Agentur und Fernsehsender werden in die öffentliche Verwaltung übergeführt
Athen - In dramatischen Worten hat die Belegschaft der staatlichen griechischen Nachrichtenagentur ANA-MPA gegen eine geplante Reorganisation durch die sozialistische Regierung protestiert. Die Zuordnung der Agentur zu anderen öffentlich-rechtlichen Organisationen komme einer "Zerstörung der Pressefreiheit in der Nachrichtenagentur" gleich. "Zum ersten Mal seit Jahrzehnten wird der Journalismus einer strengen Kontrolle des Staates unterstellt", heißt es in einem am Freitag der APA übermittelten Protestschreiben.
Die Belegschaft befinde sich in einem "Kampf um das schiere Überleben der nationalen Nachrichtenagentur". Die Maßnahme habe eine Abschaffung des Kollektivvertrags zur Folge, wobei die Gehälter bereits um 40 Prozent gekürzt worden seien. Eine weitere Kürzung sei geplant, ebenso wie "Massenentlassungen". Betroffen sei nicht nur die Nachrichtenagentur, sondern alle öffentlich-rechtlichen Medien des Landes, darunter der Fernsehsender ERT.
Unterstützung für die Anliegen der griechischen Journalisten kam von der Europäischen Journalistenföderation (EFJ). "Journalisten sind keine Beamten", heißt es pointiert zu den Athener Regierungsplänen. Journalisten hätten vielmehr gerade die Aufgabe, in politischer und wirtschaftlicher Sicht unabhängig von der Regierung zu sein, sagte EFJ-Präsident Arne König. "Es wäre ein sehr schlechtes Signal für die Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit von Journalisten, wenn ein Mitgliedsstaat der Europäischen Union die Journalisten mit dem Rest des öffentlichen Sektors zusammenführt." (APA)