Investment-Punk Hörhan

Die Jugend will keine Pension mehr

Interview | Hermann Sussitz, Rosa Winkler-Hermaden, 14. Oktober 2011, 13:30
  • Artikelbild
    foto: edition a/lukas beck

    Gerald Hörhan: "Hinter den älteren Leuten gibt es jemanden mit Macht, der 'Nein' sagt, wenn man ihnen etwas wegnehmen will. Die Jugend sagt nicht 'Nein'."

"Investment-Punk" Gerald Hörhan kritisiert die angepasste Jugend - Er sagt, mit 30.000 Euro kann man reich werden

"Wenn du den Jugendlichen sagst, 'arbeitet hart, kommt pünktlich zur Arbeit', dann kriegen die ein Burn-Out. Und darauf sind sie dann auch noch stolz. Sie tun lieber chillen, chatten, ein bisserl shoppen, bisserl saufen, Schulden machen." Gerald Hörhan geht in seinem Buch "Gegengift" mit der Jugend hart ins Gericht. Dabei kann man seiner Meinung nach mit Fleiß und den richtigen Investitionen reich werden. Warum Jugendrevolten nicht basisdemokratisch funktionieren, weshalb das Schulsystem "krank" ist, und warum sich sein Verständnis von Punk gegen die Spießigkeit namens ökonomische Dummheit richtet, sagt er im Interview mit derStandard.at.

***

derStandard.at: Wann haben Sie das letzte Mal eine Krawatte getragen?

Hörhan: Das ist sehr lang her. Ich hatte das letzte Mal eine an, als ich in einem osteuropäischen Land bei einem Bürgermeister war, in einer Hauptstadt.

derStandard.at: Warum kritisieren Sie Jugendliche, die sich adrett kleiden?

Hörhan: Ich bin der Meinung, dass sich diese Leute der Masse anpassen. Wenn die Leute das freiwillig machen, ist es kein Problem. Wenn das aber jemand nur tut, um sich anzubiedern, dann kritisiere ich ihn dafür. Weil das nicht die Zukunft ist, denn der Sachbearbeiter- und Bürokratenjob ist die Vergangenheit. Konzerne, wo es genaue Regeln gibt, wie bei der UBS, wo geregelt ist, welche Farbe die Krawatte haben muss, oder wie hoch die Socken sein müssen, sind dem Untergang geweiht. Weil sie sich nicht um das Geschäft kümmern. Ich habe sehr viele erfolgreiche und vermögende Unternehmer als Kunden, ich habe noch kaum einen mit Krawatte gesehen.

derStandard.at: Sie setzen ja auch immer dieses Punk-Element ein. Ist das eher Attitüde, oder glauben Sie wirklich daran? Punk ist ja in seiner Essenz Anarchie.

Hörhan: Nein, nein. Es gibt zwei Punkte. Erstens gefällt mir die Musik. Ich höre gern Punkrock-Metal. Mir macht das Spaß, man kann echt gut relaxen. Zweitens hat Punk, mehr noch wie Anarchie, mit Rebellion zu tun. Die Ursprünge des Punks waren, dass man gegen die Elterngeneration rebelliert hat. Indem man sich anders kleidet, indem man sagt, die Spießigkeit der Alten will ich nicht. Heute ist die Spießigkeit die ökonomische Dummheit, und dagegen muss man rebellieren. Wir in Europa gehen in einen Abgrund, und die Jugend wird dafür bezahlen.

Viele Unternehmer bezeichnen sich sogar als Punks. Das beste Beispiel ist der Gründer der Billigfluglinie Ryan Air, Michael O'Leary. Der hat das Fliegen billiger gemacht. Ryan Air ist dennoch profitabel. Und der hat auch teilweise auf die Flugzeuge geschrieben, "Fuck Lufthansa, We are Coming".

derStandard.at: Sie bezeichnen die Jugend als "Arschkriecher". Trifft das auf den Großteil der Leute zu?

Hörhan: Es sind nie alle. Aber ein Großteil der Leute ist überhaupt lethargisch. Die wollen gar nicht arbeiten. Wenn du denen sagst, "arbeitet hart, kommt pünktlich zur Arbeit", dann kriegen die ein Burn-Out. Und darauf sind sie dann auch noch stolz. Sie tun lieber chillen, chatten, ein bisserl shoppen, bisserl saufen, Schulden machen. Sie wollen die Gage eines Generaldirektors, aber kein Risiko. Viel Freizeit, wenig Kommandieren, wenig Arbeiten. Aber diesen Job gab es vielleicht vor dreißig Jahren, aber heute sicher nicht.

