Nach Vorwurf der Indiskretion - Bisheriger Verkehrsminister übernimmt Ressort
London - In Großbritannien rückt der bisherige Verkehrsminister Philip Hammond an die Spitze des Verteidigungsressorts. Premierminister
David Cameron benannte den altgedienten konservativen Politiker am Freitag nur
Stunden nach dem Rücktritt des bisherigen Verteidigungsministers Liam Fox, wie
Reuters aus Regierungskreisen erfuhr. Fox war am Freitagnachmittag wegen einer
Affäre um einen umstrittenen Vertrauten zurückgetreten.
Fox stand seit längerem wegen der
Zusammenarbeit mit einem engen persönlichen Freund unter Druck, der Medienberichten zufolge Interessen der Verteidigungsindustrie wahrnimmt. Fox hatte seinen
Trauzeugen und engen Freund in den vergangenen eineinhalb Jahren mehr als 40 Mal
getroffen. Auch soll er ihm Zutritt zum Verteidigungsministerium verschafft
haben, obwohl er keinerlei Sicherheitsfreigaben hatte.
Der 50-Jährige galt als Schwergewicht innerhalb
der konservativen Parteiführung. Seine Demission
könnte eine umfangreichere Kabinettsumbildung zur Folge haben. Fox hatte
eingeräumt, "professionelle Verantwortung und persönliche Loyalitäten" in der Affäre nicht auseinandergehalten zu haben.
Offenbar um eine umfassendere Personaldebatte abzuwehren, benannte Cameron
rasch Verkehrsminister Hammond zum neuen Verteidigungsminister. Das Ressort ist
maßgeblich verantwortlich für die Militäreinsätze
in Libyen und Afghanistan. (Reuters)