Konflikt Fahrrad versus Auto

14. Oktober 2011, 17:40
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    foto: apa

    Respekt voreinander ist das wichtigste Element für eine Verbesserung des Umgangs miteinander.

Die Trennung von Rad- und Autoverkehr funktioniert nicht wirklich. Radwege mögen das richtige Symbol sein, aber nicht immer die richtige Lösung

Radfahren ist eine wunderbare Möglichkeit, den Energieverbrauch und Schadstoffausstoß in der Stadt abzusenken und den eigenen Fitnesslevel anzuheben. Schon der Weg zur Arbeit, beispielsweise zweimal zwanzig Minuten täglich auf dem Sattel, erfüllt alle Forderungen nach einem Mindestbewegungspensum. Allerdings ist die Vermehrung der Radlerinnen und Radler mit allerlei Unbill verbunden. Der Ausbau von Radwegen und Radfahrstreifen ist dabei kein Allheilmittel. Das Grundproblem: Steigt der Radfahreranteil in durchaus wünschenswertem Ausmaß, erweisen sich die baulichen Einrichtungen schnell als überlastet und werden selbst zur Gefahrenquelle.

Man kann also durchaus sagen: Die Trennung von Rad- und Autoverkehr funktioniert nicht wirklich. Das heißt, Radwege mögen vielleicht das richtige Symbol sein, aber sie sind nicht unbedingt immer die richtige Lösung. Ein vernünftiges Miteinander von Rad- und Autoverkehr lässt sich architektonisch kaum erzeugen.

Es geht hier also eher um die Auflösung von Konfliktszenarien. So verharren die Autofahrer, aber auch Autofahrerinnen (im Auto sitzend sind ganz schnell wirklich alle Menschen gleich), noch immer in ihrer Rolle des Stärkeren, während die Radfahrer in ihrer Wendigkeit und mitunter Gemeinheit die Leute in ihren verlöteten Kisten vor schier unlösbare Aufgaben stellen.

Ohne Verbesserung des Umgangs miteinander ist eigentlich keine Radpolitik zu machen. Das wichtigste Element, der Respekt voreinander, lässt sich durch ingenieursmäßige Klimmzüge nicht erreichen. Und da geht es nicht nur darum, den Radverkehr aus der Windschutzscheibenperspektive etwas entspannter und toleranter zu sehen. Hier dürfen sich auch die Radfahrer lernfähig zeigen.

Erstaunlich ist in diesem Zusammenhang, wie Menschen zwischen ihren Rollen hin und her hüpfen können und dabei offenbar immer die jeweils vorher gespielte völlig vergessen. Das bezieht natürlich auch die Fußgänger mit ein. Man bewegt sich offenbar instinktiv gemäß den Eigenheiten der jeweiligen Gruppe. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/14.10.2011)

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Hendriks
00
16.10.2011, 16:35
Schneller (im Krankenhaus)

Als Radler bist du in der Stadt überall schneller (wenn dich nicht vorher ein Autofahrer abschießt. Dann bist du schneller im Krankenhaus). Man müsste den Autofahrern viel mehr bewusst machen, dass es auch und immer mehr Radler gibt. Und dass das Rad DIE Alternative ist, als Faltrad (Brompton!) auch bei drohendem Schlechtwetter, weil man ja immer auf Öffis umsteigen und das Radl gratis mitnehmen kann.

Wild Nici
00
18.10.2011, 10:58
ein Irrglaube

dass Fahrradmitnahme in den Öffis gratis ist. Wird aber mit der nächsten Tarifordnung (Mai 2012) umgesetzt.

Manfred Schindler
00
18.10.2011, 11:39

da war das Faltrad (byrdy, bromton...) gemeint. dieses darf bereits jetzt - wenn zusammengefaltet - gratis in den wiener Linien transportiert werden

mawi89
12
16.10.2011, 15:39
Radwege gänzlich abschaffen

Ger hard
01
18.10.2011, 11:23
Bin

fast bei Ihnen, auf Hauptverkehrsstraßen in der Stadt und neben Bundesstraßen habe sie aber IMHO ihre Berechtigung. Sonst sind sie nur gefährlich für alle.

fatal sozial
13
16.10.2011, 14:50
appelle an den respekt?