Und da gibt es ein paar, die was erreichen wollen. Aber viele von ihnen glauben, sie müssen sich an dieses System anbiedern. Die Zeiten, wo man damit erfolgreich sein konnte, sind vorbei. Den Job eines Sachbearbeiters oder eines Ober-Sachbearbeiters kann man heute in Istanbul oder Neu-Delhi viel günstiger erledigen als in Deutschland oder Österreich. Da arbeiten die Leute mehr und kosten weniger.

derStandard.at: Haben Sie hier Ihre eigene Erfahrungen bzw. wie kommen Sie darauf, dass alle so faul sind?

Hörhan: Ich habe viele junge Freunde, ich unterrichte auf der Universität, ich führe regelmäßig Bewerbungsgespräche. Wir geben auch Leuten mit sehr untraditionellen Background einen Job. Wir haben viele Migranten und Leute, die in der Schule durchgefallen sind, in der Firma. Wir haben also Fair-Trade-Leute. Ich bin auch der Meinung, dass Menschen ohne klassischen Background oft die besseren Leistungen erbringen. Leute mit dem klassischen Background sind oft für die moderne Arbeitswelt ungeeignet. Nicht nur schlecht qualifiziert, schlicht ungeeignet.

derStandard.at: Rein mentalitätsmäßig?

Hörhan: Ja, die haben die falsche Einstellung. Sie erwarten: Ich hab viele Ansprüche, ich will nicht viel arbeiten, und muss mich halt brav anpassen. Bei uns muss er sich nicht anpassen. Er muss nur die Leistung bringen. Der Rest ist mir egal. Ob jemand ein Piercing hat oder aufgestellte Haare. Ob Mann oder Frau, welche Hautfarbe er hat, welche Nationalität oder welche Religion er hat, spielt keine Rolle.

derStandard.at: Es sind in letzter Zeit viele Initiativen, die Volksbegehren starten wollen, aus dem Boden geschossen. Es fällt auf, dass sie vor allem von alten Männern und Frauen repräsentiert werden. Warum ist das so?

Hörhan: Weil die Leute zu lethargisch sind. Es muss jemand aus der Jugend sagen, ich streng mich an, ich mach was. Wenn das ein Alter sagt, ist das unglaubwürdig. Wenn die Pensionen gestrichen werden sollen, dann kommen die Pensionistenvertreter von ÖVP und SPÖ in alter Einigkeit und sagen "Niemals, geht nicht". Wenn man sagt, die Eisenbahner sollen mit 70 in Pension gehen und Leute, die im Büro sind, sind keine Schwerstarbeiter, dann stehen im ganzen Land die Züge.

derStandard.at: Wie soll sich die Jugend organisieren, damit sie Rückenwind erzeugt?

Hörhan: Durch wirtschaftliche Macht, Internet und IT. Eines der mächtigsten Tools, das entwickelt wurde, nämlich Facebook, steht in Kontrolle und Eigentum eines 27-jährigen. Mark Zuckerberg hat einen der strengsten Kontrollverträge, wie er Facebook kontrolliert, die es gibt. Auch wenn Facebook mitgeholfen hat, viele Diktatoren ins Wanken zu bringen. Die chinesische Diktatur, genauso wie der Herr Putin oder der Herr Ahmadinedschad, haben Angst vor Facebook.

derStandard.at: In Ihrem Buch kritisieren Sie beispielweise die unibrennt-Bewegung. Kann die Jugendrevolte basisdemokratisch funktionieren?

Hörhan: Nein. Es muss immer Alpha-Tiere geben. Basisdemokratie hat nicht funktioniert und wird nicht funktionieren. Das ist eine Utopie. Es muss immer einen geben, der anschiebt.

derStandard.at: Was halten Sie eigentlich von österreichischen Jungpolitikern wie Sebastian Kurz oder Laura Rudas?

