Ich finde es schade, dass er seine Reputation mit seinen Aussagen gerade massiv selbst beschädigt.
Bei der Diskussionsrunde nach dem Match ggn. die Aseris dachte ich noch, die Ablehnung Kollers ist nur seiner Überraschung darüber geschuldet. Er hatte damals, genauso wie heute, Mühe die Sachebene nicht zu verlassen. Er muss, glaube ich, aufhören sich übergangen zu fühlen. Als Kommentator und "Legende" bestellt er nicht das ÖFB Personal. Zum Glück.

kernöl
00
19.10.2011, 11:46
frage an alle austrianer im forum:

wieso hat das austria-urgestein andreas ogris nicht längst einen job bei der austria???

WilWil
00
24.10.2011, 08:57
ie kantine ist vertraglich langfristig vergeben und ein frisör passt net so recht ins stadion.

Edi Rudlinger
01
19.10.2011, 16:39
weil man fürchtet das er

nach einer woche sofort zu real madrid wechselt.

der kleine Mann (Prototyp)
01
19.10.2011, 14:54

Das fragt sich der kleine Mann in Favoriten häufig. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass dort versucht wird, professionell zu arbeiten?

Walter B.Stechlich
00
18.10.2011, 21:01
bin neugierig ob ...

er sich morgen zu der angelegenheit äussern wird.

da muuusst du...

Mama Breitfuss
90
18.10.2011, 17:41
Da PAPA und I manen, dass der Ogerl

sehr wohl qualifiziert ist. Ihm das abzsprechen halten wir unisono für mangelhaft und abzulehnen.
Sogar der Fanclub ist der Meinung, dass da dem Schneckerl und a dem Ogerl sehr viel Unrecht getan wird.
Fair sein haaßt also a dem Schneckerl und dem Ogerl gegnüber fair z´bleibn.
Der Artikel is echt a Bledsinn.

suchoi7
00
19.10.2011, 03:47
Mama Breitfuß

Interessant, welchen Leserkreis der Standard jetzt hat. Breitfuß, du bist zu einfach gestrickt für diese Zeitung. Geh Krone lesen, da tust du dir leichter.

buntstift
 
00
18.10.2011, 23:17

wie jetzt, es gibt Mama UND Papa Breitfuss? Gott beschütze uns!

667 one step ahead of the devil
11
18.10.2011, 17:02
Super Artikel

Als logische Konsequenz müßte Prohaska den Job beim ORF verlieren. Weil er offensichtlich nicht im Stande ist, objektiv zu beurteilen.
Wird er aber nicht....

Mimir
00
19.10.2011, 22:36
Ein paar Wochen noch,

dann wir er sich hoffentlich erfangen haben.

Manche können es gar nicht erwarten, ich hingegen würde es bedauern, wenn der Schneck nicht mehr analysierte.
Es sei denn, er könnte dem Ogris Andi die Rutschn legen.
Wobei ich mir nicht sicher wäre, da ich es für möglich halte, dass ihm die Verantwortlichen am Künigl noch hap sind, weil er einst den Zsak Mandi reinreklamiert hat.

667 one step ahead of the devil
00
20.10.2011, 10:27

ja eh, aber der Mählich hat mit seinen - raschen und interessanten antworten - einige positiv überrascht und wär eine alternative.

TOMORROW
00
19.10.2011, 18:00

...ja nie und nimma ! Das wär ja als wie wenn der Lauda nie mehr wieder im URF auftreten derfat !

Helmut
12
18.10.2011, 16:08
Weil hier...