.. ingenieursmäßige klimmzüge braucht es nur, weil jede noch so kleine seitengasse eine durchzugsstrasse mit beidseitigem parkstreifen sein muss! es gibt einige gute beispiele (selbst in wien) wo es auch anders funktioniert ... aber großflächig herrscht das postulat der räumlichen autobevorzugung ...

... wenn autofahrer dann seitengassenabkürzungen fahren, um die zehn minuten vorteil gegenüber den öffis zu errasen und dann auch noch einspuriges im beidseitig beparkten gässchen nicht überholen können ... , sind alle ihre appelle an den respekt vergebens!

lanebbia
11
16.10.2011, 15:17

Ein Bekannter hat die Taktik, dass er ausschließlich Seitengassen benutzt, um rote Ampeln zu vermeiden, bei den Nachrangtafeln quetscht er sich dann rein, meist indem er rechts abbiegt und die nächste Gelegenheit wieder links. Kommt so recht flott voran. Wenn es alle machen, wäre aber wider Sense mit dem flotten Vorankommen.

hmmm8x
01
16.10.2011, 14:47
Nichts ist ein Allheilmittel!

Fangen Sie an über die Lösung von Problemen nachzudenken und nicht über die Rhetorik, wie ihre Aussagen möglichst nicht falsch klingen können!

Außerdem sind Radwege und Radfahrstreifen ein Lösungsansatz, nur muss man diese auch vernünftig umsetzen bzw. vernünftig umsetzen können, damit eine annehmbare Lösung entsteht.

Das Argument, dass baulichen Einrichtungen schnell als überlastet erweisen sagt nichts über Sinnhaftigkeit solcher Bauten aus, sondern nur dass diese von Anfang an unterdimensioniert werden.

MMn deswegen, weil man dafür Autofahrern Verkehrsfläche wegnehmen müsste. Etwas das ich begrüßen würde, weil mir Energieverbrauch und Schadstoffausstoß in der Stadt abzusenken und den eigenen Fitnesslevel anzuheben ein Anliegen ist.

Thank God I'm A Country Boy
12
16.10.2011, 15:24

Es braucht außer an großen Durchzugsstraßen keine Radwege- Verkehrsberuhigung in Nebenstraßen, reicht komplett, Radfahrer sind ohne Radwege sicherer unterwegs.

Und an Durchzugststraßen befürworte ich Radwege hauptsächlich deshalb, weil da ja- hoffentlich- viele Radfahrer fahren sollen- und das auch für Radfahrer sehr anstrengend ist, bei starkem Autoverkehr langsamere Radfahrer zu überholen- und auch für diejenigen Autofahrer, die wirklich das Auto brauchen, ist es angenehmer- man muss sich ja nicht unnötig das Leben schwer machen.

Also für Wien würde das heißen: gescheite Radwege am Ring und am Gürtel, an 4-5 Einfahrtstraßen, und noch an kreuzungsfreien Strecken wie den Wienfluss oder (aufgelassenen) Bahntrassen. Mehr nicht.

Markus138
10
16.10.2011, 14:19

ganz einfache lösung: in _allen_ fällen absoluter vorrang für fußgänger_innern vor radfahrer_innen und radfahrer_innen vor autofahrer_innen und das problem ist gelöst. (nein natürlich noch nicht ganz, es fehlen natürlich in ganz wien noch vernünftige radwege und mehr einschränkungen für autos.

in großstädten gibt es einfach so gut wie keine gründe mit dem auto zu fahren. und die paar mal wo es doch notwendig sein sollte und sich wirklich nicht anders machen lässt sollte man als autofahrer_in einfach 30-60 min mehr zeitaufwand verkraften

Reinkarnation eines Passivopfers
10
17.10.2011, 20:24
Wie oft stehen denn Fussgänger, einzeln und in Gruppen auf den Radwegen herum?

Sehe jeden Tag unzählige davon, und die sollen dann noch bevorrangt werden?

Ger hard
10
18.10.2011, 11:29
Ja,

die könne am wenigsten dafür das wir Radfahrer auf Radwege am Gehsteig gezwungen werden. Radfahrer sind auf der Hauptfahrbahn viel besser und sicher aufgehoben.