Hörhan: Sagen wir mal so: Es sind bestimmt ganz gute Ansätze dabei. Es sind aber einfach zu wenige. Hinter den Jugendlichen steht keine Lobby. Hinter den älteren Leuten gibt es jemanden mit Macht, der "Nein" sagt, wenn man ihnen etwas wegnehmen will. Die Jugend sagt nicht "Nein". In Frankreich hat die Jugend gegen die Anhebung des Pensionsalters demonstriert. Das bedeutet, dass sie eigentlich gesagt haben, "Ja, ich will keine Pension mehr". Aber wenn man das Pensionsalter nicht anhebt, dann wird für die Jugend nichts mehr übrig bleiben.

derStandard.at: Wenn sich die Jungen mit den Alten solidarisieren, können Sie das nicht verstehen?

Hörhan: Es gibt einen natürlichen Konflikt, den hat es immer gegeben. Die Alten waren spießig und die Jungen wollten etwas anderes machen. Das ist ein fundamentaler ökonomischer Konflikt. Herr Busek hat einmal bei einem Vortrag gesagt: Herr Hörhan, Sie wissen eh, Sie werden alle für uns bezahlen müssen. Ich habe darauf gesagt: Herr Busek, ich glaube nicht, dass das passieren wird. Diesen Konflikt gibt es und er wird jedes Jahr größer, je weniger Geld da ist.

derStandard.at: Sie würden den Generationenvertrag kündigen?

Hörhan: Er wird von selbst gekündigt, weil die Staaten kein Geld mehr haben. Der Generationenvertrag wird wie folgt umgeändert: einzahlen aber nichts mehr herausbekommen.

derStandard.at: Sie fordern also mehr Initiative der Jugend. Am 15. Oktober findet ein Weltaktionstag von Greenpeace, Attac und diversen Gewerkschaften statt. Würden Sie bei so etwas mitmachen?

Hörhan: Als Belustigung und Zirkusveranstaltung vielleicht. Der Attac-Sprecher in Österreich ist ein relativ intelligenter Mensch, nur die Grundregeln, vor allem der Gewerkschaften, sind für mich ein rotes Tuch. Sie vertreten nicht einmal die Interessen der meisten ihrer Mitglieder. Sie vertreten die Interessen einiger pragmatisierter Leute. Ich habe noch keinen Gewerkschaftsfunktionär getroffen, der gesagt hat, Leute wir fordern eine Beteiligung an den Profiten des Unternehmens, damit die Mitarbeiter auch einen Anreiz haben, um sich anzustrengen. Das fordert kein Gewerkschaftsfuzzi. Der fordert nur starr: höhere Löhne, weniger Arbeiten. Aber das geht halt nicht. Das zerstört das Land.

derStandard.at: Wie beobachten Sie die Wall-Street-Proteste in New York?

Hörhan: Ich glaube, es wird wieder nichts ändern. Schauen wir, was in einem Jahr passiert ist: an der Wall Street wird viel Müll gelandet sein, es wird sich genau Null geändert haben, gerade nicht in Amerika.

derStandard.at: Warum gerade nicht in Amerika?

Hörhan: In Amerika ist es mehrheitsfähig, dass jeder ein Gewehr hat, das verabscheue ich. In Amerika ist es nicht mehrheitsfähig, dass jeder eine Gesundheitsversorgung hat. Es regieren ganz andere Systeme, die durchaus fragwürdig sind. Ich bin kein Freund der Waffenlobby. Gewehre werden verwendet um zu schießen, ich bin kein Freund vom Schießen. Aber "every american a gun" wäre mehrheitsfähig. "Every american a health insurance", da hat sich noch kein Präsident durchgesetzt.

derStandard.at: Sie sind wohlhabend, wollen am System was ändern und sprechen von 30.000 Euro, die Sie als Startkapital sehen. Wie soll das reichen, um eine Wohnung anzuzahlen?

Hörhan: Ganz einfach: Eine Einzimmerwohnung in Deutschland, wenn Sie die kaufen, das mache ich für einige meiner Freunde, kostet 60.000 Euro. Sie brauchen 20 Prozent Eigenkapital plus 10 Prozent Nebenkosten. 20 Prozent von 60.000 sind 12.000, mit den Nebenkosten sind das dann ca. 18.000 Euro. Ein bisschen eine Reserve sollten Sie haben - falls der Mieter nicht zahlen will oder etwas zu reparieren ist.

