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Berlin - Verengte Herzkranzgefäße werden rund sechs Mal öfter durch die Gefäßaufweitung mittels Einsetzen eines Metallröhrchens, Stent genannt, behandelt als mittels Bypass-Operation. Bei der „Koronaren Bypass-Operation", wird das verengte oder verschlossene Gefäß operativ mit einer neuen Gefäßbrücke versorgt. Dass dieser Trend zur vermeintlich schonenderen Stentimplantation längerfristig gesehen für die Patienten mit erheblichen Nachteilen einhergeht, zeigen die 4-Jahres-Ergebnisse der weltweit größten vergleichenden Studie zwischen den beiden Behandlungsformen, so die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) in einer Aussendung.
Die Studie wurde in der vergangenen Woche auf dem jährlichen Kongress der europäischen Herzchirurgen in Lissabon vom Studienleiter, dem niederländischen Kardiologen Professor Patrick Serruys, erstmals vorgestellt. Danach sollten Patienten mit mittleren und schweren Herzkranzgefäßerkrankungen die Bypass-Operation der Stentimplantation vorziehen, da sie die klar bessere Alternative mit Blick auf das Überleben des Eingriffs und das erkrankungsfreie Leben nach dem Eingriff ist.
Weniger Todesfälle und Komplikationen
Die Ergebnisse der internationalen Studie "Synergie between PCI with taxus and Cardiac Surgery (Syntax)" auf Basis von rund 1.800 Patienten dokumentieren, dass die koronare Bypass-Operation den medikamentenbeschichteten Stents hinsichtlich der Sterblichkeit, der Häufigkeit eines nachfolgenden Herzinfarkts und der Notwendigkeit eines wiederholten Eingriffs deutlich überlegen ist. Während vier Jahre nach dem Eingriff mehr als 91 Prozent der Bypass-Patienten leben, sind zu diesem Zeitpunkt fast 12 Prozent der mit einem Stent behandelten Patienten verstorben. Noch deutlicher sind die Unterschiede bei der Lebensqualität. So sind nach Stentimplantationen mehr als doppelt so oft erneute Eingriffe als nach einer Bypass-Operation notwendig (24 versus 12 Prozent) und die Rate der Herzinfarkte nach einer Stentimplantation ist mit 8,3 Prozent deutlich höher als die nach einer Bypass-Operation mit 3,8 Prozent.
Wann welche Methode?
"Auf die Zahlen des Herzberichtes übertragen heißt dies, dass in Deutschland zum Nachteil der Patienten zu häufig die Entscheidung für einen Stent statt für die Bypass-Operation getroffen wird", kommentierte Friedrich Wilhelm Mohr, Präsident der (DGTHG), die aktuellen Studienergebnisse. „Bei differenzierter Bewertung der vorliegenden Studienerkenntnisse finden sich für Patienten mit wenig komplexer Verengung der Herzkranzgefäße vergleichbare Ergebnisse für die die koronare Bypass-Operation und die Stentimplantation, so dass beide Verfahren hierfür geeignet sind.
Dagegen ist für Patienten mit komplexen Erkrankungsformen wie der Verengung aller Herzkranzgefäße die Todesfallrate vier Jahre nach Stentimplantation dreimal so hoch wie die nach einer koronaren Bypassoperation, so dass bei diesen Patienten die Bypassoperation deutlich vorteilhafter ist. (red)
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zumindest in deutschland (wirklich jedes noch so kleine KH hat eine Kardiologie mit PCI und zum Teil auch 24/7) wird jeder kardiologe, der schon einmal einen führungsdraht in der hand hatte auf patienten losgelassen und pflanzt dort 4 verschiedene stents in 3 gefäße! (um es ein wenig überspitzt zu sagen) wenn man davon ausgeht, dass die studienzentren "spezialisten" sind, würd mich interessieren wie sich das im "real life" verhält!
da wird einem angst und bang!
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