AEG Rathenau Edition

16. Oktober 2011, 16:54
4 Postings

Der - mit Verlaub - Anbiederungsschwachsinn hat längst flächendeckend Methode, bis hin zu Banken und Politik

Smart For-two Electric Drive. Ist Ihnen was aufgefallen? Kein einziges deutsches Wort dabei. Nicht der Firmenname, den der deutsche Erfinder des Automobils seiner Kleinstwagenmarke gab, noch die Modellbezeichnung noch der Hinweis auf die verwendete Antriebstechnologie.

Oder, neue B-Klasse (Seite 13). Besonders stolz ist der Hersteller dort auf ein System zur Kollisionsprävention: CPA. Collision Prevention Assist. Und auf ein auf Anhieb hervorragendes Doppelkupplungsgetriebe: DCT. Dual Clutch Transmission. Fonetisch klatschen wir gleich zweimal.

So geht es weiter, Schlag auf Schlag (nicht nur bei Mercedes, dies zur Ehrenrettung. Der - mit Verlaub - Anbiederungsschwachsinn hat längst flächendeckend Methode, bis hin zu Banken und Politik). Wirft man dann, im Gespräch mit einem Designer etwa, mit argloser Heimtücke einen Satz hin wie "Ach wie schön, wieder mal bei einem deutschen Hersteller zu Gast zu sein", darf man sich immerhin weiden am Verdutzen des Gegenübers, der nach wiedererrungener Fassung höflich nach verständlichen Formulierungen ringt. Kontert man weiters das Argument, so ein Konzern verkaufe seine Produkte heute in die ganze Welt, mit der Gegenfrage: "Und das haben Sie in den vergangenen 100 Jahren nicht gemacht, mit viel Erfolg und wenig Englisch?", herrscht meist schlagartig Funkstille.

Nur so eine Idee: Warum nicht auf das zurückgreifen, was man hat, um damit in die Zukunft zu zielen? Daimler hat doch firmenhistorisch eine gewisse Nähe zur weiland ruhmvollen "Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft" AEG. Warum also nicht künftige E-Autos aus dem Hause Mercedes-Benz mit diesem Kürzel versehen? Und den besten unter ihnen - oder herausragenden Kleinserien - das Attribut "Rathenau Edition" dazu. In Erinnerung an des AEG-Gründers Sohn, eine der ganz großen Gestalten aus Industrie und Politik: Walther Rathenau. (Andreas Stockinger/DER STANDARD/Automobil/14.10.2011)

  • Warum nicht auf das zurückgreifen, was man hat, um damit in die Zukunft zu zielen?
    foto: werk

    Warum nicht auf das zurückgreifen, was man hat, um damit in die Zukunft zu zielen?

Share if you care.