Fest steht, mit 30.000 Euro können Sie eine Wohnung kaufen, oder einen Kebabstand übernehmen; oder wenn sie Steuerberater gelernt haben, eine Steuerkanzlei. Man muss das geschickt strukturieren und ein gewisses Geschäftsgeschick haben.

derStandard.at: Vielleicht sind die Leute zu ungeduldig. Es dauert, bis man tatsächlich reich ist?

Hörhan: Wenn man zu gierig ist ... Gier und Verschwendung und Angst haben die Leute immer dazu gebracht, dass sie Geld verlieren, in der Geschichte war das immer so.

Ohne Disziplin, ohne harte Arbeit, geht gar nichts. Ich habe mein ganzes Leben hart gearbeitet, mein erster Job in Harvard war Computersoftwaretester. Ich habe 9 Dollar die Stunde verdient, bin mit der U-Bahn durchs kalte Boston gefahren. Ich habe das Geld nicht verprasst, hätte mir einen 100.000 Dollar Kredit aufnehmen können, das habe ich aber nicht gemacht, sondern habe mir was angesammelt. Dann habe ich beschlossen, es zu investieren.

derStandard.at: Haben Sie gleich in Immobilien investiert?

Hörhan: Am Anfang habe ich auch viel Blödsinn gemacht, habe mit Aktien gezockt, es war ein Nullsummenspiel. Zu meiner ersten Immobilie bin ich gekommen, da war ich bei einem Schulfreund und wir waren vorglühen und feiern. Um 3 in der Nacht, als alle besoffen waren, ist eine Freundin gekommen und hat gesagt, sie habe ein so großes Problem: ihre Eigentümerin ist pleite und sie will, dass sie aus der Wohnung ausziehen. Ich habe angeboten, die Wohnung zu kaufen, damit sie in der Wohnung drinnen bleiben können. Ich habe verhandelt und die Wohnung zu einem guten Preis bekommen.

derStandard.at: Sie haben in ihrem Buch auch das Schulsystem scharf kritisiert. Was läuft falsch?

Hörhan: Das System als solches ist krank. Lehrer haben keinen Anreiz sich anzustrengen, sie werden auch nicht nach Leistung bezahlt, sondern sie müssen immer stupide jedes Jahr dasselbe unterrichten. Es gibt keine Sanktionen für schlechte Lehrer, keine Anreize für gute Lehrer. Dafür gibt es Bürokraten: Landesschulräte, Lehrergewerkschafter, Elternvertreter. In Wirklichkeit sollte man diese Berufe gesetzlich verbieten. Das sollte man per Dekret untersagen, unter Strafe stellen.

derStandard.at: Sie wollen die Lehrer leistungsgerecht bezahlen, wie soll das ausschauen?

Hörhan: Es muss ein intelligentes Bewertungssystem her. Ich bin für eine Bezahlung, die sich an einer Kombination aus der Leistung der Schüler orientiert und einer Bewertung durch die Schüler und die Eltern. Oder Lehrer bewerten andere Lehrer. In Harvard konnten die Professoren nicht beliebig herumwerkeln. Wenn ein Professor von seinen Studenten regelmäßig schlecht bewertet wurde und es bei den standardisierten Prüfungen regelmäßig schlechte Ergebnisse gab, hat der Probleme bekommen, hat auch rausfliegen können.

derStandard.at: Woher kommt Ihre soziale Ader, dass Sie ihr Wissen jetzt weitergeben wollen?

Hörhan: Unterrichten hat mir immer Spaß gemacht, ich habe schon auf der Uni unterrichtet, als ich selbst noch Student war. Ich bin der Meinung, wenn man etwas Gutes tut, kommt auch etwas Gutes zurück. Mein erstes Buch hat mir viel Positives gebracht. Viele gute Freunde, zwei gute Mitarbeiter und einige gute Kunden.

derStandard.at: Sind Sie glücklich?

Hörhan: Ja! Das was ich mache, macht mir viel Spaß.

derStandard.at: Also macht Geld und Erfolg glücklich?

