Studierendenvertreter kritsieren mangelnde Barrierefreiheit und gläserne Hörsäle
Salzburg - Nach dreieinhalb Jahren Bauzeit hat die Kultur und Gesellschaftswissenschaftliche Fakultät Salzburg mit dem Unipark Nonntal ein neues Zuhause. 350 Lehrende und rund 5500 Studenten arbeiten und studieren seit Beginn des Semesters in dem hellen, 17.000 Quadratmeter großen Gebäude. Trotz der enormen Verbesserung weist der Unipark noch zahlreiche Mängel auf.
Nicht nur Studenten fühlen sich beobachtet wegen der gläsernen Hörsäle. Auch die Glaswände der Büros der Lehrenden gewähren tiefe Einblicke. Einige Mitarbeiter reagieren mit Paravents und versperrten Türen, andere nehmen die Glasbüros gelassen und nennen den Unipark liebevoll "Kristallpalast". Die Glaselemente seien Gewohnheitssache, sagt Rektor Heinrich Schmidinger, aber das Gebäude werde durch die Verglasung kommunikativer.
Die Tiefgarage des Uniparks bietet nur Platz für 95 Fahrzeuge. Doppelt so viele waren vorgesehen, aus Kostengründen wurden sie aber reduziert. Auch für Radfahrer herrscht noch Chaos: In der Tiefgarage haben 100 Räder Platz, vor dem Gebäude gibt es nur wenige nichtüberdachte Radabstellplätze. "Die Fahrradplätze werden noch ausgebaut", beruhigt Schmidinger.
Nachholbedarf gebe es auch beim Thema Barrierefreiheit, kritisiert der ÖH-Vorsitzende Simon Hofbauer. Studenten im Rollstuhl würden ohne fremde Hilfe nicht durch alle Türen im Haus kommen, in den WCs seien weder Seifenspender noch Waschbecken sitzend erreichbar, und Teile der Bibliothek sind nur über Treppen erreichbar. Fast im gesamten Gebäude fehlen Kennzeichnungen in Brailleschrift für blinde Studenten. (ruep, DER STANDARD, Print-Ausgab, 15.10.2011)