"133 - Polizei" - Schnelle Nummer soll Exekutive entlasten

1. Juni 2003, 18:49
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Weil die Notrufnummer 133 immer häufiger mit Bagatellanrufen belegt ist, soll ein neues System eingeführt werden - Noch gibt es Probleme

"133 - Polizei" bringt man schon den Kindern bei. Die einfach zu merkende Telefonnummer führt allerdings dazu, dass immer häufiger Bagatellanrufe die Notfallleitung blockieren. Um dem entgegenzuwirken, soll ab Herbst eine neue österreichweit einheitliche Rufnummer die Verbindung zum nächstgelegenen Posten sicherstellen. Beim Pilotversuch in Tirol kämpft man aber noch mit Problemen.

Täglich zwischen 40 und 70 Anrufe

"Alleine bei der Bezirksleitstelle Innsbruck treffen täglich zwischen 40 und 70 Anrufe unter 133 ein", schildert Peter Platzgummer vom Landesgendarmeriekommando Tirol. "Ein Großteil davon sind Bagatellfälle oder Anfragen, beispielsweise zu Strafzetteln", erzählt der Beamte.

Abhilfe verspricht sich die Exekutive von der Nummer 059133. Der Plan: Man wählt vom Festnetz oder Handy zum jeweils günstigsten Tarif diese Nummer und wird mit dem nächsten Posten oder der jeweiligen Bezirksleitzentrale verbunden. 133 soll dann nur mehr in echten Notfällen benützt werden.

"Keine spürbare Entlastung"

Die ersten Erfahrungen in Tirol sind gemischt, räumt Platzgummer ein. "Eine spürbare Entlastung von 133 gibt es zumindest in Innsbruck bisher nicht. Vielleicht ist die neue Nummer auch zu wenig bekannt", meint der Gendarm. Auch die Technik hunzt noch: "Vom Festnetz und A1 aus funktioniert es gut, wir haben allerdings Probleme mit anderen Mobilfunkbetreibern."

059133 kostet mindestens den Ortstarif

Diese technische Hürde muss bewältigt werden, ehe das System österreichweit an den Start gehen kann. Geplant ist dafür der Herbst. Auch über die Kosten gibt es noch keine konkreten Angaben. Sicher ist allerdings, dass der Kontakt mit der Exekutive für den Bürger teurer wird: Denn die 133 ist eine kostenfreie Nummer, 059133 kostet mindestens den Ortstarif.

Bei den von Alarmanlagen ausgelösten Notrufen soll übrigens bald entschieden sein, wie und wo ein privater Knotenpunkt für die Annahme eingerichtet wird. Der Hintergrund sind die zahlreichen Fehlmeldungen: 2002 schlugen die Anlagen alleine in Wien 6260-mal zu Unrecht an. (Michael Möseneder, DER STANDARD Printausgabe, 2. Juni 2003)

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