Hörhan: Ja. Wenn Sie wissen, wie man damit umgeht. Wenn Sie an Verschwendungssucht leiden, Nein. Wenn Sie es gut einsetzen, ja. (Hermann Sussitz, Rosa Winkler-Hermaden, derStandard.at, 14.10.2011)

GERALD HÖRHAN (34) studierte in Harvard angewandte Mathematik und Betriebswirtschaft. Er hat im Finanzbereich gearbeitet und ist seit 2003 selbstständiger Investmentbanker. Mit seinem ersten Buch "Investment Punk" wurde er einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Hörhan besitzt laut eigenen Angaben rund hundert Wohnungen in Frankfurt, Wiesbaden, Stuttgart und Wien.

Gerald Hörhan: Gegengift, edition a, Gebundene Ausgabe: 192 Seiten, ISBN: 978-3990010297, Preis: 19,95 €

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 860
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18
Der Chronist
04
17.10.2011, 14:03

Solche Leute lieben die Neoliberalen - sie stiften Verwirrung, dekonstruieren einigende Codes und predigen den Tellerwäscher-Mythos.

Andererseits: Wann und wo soll er begriffen haben, worum sich das Leben dreht, abgesehen davon, daß ihm die dafür nötige Intelligenz fehlen dürfte.

ZsakNorris4Teamchef
01
17.10.2011, 08:54
wie kann man mit Wohnungen Geld machen ?

eine halbwegs vernünftige whg kostet mich pro m² ~ 2000 €, also sagen wir, sehr gut verhandelt 1500 € für 50 m² = 75.000 €, dafür kann ich im besten Fall höchstens 500 € inkl Betriebskosten verlangen -> wenn ich also mit mittleren Mieteinnahmen von 400 €/Monat rechne erscheint dies realistisch -> 4800 € / Jahr -> Dann hab ich meine Investition nach 15,6 Jahren wieder retour, aber ohne, dass ich je renoviert oder in die whg investiert habe ! Kauf ich mir Anleihen eines großen deutschen Industriekonzerns z.b.: BASF bekomm ich um die 5 %, da hab ich nach 16 Jahren 1,05^16=2,18fache von meinem Anfangskapital zusätzlich kann ich dass Geld natürlich jederzeit abziehen, bei einer immobilie kann ich dass nicht

Mostbluzza
00
mei süss,

darum wirds bei euch nie klappen.

aus diesen gründen:

wir sind nicht amerika (renditen etc).
ihr müsstet in der höchsten steuerklasse sein, dann kann sich das alleine dadurch rentieren. kann, muss nicht.
übrigens ihre paar hundert netsch im monat ... das sollte überbleiben, klar.
die wohnung verkaufens aber - in guter lage - nach 15 jahren nicht um 75.000 sondern um 120.000. im idealfall, wenn gut investiert in die lage,lage,lage dann habens das in 5 jahren. vergessens die miete, okay.
für sowas nimmt man auch kredit auf (ca. 70%), hams vergessen oder? kostet auch.
achja, wenn sie die um 75.000 kaufen und 10.000 reinstecken ...sollte sie gleich mal 100.000 wert sein. sie verstehen. geht auch bei altauto ... 500 rein, 1000 mehr raus.

RS69
 
00

"ihr müsstet in der höchsten steuerklasse sein, dann kann sich das alleine dadurch rentieren."

Inwiefern rentiert sich das in der höchsten Steuerklasse? Vergessen's nicht, dass es für diese Absetzbeträge Einschleifregelungen gibt.

Mit 70% kredit auf eine Wohnung bei den derzeitigen Preisen Gewinne zu machen - dafür müssen's entweder extrem gut im bewerten von Immobilien sein, oder Glück haben.

Und: "10.000" Reinstecken - wenn's dann noch die Arbeitszeit dazu rechnen, verdienen's vermutlich mehr wenn's ein paar Überstunden machen.