...auch Goldberger manchmal angesprochen wurde. Ja, er spricht auch eher Dialekt, aber jedes Mal, wenn ich den hoere, hat er sich weiterentwickelt und seine Analysen sind wesentlich tiefer und gehaltvoller als die von P., was auch von einem Insider zu erwarten waere. Man kann auch im Dialekt intelligente Dinge sagen...P. tritt schon jahrelang auf der Stelle...allein das zeigt ja schon das Selbstverstaendnis...es wird wohl nicht so schwierig sein, diese Fallfehler einmal zu verbessern...aber das hat der Herr ja nicht noetig.
Jedes Mal, wenn dieser Knauss auftritt, schalte ich um, der glaubt auch, er sei der Weisheit letzter Schluss...und bringt in zwei Stunden keinen einzigen vollstaendigen Satz zustande...

mr. z
05
18.10.2011, 15:43

Irgendwie hab ich das Gefühl, dass der Prohaska das ganze einfach nicht so wirklich checkt...
Eigentlich ist er ja ein sympathischer, netter Kerl (und vermutlich meint er die Freunderlwirtschaft wirklich nur 'nett'), aber die Organisationsstrukturen des Fußballs sind ihm irgendwie einfach eine Nummer zu hoch. Da tritt er von einem Fettnäpfchen ins andere.
Besser für ihn wärs manchmal einfach zu schweigen.

walter kogler
10
18.10.2011, 13:10

finds lustig, dass er völlig uneinsichtig ist. hoffentlich reagiert der orf und setzt auf einen anderen "analytiker", aber da werd ich wohl enttäuscht werden. da fällt mir ein, dass österreich es leider verpasst hat, ivica osim seinerzeit zum teamchef zu machen

Bertl Redford
01
18.10.2011, 12:54
HP öffnet die Türen

Ich bin weit davon entfernt, die Rollen, die sich HP für die Teamchef Bestellung zu Nutze macht, gut zu heißen.
Aber HP ist nur Teil eines Systems, das für Außenstehende immer undurchdringlicher wurde, und schließlich durch die Inzucht der Gedanken jetzt dort angekommen ist, wo jede Herrschaft endet, die es, ginge es bei der Erhaltung derselben nur um Erfolg, schon lange nicht mehr geben hätte dürfen.
Ich hoffe, dass durch die Türe, die HP wohl eher unbewusst geöffnet hat, ein bisschen Frischluft in den österreichischen Fußball strömt. Vielleicht öffnet man auch ein paar Fenster, dass ein paar Sonnenstrahlen ins innere dringen.

politisch verfolgt
01
18.10.2011, 11:53
und GENAU SO

geht es auch in österreichs politik zu.
danke euer ehren, keine weiteren fragen.

mukl
00
19.10.2011, 08:02

nur dass die halt wissen, dass sie in der öffentlichkeit so tun müssen, als wäre das alles ganz professionell und nach möglichst objektiven maßstäben passiert.

Max - Power
21
18.10.2011, 11:17
finde es zwar nicht gut

das H.P. so für den Herrn Ogris Werbung macht, muss aber auch anmerken das er es sich deutlich einfacher machen könnte. müsste es nur so machen wie die meisten in unserem schönen Land, den Weg des geringsten Widerstands gehen, alles gut heißen und sagen was die Leute hören wollen. entweder ist er dafür nicht clever genug oder er meint das ganze ein wenig sarkastisch wie unser Scharner Paule.

suchoi7
10
19.10.2011, 03:50
Schneckerl und Sarkasmus

Leider meint er das ernst, was er verzapft. Sarkasmus können unsere Ex-Größen nicht einmal buchstabieren!

erkelteter tiger
24
18.10.2011, 11:57
das hat er ja gemacht

nur war er sich nicht bewusst, dass es neben den debilen ja-sager in seiner umgebung, die er für den mainstream hält, auch viele kritische gegenstimmen gibt

außerdem hält er freunderlwirtschaft für sein gottgegebenes recht

Max - Power
00
18.10.2011, 13:06

Ich denke trotzdem nicht das es der einfachere Weg war... ich sage nur Andreas Ogris! das kann nur ein Scherz von unserem ach so amüsanten ORF-Chefanalytiker sein!
sogar Schneck hätte wissen müssen das ihm nach dem Vorschlag es mit Ogris zu probieren heftiger Gegenwind droht.

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