PS
Ich fahre seit 79 fast ausschließlich mir dem Rad und trotzdem passiert es mir immer wieder das ich als Fußgänger einen Radweg übersehe, wie sollen da z.B. Touristen den Durchblick haben? Weg mit den Radwegen, brauch außer auf Hauptverkehrsstraßen kein Mensch.

Reinkarnation eines Passivopfers
00
18.10.2011, 17:51
Und dann weg mit den Gehsteigen????

Weil andere (Autofahrer, Motorradfahrer UND Fussgänger) nicht in der Lage sind Spuren (Fahr-) zu lesen werden die jetzt abgeschafft?????

Ger hard
00
19.10.2011, 08:36
Desshalb sicher nicht,

aber dann wenn sie für alle nur gefährlich sind und zusätzliches einiges kosten.

1 Wolfgang 1
01
16.10.2011, 23:37
"in großstädten gibt es einfach so gut wie keine gründe mit dem auto zu fahren."

Was ist mit Handwerkern, Zustellern, Leuten, die mit Kollektionen und Mustern unterwegs sind, etc.? Abgesehen davon, gibt es Menschen, die müssen immer wieder mal aus beruflichen oderr privaten Gründen ans andere Ende der Stadt oder quer durch.

So kleinkariertes Grätzeldenken bringt uns nicht weiter! Es braucht eine Verbesserung des Miteinander und nicht eine Dominanz einzelner Gruppen. Und sagens jetzt nicht, es gibt eine Dominanz der Autofahrer, die gibt es nämlich schon länger nicht mehr.

kor-del
01
18.10.2011, 18:30
??

"Und sagens jetzt nicht, es gibt eine Dominanz der Autofahrer, die gibt es nämlich schon länger nicht mehr."

Aha, worauf stützen Sie diese Aussage?

Alleine wenn ich mir die Ringstraße ansehe, ist das eine 3 spurige Stadtautobahn dazu 3 Spuren Autos Fließverkehr mittig, 2 Spuren Nebenfahrbahn, 4 Parkspuren und sie leugnen die Dominanz des MIV?

1 Wolfgang 1
00
18.10.2011, 23:30
Interessante Betrachtung

Die Ringsttraße ist dreispurig, ok, in eine Richtung. Wo kommen die dazu 3 Spuren "Autos Fließverkehr mittig" her? Autobahn? Mit 50 km/h Tempolimit, Ampeln, Links- und Rechtsabbiegern? Das ist eine Autobahn? Nebenfahrbahn: wechselnde Einbahnen, nicht durchgehend befahrbar, das sind Zubringerstraßen und sonst nix. 4 Parkspuren? Dann schauen Sie sich mal die dazugehörenden Parkverbote an, da bleibt nicht viel über. Falls Sie die 2-er Linie meinten, die hat nix mit der Ringstraße zu tun und ist auch nicht durchgehend.
Aber viel wichtiger und das meinte ich: gegenüber dem MIV haben Vorrang: Fußgänger, Radfahrer, öffentliche Verkehrsmittel - wo erkennen Sie da eine Dominanz?

kor-del
00
19.10.2011, 02:11
Nein

Ich meine nicht die 2er Linie.
Zur Verdeutlichung Ringstraße auf Höhe Börse:
3 Fahrspuren in der Mitte (mittig) für den Fließverkehr 3*>2,50=>7,50
2*1 Fahrspur Nebenfahrbahn + 2*2 Parkspuren 6*>2,50=>15,00
Summe 22,50m
im Vergleich Südautobahn Höhe Wr. Neudorf 8*>2,50 + Pannenstreifen 2*2,50
Summe 25,00m

Es geht um die reine zuasfaltierte Fläche die dem MIV zugestanden wird.

Kohlhaas1
82
16.10.2011, 12:44
Es gibt ein Allheilmittel !