HERR PUDL
02
17.10.2011, 01:43
hörhan der maserati fahrende punker

es wäre interessant zu erfahren wie er zu seinen immerrrauschigen, null-leistungstragenden punker-kollegen, die mit der bierdosn in der hand vor dem bahnhof herumkugeln, steht. denn auch diese herrschaften gehören zur alternden und erhaltungswerten jugend.

kbust
04
16.10.2011, 21:55

Der Herr hat Punkt nicht verstanden

heinz strobl
 
03
16.10.2011, 21:52
waste not, want not

stand am Kamin in der Küche eines Bürgerhauses aus dem 18.Jahrhundert in Brighton.Extrem neu und frisch was der Lümmel von sich gibt.;-)
Jeder ist seines Glückes Schmied, nur den Amboß will niemand bereitstellen.Fleiß und Disziplin(sofern Selbstdisziplin) sind sicher Vorraussetzungen für Erfolg aber garantiert ist nichts.Und wer sich anstrengt und immer wieder auf die Nase fällt ,der wird es sich überlegen.Selbstbewusstsein ist auch nötig.Das hat nicht jeder und manche Eltern/Lehrer scheinen es darauf angelegt zu haben, dass ihre Kinder/Schüler es nie bekommen.Bevorzugt ist der ÖNORM Schüler, nicht der , der herausragt.
Jeder, der will kann es schaffen ? Schwachsinn, nur wer aus dem "richtigen Stall" kommt ,wird Chef der Deutschen Bank.

Herr-Paul
02
16.10.2011, 13:38
Bodo Schäfer & Jürgen Höller als punk reloaded.

1. Jeder, der "Reichtum" nicht schafft, ist selber Schuld und ein Depp, dumm und faul und hat sich nicht richtig angestrengt.

2. Man muß nur "richtig" dran glauben, und fehlt es an der Einstellung fluggs ein paar "passende" Seminare buchen.

Daß dieser (von Psychologen längst enttarnte) Mist 2011 noch immer irgendwo auf offene Ohren stößt, ist wirklich verwunderlich.

philidor85
00
16.10.2011, 11:36

hm, sagt eigentlich ganz vernünftige sachen

nur, ein rebell ist er sicher nicht - geld sparen und dann investieren...da denke ich genauso, aber das ist nun mal nicht rebellisch

allerdings hab ichs noch nicht zu 100 wohnungen gebracht - respekt ;)

ansonsten ganz offensichtliche wahrheiten: leistung sollte wichtiger sein als angepasstheit, die jungen haben keine funktionierende interessensvertretung, unser schulsystem ist fürn arsch und das pensionssystem kann so auch nicht mehr weiter bestehen

RosaRosenRot
00
16.10.2011, 09:32

Die UBS-Kleidungsvorschriften sind durchaus gerechtfertigt, wenn man bedenkt, wie geschmackvoll sich der durchschnittliche UBS-Engländer sonst kleiden würde. Ist halt dann fairerweise auch in Österreich so, obwohl diese weit mehr Verständnis für das richtige Outifit haben.

Josef Handt
00
15.10.2011, 23:23

Hat er in Harvard eigentlich auch was abgeschlossen, oder nur studiert? (Im letzteren Fall waere seine Selbstdarstellung zumindest etwas irrefuehrend.)

SK26
00
16.10.2011, 02:24
Laut seiner Homepage...

Abschluss mit „Magna Cum Laude“ in angewandter Mathematik und Betriebswirtschaft.

pox vobiscum
02
15.10.2011, 20:24

Hoffentlich entdeckt diesen Investmentpunk nicht auch noch eine politische Partei für sich...

Cuchullain
00
15.12.2011, 12:50
Piraten -

- partei?

oder doch die Rechtsrechten Verbrecher?

running man
04
15.10.2011, 19:43
Ich bin zwar der Meinung, dass der Typ sicher nicht dumm (im rationalen Sinn) ist, die Harvard Studien sind definitiv "nicht ohne". Bei McKinsey und JP Morgan (ja, dort hackeln´s nicht wenig) war er offenbar nicht der große Hero - soll sein...

Wundern tut mich aber sehr, welche Medienpräsenz er für seine großteils "No-Na" Aussagen und Verallgemeinerungen ("alle faul" - jaja...) bekommt. Für seine Überlegungen brauch´ ich sicher keinen Harvard-Abschluß, da reicht mein 08-15 Studium am Alsergrund auch...

Stören tut mich außerdem (ich bin in einer Kommerzbank tätig, also thematisch nicht so weit weg von ihm) die Abgehobenheit des Typen - der glaubt echt, die Weisheit mit dem Löffel gefressen zu haben. Ein Blick über den Tellerrand würde ihm zeigen, dass viele wichtige Berufe (Pflegebereich, Pädagogik, etc.) schlecht bezahlt sind.

