Pflegegeld

18.000 Menschen von erschwertem Pflegezugang betroffen

14. Oktober 2011, 08:30
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    foto: dpa-zentralbild/patrick pleul

    Pflegegeld der Stufe eins und zwei wird nicht mehr so leicht bewilligt wie früher. Die Folge: Die Anzahl der Bezieher geht zurück.

Hürden vor allem in den niedrigen Stufen - Hundstorfer verteidigt Änderungen

Durch den erschwerten Zugang geht die Zahl der neuen Pflegegeld-Bezieher heuer seit Jahren erstmals deutlich zurück, berichtet das Ö1-Morgenjournal. Das zeigen die Halbjahreszahlen des Sozialministeriums, die Ö1 exklusiv vorliegen. Seit Jahresbeginn muss man mehr Pflegebedarf nachweisen, um in die niedrigen Pflegestufen zu kommen.

Pflegegeld der Stufe eins und zwei wird nicht mehr so leicht bewilligt wie früher: Seit Jahresanfang muss man dafür nämlich pflegebedürftiger als bisher sein. Für die Pflegestufe eins muss jetzt belegt werden, dass man 60 Stunden Pflege im Monat braucht. Früher waren es nur 50. Auch für die Stufe zwei muss man seit Jänner um zehn Stunden mehr Pflegebedarf nachweisen können. Durch diesen erschwerten Zugang haben im ersten Halbjahr 4.000 Menschen gar kein Pflegegeld bekommen. Doppelt so viele werden es im ganzen Jahr sein, so das Sozialministerium.

Positiver Effekt für Budget, negativer Effekt für Betroffene

Diese 8.000 Menschen müssen pro Monat auf über 150 Euro verzichten. Dazu kommen noch weitere rund 10.000 Menschen, denen pro Monat 130 Euro entgehen, weil sie nur die Stufe eins statt wie früher gleich die Stufe zwei bekommen beziehungsweise nicht in diese vorrücken. Insgesamt sind durch den erschwerten Pflegegeld-Zugang also rund 18.000 Menschen betroffen, so die Berechnungen des Sozialministeriums. Diesen Menschen entgehen bis zu 1.800 Euro im Jahr.

Eine Entlastung von insgesamt 22 Millionen Euro bringt hingegen einen positiven Effekt für das Budget. Eingerechnet ist dabei auch, dass schwerer Pflegebedürftige der Stufe sechs heuer etwas mehr bekommen. Die Entlastung bedeutet aber nicht, dass die Ausgaben für die Pflege sinken, sie steigen nach wie vor, aber eben etwas weniger und betragen heuer über 2,4 Milliarden Euro. Insgesamt bekommen in Österreich 442.000 Menschen Pflegegeld - das sind über fünf Prozent der Gesamtbevölkerung, Österreich liegt damit im OECD-Vergleich im Spitzenfeld.

Hundstorfer verteidigt Änderung

Sozialminister Rudolf Hundstorfer bezeichnete im Ö1-"Mittagsjournal" die Verschärfung beim Zugang zu den Pflegestufen 1 und 2 und damit auch den Rückgang bei den Neuzuerkennungen als "gesellschaftlich vertretbar". Eine Änderung der Regelung lehnte er ebenso ab, wie er weitere Verschärfungen ausschloss. Der Minister verwies auch darauf, dass sich die Zahl der Einsprüche bei den Sozialgerichten nicht erhöht habe. Zudem sei Österreich weiterhin "Weltmeister" in Sachen Pflegegeld. Die gute Zugänglichkeit werde Österreich auch von der OECD im internationalen Vergleich bescheinigt: Mit 5,2 Prozent der Menschen in Pflege liegt Österreich auf Platz eins.

Öllinger fordert "Wertanpassung des Pflegegelds"

Der Grüne Sozialsprecher Karl Öllinger warf der Regierung hingegen Budgeteinsparungen auf Kosten pflegebedürftiger Menschen vor. Das sei "unsozial". Öllinger forderte in einer Aussendung "eine Wertanpassung des Pflegegeldes an die Inflation statt einer Verschärfung beim Zugang." Einsparungen für das Budget sollten in der Verwaltung, aber nicht beim Pflegegeld erfolgen. Wenn die Budgeteinnahmen für die Finanzierung der Pflege nicht reichen, dann müsse eben über neue Einnahmequellen nachgedacht werden, bekräftigte Öllinger die Forderung der Grünen nach Wiedereinführung der Erbschafts- und Schenkungssteuer.

Die Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger kritisierte, dass der Rückgang an Kosten für das Pflegegeld zu Lasten der pflegenden Angehörigen gehe. Gerade Bezieher der Pflegegeldstufen 1 und 2, die mit 54 Prozent den größten Anteil darstellen, würden fast ausschließlich zu Hause von ihren Angehörigen gepflegt. (APA/red, derStandard.at, 14.10.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 102
1 2 3
system1
00
18.10.2011, 10:32
22 Millionen Euro können eingespart werden.

das ist immerhin 1 % des geldes das nach GR gepumpt wird. da geht sicher noch mehr. am besten wäre (im sinne des herrn minister) überhaupt nichts mehr auszuzahlen.

Befreier von Butter und Eier
00
17.10.2011, 15:59

Ich denke es gibt genug andere Dinge die eingespart werden könnten, bevor das Pflegesystem dran ist.
Die Politiker haben nicht die geringste Ahnung was sie da tun. Einfach nur dämlich.

bully bullson
01
17.10.2011, 11:56
...und dann schaffen wir auch noch den Zivildienst ab, wodurch das Pflegesystem noch teurer werden wird!:-)

Sudokusan
00
18.10.2011, 20:47
Noch besser : Machen wir gleich 500000 zu Vollzeitsklaven wodurch das Pflegesystem dann ganz billig wird [:)]

LCD
23
16.10.2011, 15:04
Kein Sozialminister

sondern Asozialer Minister!
Aber Hauptsache dass Griechenland Milliarden bekommt.