Nummerntafeln und Zulassungen für Fahrräder.
Und ausserdem eine Prüfung oder Verkehrstauglichkeitsprüfung für Radler.
Wer schon einen Führerschein hat erspart sich Letzteres natürlich.
Wetten, dass nach einer kurzen Anzeigenflut Rücksicht bei den Radlern Einzug hält ?
Und was die Kraftfahrer betrifft so ist auch hier ein Erzwingen von Rücksicht möglich. Und zwar indem man Radstreifen mit Fussgängerübergängen rechtlich gleichsetzt. Dort wo beide die gleiche Fahrbahn benutzen sind Manöver die gefährden rigoros zu strafen. Das gilt auch wenn sich der Radler oder auch der Autofahrer selbst gefährdet.
Wetten dass ?
Und eine gute Zusatzeinnahme fürs klamme Verkehrsbudget wär´s allemal.

checkmate
00
18.10.2011, 11:39

schlechtes Argument. Ich könnte jeden Tag 2-3 Autofahrer anzeigen wegen diversester Übertretungen. (Wenn ich wirklich danach suchen würde wollen, wahrscheinlich nochmal soviel).

Ich verstehe auch nicht, warum die Polizei sich nicht in Zivil auf die eine oder andere Kreuzung stellt und nach Handyamohr-Fahrern Ausschau hält. Da ist viel mehr Kohle drinnen als in der 30iger mit der Pistole stehen, glauben sie mir

quaxiderfrosch
12
16.10.2011, 21:34

Radüberfahrten sind mit Zebrastreifen gleichgesetzt. Solange Autofahrer, die ja bekanntlich eine Prüfung machen müssen, nicht die StVO können, diskutiere ich nicht mit ihnen über Nummerntafeln. Autos haben Nummerntafeln und Haftpflichtversicherung aufgrund des hohen Gefährdungspotentials. Das ist bei Fahrrädern nicht vorhanden. Aber wie wär's mit regelmäßiger Überprüfung der Kenntnisse der Autofahrer samt der körperlichen und geistigen Voraussetzungen, um ein Fahrzeug zu lenken? Das Auto selbst muss ja auch regelmäßig überprüft werden.

Neuer Nick neues Glück
03
16.10.2011, 19:31

Es gibt Nummerntafeln und Zulassungen für Autofahrer.
Eine Verkehrstauglichkeitsprüfung ist angeblich ebenfalls Pflicht.
Trotzdem fährt ein Großteil absolut verantwortungslos.

lanebbia
01
16.10.2011, 15:19

WEtten, dass nach einer ausgiebigen Azeigenflut bei Verkehrssünden vor Zebrastreifen recht schnell Vernunft einkehren wird. Nur, warum wird es nicht gemacht?

Amish Bob
 
21
16.10.2011, 14:06
Das wird lustig, ...

... wenn dann jedes Kinderrad, jedes Mountainbike, jedes Klapprad und jeder Roller (sind vom Gesetz her Fahrräder) ein Nummertaferl hat. Auch wenn es vielleicht nur zweimal im Jahr zum Semmerlholen verwendet wird. Viel Spaß auch auf der Polizei, wenn dann Aussage gegen Aussage steht. Ich bin nämlich sicher nicht bei Rot über die Ampel gefahren. Auch wird sich die Polizei über den zusätzlichen Aufwand freuen. Aber für viele wäre es vielleicht gar nicht schlecht, dann würde ihnen endlich mal jemand sagen, was Radfahrer alles dürfen.
Könnten S' diese absolut schwachsinnige Idee mal aus Ihrem Hirn streichen - wird nie kommen.

le troll c’est moi!
20
16.10.2011, 14:36
Unsinn! Nur jene, die auf der Straße mitfahren wollen, obwohl es einen Radweg gibt (was zzt. ja verboten ist), brauchen das.

Wer mit der bestehenden Lösung auskommt, kann ja weiter "ohne alles" fahren.

Die Nummer würde ich übrigens als Nummer des Fahrers sehen, als Zeichen dafür, dass er haftpflichtversichert ist - wie das Kennzeichen beim Auto. Viele Radler haben mehrere Räder...

Und wenn ein irrer Radler - die gibt es leider genauso wie irre Autofahrer! - einen Unfall verursacht und Zeugen sagen, das war die Nummer 12345, dann finde ich das gut.

Wer auf der Straße - bei vorhandenem Radweg - ohne Nummer fährt, risikiert eine Verwaltungsstrafe.

Wer sich rücksichtlos verhält und die Polizei hat's gesehen - Strafe!

Denunziantentum ? Kein Thema!

Anzeigen wegen Nötigung sind vergleichbar mit Anzeigen "gegen Autokennzeichen" (Beweislage).

Tr.Gr.

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