Auf diversen Sites ist er übrigens immer mit Anzug und Krawatte zu sehen - der Herr Punk wird sich doch nicht etwa bei seinen Kunden anbiedern...

Cuchullain
00
15.12.2011, 12:55
Er dachte sich wohl, ...

... dass er ebenso cool sein muss wie (Dr.) Alexander (Dread) Proschofsky ...

metalwoman
02
15.10.2011, 17:04

Ist ein "Investment-Punk" nicht der totale Widerspruch und eine Beleidigung für jeden echten Punk?
Wer sagt: "Oh, ich bin reich, aber ich trage trotzdem Doc Martens und Irokesenschnitt", den kann man allenfalls als Exzentriker bezeichnen.

Hey Ho Let's Go Veg
010
15.10.2011, 16:57
might be sarcasm ...

an all die hater: natürlich is der typ ein punk, bushido is ja auch ein hardcore-ghetto-gangsta-rapper ...

aber mal im ernst, der typ is doch ein total ignoranter Arroganzler. ein freund von mir war mit 16 obdachlos, mit 18 vater und heute mit 29 arbeitet er im hilton in der küche in einer kleinen führungsposition. solche leute sind aufsteiger für mich. das geht raus an dich thomas ...

vllt will ich gar keine schnellen autos, schöne frauen und mini-gourmet-essen in teuren hotels. ich arbeite halt gern das, was mir spaß macht, stehe auf "normale" coole und leiwande frauen, geh gern ein bier trinken und ins fussball-stadion und ess gern veggie küche.

ich will halt einfach nur ein mensch sein ...

Parkschwein
12
15.10.2011, 21:06

und wer hindert dich daran?

pox vobiscum
01
15.10.2011, 20:27

Ja, der Kerl hat wahrscheinlich auch so einen Kurzen wie Bushido ihn haben soll, das ist die Lösung für das Rätsel um seinen Geisteszustand.

florus flagrantius
00
15.10.2011, 16:53
andere kaufen wenigstens ganze häuser

er kauft ja nur ein flickwerk an wohnungen .
solange er keine bilanzen öffentlich vorlegt, und der fremdfinanzierungsanteil offen gelegt wird, solange ist das alles eine blase. ( die offenbar an inkontinenz schon ausrinnt)
bin gespannt auf die ersten hauskäufer in denen er seine wohnungen besitzt - und die den deal mit der bank machen und er seine wohnungen veräussern muss und der ertrag der bank bleibt,

ten yeas later ......

paradiselost
02
15.10.2011, 16:43
ziemlich kurzsichtiges gebrabbel

alle diese supercoolen instant tipps fuer wirtschaftlichen erfolg funktionieren nur solange, bis eine kritische zahl anderer sie befolgt. ihr erfolg liegt in der ausnuetzung der dummheit und der schwaeche einer gesellschaftlichen mehrheit.

wenn wir alle wieder zurueck auf die baeume wollen und uns dort oben um die dicksten kokosnuesse notfalls bis zum letalen ende balgen wollen, dann ist herrn hoerhans methode gewiss zielfuehrend.

RS69
 
00
15.10.2011, 18:38

"funktionieren nur solange, bis eine kritische zahl anderer sie befolgt."

Die Essenz von Unternehmertum ist auch nicht, einzelne Tipps nachzubeten und zu befolgen - sondern eben nach machbaren Geschäftsmodellen zu suchen, und diese immer wieder zu erneuern.

Er hat ja auch mit Immobillien angefangen und verdienet jetzt so wie's aussieht mit Büchern und Trainings sein Geld. ;-)

roundabout
03
15.10.2011, 16:16
Wichtigtuer.

Minister der Ökomonie
05
15.10.2011, 16:07

Ein Kiddie-Punk, der Punk für eine Mode hält.

Ok, er arbeitet halt mit kognitiver Dissonanz - oder eher noch mit organisierter Ambivalenz. Oder neumodischer Opportunismus. Ein Mittel der Werbung. Irgendwie muss man sich halt auch für ein Buch prostituieren. Schon traditionelle, etablierte Marken bedienen sich der Unterschichtsromatisierung, und Rebellen gegen das System werden vom System selber als Helden gefeiert.

Höhrhan ist einer der billigsten Opportunisten.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 860
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.