Kuldip K.
 
02
17.10.2011, 11:37
"BMASK"

Bundesministerium für ATTACKEN auf Sozialstaat und Kofinanzierung (von Banken)

Sudokusan
01
18.10.2011, 20:52
BMPPVKF

Bundesministerium f. Politikerprivilegienverteidigung u. Korruptionsförderung.

biobert
00
16.10.2011, 14:54

...Pflegegeld und Pflegehilfe
...meine Mutter hatte eine schmerzfreie Zeit bis zum Tod, Dank einer Pflegerin, die aber nicht "le..l" war!
...eine andere hätte wir nicht bekommen in dieser kurzen Zeit
...nach aussen klingt vieles Sozial, wenn es ernst wird schaut die Sache meist anders aus

Franz_Josef
00
16.10.2011, 10:59
die 18000 sollen unser aller Vorbild sein

denn genau so werden Banken gerettet, mit unserem Geld

bald werden es 36000, dann 80000 dann wir die 99% sein

Coli Bri
01
16.10.2011, 07:23
muss man erst im sterben liegen?

damit man Pflegegeld erhalten darf?

Wow, wie sozial Herr Minister!!

Sie sollten sich mal ein Bild machen und persönlich mal einzelne Menschen besuchen um zu sehen dass, wenn man Pflegefall ist, es auch wirklich so ist!

johann potakowskyj1
 
00
16.10.2011, 10:07
kommt öfter vor

dass erst nach dem Sterben die Bewilligung eintrudelt und nicht mehr ausbezahlt wird ...

Manfred Kien aus Wernberg/Kärnten
 
05
16.10.2011, 00:27
ich habe meine Frau

über 17 Jahre in ihrem Leiden begleitet, und ich denke, ich weiß, worum es hier geht.
Ihc kann es schlicht und einfach NICHT nachvollziehen, wenn man den Ärmsten (das sind die, die die Pflege nun wirklich brauchen) diese Chance auch noch nimmt ...

Nein, es kann keiner verstehen, der das nicht mitgemacht hat.

Mario Gonzales
06
15.10.2011, 21:03
Sehr sozial ...

oh, sorry, Hundstorfer ist ja Sozialist, mit sozial hat das ja nichts zu tun.

virtualboy
02
15.10.2011, 20:40

Dieses Thema ist irgendwann für die meisten von uns relevant, denn wir werden auch mal keine Pension haben, wenn die Griechen um unser Geld Panzer kaufen. Also nicht glauben, dass dieses Thema einen mal nicht selber treffen könnte.

viridisdens
011
15.10.2011, 19:34
meist ist es so:

stufe 1 und 2 = leute, die zu hause sind => gekürzt
stufe 6 = leute im heim ==========> erhöht

das heißt:
gespart zu lasten der frauen
zu gunsten der länder

onkel erwin hatte also einen kleinen vorteil gegenüber den pflegenden frauen. gratuliere!

das 7te geißlein
06
15.10.2011, 18:25

hauptsache für herrn h. ist genug geld da, wenn ihn der schlag trifft.

Sudokusan
01
15.10.2011, 17:58
SPÖ

für die Superreichen Partei Österreichs

Gerhardo1
012
15.10.2011, 17:21
Glanzleistung, Herr Minister

eine weitere Glanzleistung dieser völlig unfähigen Regierung.
Die Einsparung von € 22 Mio ist im Budget nicht einmal ein Tröpfchen auf den heißen Stein, trifft jedoch Menschen, denen es ohnehin nicht so gut geht, hart.
Nachdem Pflegegeldbezieher nicht organisiert sind und andere Sorgen haben, kann man da leicht drüberfahren.

Dort wo wirklich sinnvoll einzusparen wäre (z.B. Verwaltungsreform) wird seit Jahren ums Geld des Steuerzahlers nur heiße Luft produziert.

Und wenn der Werner für seine Karriere Inserate benötigt, findet sich auch ein staatsnaher Betrieb, der zahlt....

Die politische Situation in Österreich ist zum Kotzen - sorry, aber anders kann ich es nicht mehr ausdrücken

johann potakowskyj1
 
01
16.10.2011, 10:10
ja aber auf der anderen Seite sagt man

dass es sich nicht auszahlt von Reichen zusätzliche 500 Millionen oder so an Steuern einzuheben. Dass sei einfach keine relevanter Betrag.

Sudokusan
04
15.10.2011, 16:51
Da gehört wieder Jan Delay zitiert:

Die, die Unheil und Armut und Krankheit verbreiten,
für sie herrschen sorglose Zeiten,
da kein bißchen Sprengstoff sie daran hindert, ihre Geschäfte zu betreiben.

Verdammt Coole Schreckschrauwe
00
15.10.2011, 16:28
Männer! Kümmet Euch um Eure Alten und Kranken (Eltern), sonst verrecken die!

skyrock
05
15.10.2011, 15:21
die Kranken und Schwachen in dieser Gesellschaft

werden weiter an den Rand gedrängt, unfassbar

imir
00
15.10.2011, 14:48

Wer hat uns verraten?

anyuser
 
00
16.10.2011, 00:53
vor allem die övp

anyuser
 
06
15.10.2011, 11:51
den banken und bauern blasen wie die kohle in den arsch

der mensch ist kein betriebsmittel
der mensch muß sich nicht rechnen
der mensch ist ein wunder, und ihr geht damit um als wäre er dreck, schlimmer kann man gott nicht beleidigen

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